Lebende Adventsfenster: Hier stimmt sich die Nachbarschaft gemeinsam aufs Fest ein

dz Ardey und Frömern

Heißer Glühwein, Naschereien und gute Stimmung: Der Regen war den Besuchern der Adventsfenster in Ardey und Frömern egal. Sie pflegen gemeinsam eine Tradition – und damit ihre Freundschaft.

23.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Der Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey wurde 2000 gegründet und kurz darauf, etwa 2003, haben wir erstmals zum lebenden Adventsfenster eingeladen“, erinnert sich Wolfgang Harwardt. Der Mitgründer des Vereins, seit damals als „Übergangsvorsitzender“ geführt, denn eigentlich wollte er nur kurzzeitig an der Spitze stehen und dann die Führung in andere Hände übergeben, ist stolz auf „seine“ Mitglieder. „Hier funktioniert das Zusammenleben“, weiß er und verweist auf das gelungene vorweihnachtliche Projekt.

Neue Nachbarn bei selbst gemachtem Glühwein kennenlernen

Ursula Lindstaedt brachte die Idee aus Holzwickede mit. Vereine, Einrichtungen, in der Hauptsache Privatleute, laden vor dem Fest zu sich nach Hause ein und gestalten ihr Fenster nach eigenen Vorstellungen. „Wir haben die Aktion für unseren Stadtteil für gut befunden und dann zur Teilnahme aufgerufen“, kennt Harwardt die Anfänge. „Gleich im ersten Jahr war es ein Erfolg.“ Sechs Liter Glühwein spendet der Förderverein, damit jedem Gastgeber der Einstieg erleichtert wird.

Auch diesmal waren Teilnehmer schnell gefunden, 16 Mal wurde zur Gemütlichkeit gerufen. „Den Sonntag, 23. Dezember, und Heiligabend haben wir bewusst ausgespart“, erklärt Wolfgang Harwardt, warum der letzte Termin bereits am Samstag stattfand. „Der Sonntag so kurz vor dem Fest gehört den Familien.“ Und am 24. Dezember, 18 Uhr, gelten die Gedanken schon dem festlichen Essen und der anschließenden Bescherung.

In den ersten Jahren war der Gottesdienst am 24. noch mit dem Projekt verknüpft. Pastor Dieter Schiewer gehörte damals dem Förderverein-Vorstand an und erinnerte in seiner Predigt immer an die Adventsfenster.

Es ist schon Tradition, dass das letzte Fenster bei Ideengeberin Ursula Lindstaedt durchgeführt wird. So auch 2018. „Selbst der Regen kann uns nicht stoppen“, schmunzelt die Gastgeberin. „Zwar steht das Fenster nicht so im Mittelpunkt, aber unter unserer Überdachung im Hof lässt sich gemütlich der Abend genießen.“

Während der jüngste Besucher mit seinen sechs Monaten selig im Kinderwagen schlief, wärmten sich die Erwachsenen mit dem heißen Getränk auf. „Den Glühwein produzieren wir selbst“, verriet Ursula Lindstaedt. „Rotwein, Gewürze, alles ohne Konservierungsstoffe, das schmeckt jedem.“ Zudem warteten griechische Frikadellen, Mettwürstchen, Kekse und zum Abschluss eine Sektbar auf die Gäste.

„Die beste Gelegenheit, neue Nachbarn kennenzulernen“, wissen die Organisatoren. „Vielleicht starten wir demnächst wieder eine Kartenaktion, um weitere Teilnehmer zu begeistern.“

Festliche Stimmung im Haus der Winkelkötters

Auch im Nachbarort Frömern, bei Winkelkötter („kennt hier jeder“), herrschte reges Treiben. Hier verteilten sich die Gäste im ganzen Wohnhaus.

Gisbert Herrmann hält die Fäden in der Hand. „Ich bin vor sechs Jahren angesprochen worden, weil doch in der Nachbarschaft dieses Projekt mit dem lebenden Adventsfenster so gut funktioniert“, schaut er zurück. Rund 850 Besucher, schätzt Herrmann, kamen in diesem Jahr insgesamt an allen Terminen. Genaue Zahlen sind schwer zu benennen, denn es herrscht ein stetes Kommen und Gehen.

Auch am Samstagabend gab es heißen Glühwein, ein Bockwürstchen im Brötchen und weihnachtliche Lieder mit Drehorgelbegleitung.

Der Organisator freute sich, dass er immer wieder neue Gesichter entdeckt, die neugierig geworden und doch mal schauen wollen, was dort so passiert. „Am 24. Dezember sehen wir uns alle zum Abschluss in der Kirche wieder“, war sich Herrmann sicher. Stolz verwies er darauf, dass für 2019 bereits die Liste mit Teilnehmern bestens gefüllt ist: „Es stehen sogar einige zur Reserve bereit.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Harry Wijnvoord und Matze Knop

Promis am Abschlag: Kinderlachen sammelt Spenden mit Golf-Aktion in Fröndenberg

Hellweger Anzeiger Königsproklamation in Hohenheide

Mit dem 148. Schuss fällt „Gerd“: Am Samstag feiern die Adler-Schützen den neuen König

Hellweger Anzeiger Gute Seele

Mit Keisa in die Demokratie: Junge Albanerin plant Workshops im Treffpunkt Windmühle

Meistgelesen