Starker Bewuchs entlang der B 233 im Bereich des Schürenfeldes führt nach Ansicht von Anliegern zu lebensgefährlichen Situationen beim Ausfahren von den Grundstücken. © Marcus Land
Bundesstraße 233 in Fröndenberg

„Lebensgefährlich“: Anwohner an B 233 sauer über Grünpflege

Die Bundesstraße 233 ist die am stärksten befahrene Strecke in Fröndenberg. Direkte Anlieger beklagen sich, dass ihnen die Sicht auf den Verkehr versperrt ist. Außerdem gebe es dadurch ein Entwässerungsproblem.

Wer nur fünf oder zehn Minuten an der B 233 in Strickherdicke steht, kommt mit dem Zählen kaum nach: Fahrzeug um Fahrzeug rollt den Berg Richtung Menden hinunter oder steuert den Zubringer zur A 44 an. Einfädeln kann man da schlecht.

»Man hat nur Bruchteile Zeit zu reagieren.«

Karin Barkowski

Oder es ist „lebensgefährlich“, wie Karin Barkowski berichtet, die ein Haus am Schürenfeld bewohnt. Es ist eine Art Streusiedlung älterer Bauten, die an der viel befahrenen Bundestraße stehen, die erst viel später gebaut worden ist.

Anliegerin greift selbst zur Heckenschere

Das Grundstück von Karin Barkowski liegt insofern besonders ungünstig, als man eine Zufahrt hinter einer Kurve nutzen muss. Erschwert werde das Verlassen des Grundstücks mit dem Pkw vor allem dadurch, dass der Bewuchs entlang der B 233 die Sicht auf den Verkehr weitgehend versperre. „Man hat nur Sekundenbruchteile Zeit zu reagieren“, schildert sie das Vortasten im Pkw auf die Bundesstraße.

Ein Baum wächst im Abwassergraben längs der B 233 (Unnaer Straße). Anwohner befürchten, dass der Baum bei straken Regenfällen den Abfluss behindert. © Marcus Land © Marcus Land

Im Frühjahr und Herbst rückten zwar Trupps an, die die Büsche kürzer schneiden. Die Vegetation höre aber nicht plötzlich auf; Anfang August ragte das Grün direkt vor ihrem Grundstück schon wieder weit über den Seitenstreifen der Fahrbahn.

„Ein Stück schneide ich schon immer selbst kurz“, erzählt Barkowski. Doch zieht sich der Bewuchs über viele Meter hoch in Fahrtrichtung Wilhelmshöhe.

Für Radfahrer ist ein Ausweichen auf die Fahrbahn somit unvermeidbar, angesichts etlicher Lkw, die die B 233 befahren, erscheint daher nicht nur eine Ausfahrt aus dem Grundstück als nicht ungefährlich.

Straßen NRW: Mindestens zwei Schnitte pro Jahr

Es gebe einen regelmäßigen Pflegeturnus, sagt Straßen NRW dazu. Man vermute, dass wegen großer Regenmengen das Wachstum der Pflanzen angezogen habe. Komme es dadurch zu Gefahrensituationen, werde man aber auch mehrmals tätig.

Mit der Gehölzpflege des zuständigen Landesbetriebs Straßenbau NRW ist Karin Barkowski aber grundsätzlich sehr unzufrieden. Seit 25 Jahren gebe sie immer wieder Hinweise an den Landesbetrieb, doch offenbar habe es in der Vergangenheit auch ein Kompetenzgerangel gegeben darüber, wer eigentlich zuständig ist.

Ein Teil des Buschwerks sei vor Jahren angepflanzt worden, um Tiere aus einem privaten Viehgehege daran zu hindern, auf die Fahrbahn zu springen. Die Dammhirsche von damals gibt es aber schon lange nicht mehr.

So wie es aussehe, sei Straßen NRW für die Böschung direkt an der B 233 zuständig, die Stadt Fröndenberg für alles, was dahinter Richtung Schürenfeld an Büschen und Bäumen wächst. Nach Ende der Vegetationszeit wolle das städtische Grünflächenamt im Herbst wohl auch anrücken, hat Barkowski vernommen.

Nachbar zieht bei zweitem Starkregen „Notgraben“

Dagegen sehe sie bei der Böschung weiter schwarz. Der dichte Bewuchs versperre nicht nur die Sicht, sondern verstopfe auch den Abfluss in dem Wassergraben längs der B 233. Am 4. Juli seien erneut Grundstücke voll gelaufen.

»Das Wasser stand kniehoch im Graben.«

Gloria Abu Mayha

„Für das Wasser gibt es keine Rinnen“, so Barkowski Das bestätigt Nachbarin Gloria Abu Mayha. „Kniehoch“, erzählt sie, habe es beim Unwetter dort gestanden. Vor dem nächsten Regen am 14./15 Juli war dann zwar ausgekoffert worden, aber offenbar nicht ausreichend: Ein weiterer Nachbar habe sich in Windeseile noch einen Notgraben ziehen müssen, um eine Überschwemmung seines Grundstücks zu verhindern.

Baum wächst mitten im Abwassergraben

Was sie überhaupt nicht verstehe, so Gloria Abu Mayha: Mitten in dem Abwassergraben wachse ein Baum, der den Abfluss behindere. Karin Barkowski fügt eine andere Beobachtung hinzu: Schnittgut werde regelmäßig in den Gräben hinterlassen – was die Rinnen noch mehr verstopfe.

Der Landesbetrieb Straßen NRW sagte auf Nachfrage dieser Redaktion zu, dass sich die zuständige Straßenmeisterei kurzfristig schon einmal um einen Rückschnitt des Bewuchses an der Fahrbahn kümmern werde.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land

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