Lidl plant „moderne Einkaufsstätte“ - Stadt hat Zustimmung bereits erteilt

dzDiscounter

Lidl will in der Fröndenberger Stadtmitte seinen Lebensmittelmarkt erweitern. Die Stadtverwaltung hat einer entsprechenden Anfrage Ende März bereits zugestimmt. Lidl spricht von einer „modernen Einkaufsstätte“.

Fröndenberg

, 06.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lidl muss sich sein Vorhaben trotz der bereits bestehenden Filiale an der Wilhelm-Feuerhake-Straße genehmigen lassen. In dem Bauverfahren musste das Einvernehmen der Stadt eingeholt werden – sie hat es erteilt.

Der Ausschuss für Umwelt- und Stadtentwicklung wird vor seiner nächsten Sitzung bisher lediglich über eine „Voranfrage zur Erweiterung des Lebensmittelmarktes“ durch Lidl informiert.

»Auch in Fröndenberg wollen wir unseren Kunden eine moderne Einkaufsstätte mit attraktiven Einkaufsbedingungen bieten.«
Christian Staszak, Immobilienleiter Lidl-Regionalgesellschaft Bönen

Auf Anfrage der Redaktion teilte Christian Staszak, Immobilienleiter der Lidl-Regionalgesellschaft Bönen, mit: „Lidl entwickelt sein gesamtes Filialportfolio kontinuierlich qualitativ und quantitativ weiter. Auch in Fröndenberg wollen wir unseren Kunden eine moderne Einkaufsstätte mit attraktiven Einkaufsbedingungen bieten.“

„Keine schädlichen Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche“

Aktuell könnten zu dem Vorhaben in Fröndenberg keine weiteren Angaben gemacht werden, „da wir uns noch in der Planungsphase befinden“.

Laut Bauamtsleiter Martin Kramme soll es sich nicht um eine bauliche Erweiterung des Marktes handeln; die angesprochene „Erweiterung“ betreffe vielmehr Sortiment und Innengestaltung.

Das Baugesetzbuch schreibt bei allen Baumaßnahmen im städtischen Innenbereich vor, dass hiervon „keine schädlichen Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche in der Gemeinde oder in anderen Gemeinden zu erwarten sein“ dürfen. Dies hat die Stadt offenbar verneint.

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Das Einzelhandelsstandort- und Zentrenkonzept für Fröndenberg von 2009 spricht sich gegen eine Weiterentwicklung des Ergänzungsstandortes Wilhelm-Feuerhake-Straße aus.

Das Einzelhandelsstandort- und Zentrenkonzept für Fröndenberg von 2009 spricht sich gegen eine Weiterentwicklung des Ergänzungsstandortes Wilhelm-Feuerhake-Straße aus. © Marcus Land

Die Planungen von Lidl werden zu einer Zeit bekannt, in der Aldi seinen geplanten Neubau am Bruayplatz weiter vorantreibt, was auch der Konkurrenz nicht verborgen geblieben sein dürfte.

Eine eigene bauliche Erweiterung dürfte dagegen für Lidl auch schwierig zu begründen sein. Gutachter Jörg Lehnerdt kam schon 2009 im Einzelhandelsstandort- und Zentrenkonzept für Fröndenberg zu dem Schluss, dass für Lidl „kein städtebaulich begründeter Schutzanspruch“ gegeben ist.

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Das für den Fall, dass es etwa durch eine Neuansiedlung eines weiteren Lebensmittelmarktes zu einer deutlichen Zunahme der Verkaufsfläche innerhalb des zentralen Versorgungsbereiches in Fröndenberg kommen sollte. Die künftige Verkaufsfläche von Aldi wird sich wohl mit einem Neubau vergrößern.

Gutachter: Lidl-Standort nicht weiterentwickeln

Der Verbund von Lidl-Discounter und Getränkemarkt Trinkgut an der Wilhelm-Feuerhake-Straße ist laut Gutachter nur Ergänzungsstandort zum Hauptzentrum Innenstadt. Weil fast ausschließlich autoorientierte Kunden angesprochen würden, werde diesem Standort keine Nahversorgungsfunktion zugewiesen.

Vorrangig müssten zentrale Versorgungsbereiche weiterentwickelt werden. Der weitere Ausbau des Standortes Wilhelm-Feuerhake-Straße „für nahversorgungsrelevante Sortimente ist aufgrund der Konkurrenzbeziehung zur Ortsmitte nicht zu empfehlen“, heißt es weiter in dem Gutachten.

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