Leerstand behoben: Foodsharing bezieht Räume an der Karl-Wildschütz-Straße

dzFoodsharing in Fröndenberg

Weil sich einige Nutzer nicht an die Corona-Regeln hielten, musste die Foodsharing-Gruppe ihren Fairteiler auf einem Privatgrundstück schließen. Jetzt bezieht die Fröndenberger Lebensmittelretter überraschend einen Leerstand im Zentrum.

Fröndenberg

, 25.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seitdem die Fröndenberger Foodsharing-Gruppe während der ersten Corona-Welle die Tafel unterstützte, haben die Lebensmittelretter an Bekanntheit gewonnen. Im Anschluss an den Lockdown war der Lebensmittelschrank Yetta, ein sogenannter Fairteiler, auf dem Grundstück von Heike Portmann für kurze Zeit wieder in Betrieb. Allerdings mit speziellen Corona-Regeln, an die sich nicht alle Nutzer hielten. Die Konsequenz: Yetta wurde geschlossen. Einen neuen Lebensmittelschrank soll es bald in den ehemaligen Räumen der DEVK an der Karl-Wildschütz-Straße geben – und noch vieles mehr.

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Nicht nur die Probleme der vergangenen Tage bewegten die Foodsharing-Gruppe, eigene Räumlichkeiten zu suchen. Bereits im Vorfeld habe es immer wieder unschöne Erlebnisse mit der Yetta gegeben, berichtet die Fröndenbergerin und Lebensmittelretterin Heike Portmann, auf deren Grundstück der Fairteiler stand. So klingelten einige Menschen etwa bei der Familie und fragten nach Lebensmitteln, wenn der Fairteiler leer war.

Ärger nicht nur in Fröndenberg

„Wir sehen, dass auch Fairteiler in Nachbarorten nach und nach zumachen“, sagt Heike Portmann. So sei an einem Standort ein Auto beschädigt worden, Lebensmittel wurden über den Gartenzaun geworfen, oder ein Hamsterkäfig stand im Fairteiler.

Holger van de Pol, Beate Sommer und Heike Portmann (v.l.) mussten ihre Fairteiler-Box in Langschede während der ersten Welle der Corona-Pandemie schließen. Stattdessen konnten Bedürftige zu festen Zeiten Essen abholen.

Holger van de Pol, Beate Sommer und Heike Portmann (v.l.) mussten ihre Fairteiler-Box in Langschede während der ersten Welle der Corona-Pandemie schließen. Stattdessen konnten Bedürftige zu festen Zeiten Essen abholen. © Lisa Dröttboom

Drei sehr aktive und zwölf weitere Mitglieder der Fröndenberger Foodsharing-Gruppe wollen sich von derartigem Fehlverhalten allerdings nicht entmutigen lassen und haben schon länger nach eigenen Räumen gesucht. Eine Möglichkeit bot sich in Dellwig. Das wäre allerdings zu weit ab vom Schuss gewesen. Als Heike Portmann vom Leerstand an der Karl-Wildschütz-Straße erfuhr, telefonierte sie so lange, bis sie den Eigentümer an der Strippe hatte. Und nun darf die Gruppe die Räume ab dem 1. November zunächst sogar mietfrei beziehen.

Foodsharing

So funktioniert es

  • Bei Foodsharing geht es um das Teilen und Tauschen von Lebensmitteln.
  • Wer etwas Essbares übrig hat oder nicht braucht, das gut an andere Menschen abzugeben ist, kann dies übers Internet oder in sogenannten Fairteilern anbieten.
  • Lebensmittel annehmen kann jeder. Denn es geht beim Foodsharing nicht um Bedürftigkeit, sondern darum, dass Lebensmittel nicht weggeworfen werden.
  • Die Foodsharing-Gruppe für Fröndenberg und Menden tauscht sich unter anderem über Facebook aus unter www.facebook.com/groups/551219678393178.
  • Seit der Corona-Krise engagieren sich die Aktiven auch für Bedürftige, allerdings ohne dabei zu bestehenden Angeboten wie etwa der Tafel in Konkurrenz zu treten.

Um dort langfristig etwas im Bereich Lebensmittellagerung aufzustellen, müsse noch die Nutzungsordnung geändert werden, erklärt Portmann. Mit Informationsmaterial zur Lebensmittelrettung und einem Bücherschrank möchte die Gruppe aber bald schon an zwei Tagen in der Woche Präsenz zeigen.

Parkplatzsituation ist jetzt optimal

Optimal ist nun auch die Parkplatzsituation, die am alten Fairteiler-Standort an der Ardeyer Straße 103 schwierig war. Der Zugang zum Ladenlokal ist barrierefrei. „Vielleicht kommen ja auch mal Senioren aus dem Haus Hubertia vorbei, um sich ein Buch auszuleihen“, würde sich Heike Portmann freuen.

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