Einige Triebwagen im Fröndenberger Bahnhof sind nachts sichtbar ans Stromnetz angeschlossen. © Neumann
Ruhestörung

Laufende Triebwagen rauben Fröndenbergern den Schlaf – das sagt die Bahn dazu

Bei extremer Kälte, wie sie gerade erst überstanden ist, sind nachts laufende Züge im Bahnhof normal. Fröndenberger haben das Phänomen aber auch vor und nach dem Frost beobachtet - und vor allem gehört.

Hatten zuletzt die Anwohner in Ardey mit Ruhrstörung durch hupende Bahnen zu kämpfen, mehren sich jetzt Stimmen zur nächtlichen Lärmbelästigung durch stehende Züge im Fröndenberger Bahnhof. Nun reagiert die Deutsche Bahn.

„Das geht gegen 23 Uhr los und teilweise bis 5.30 Uhr“, berichtet ein Anwohner, der gegenüber des Bahnhofs wohnt, dieser Redaktion. „Durchgehend an mindestens vier Tagen in der Woche“, ergänzt er. Im Internet machte der Fröndenberger seinem Ärger Luft. Er erhielt dafür Zuspruch – aber auch Gegenwind von Nachbarn, die die laufenden Bahnen nicht als Ruhestörung empfinden.

80 Dezibel seien kein Pappenstil, sagt der Anwohner dennoch. Vor allem nachts schalle das ganz schön. In den vergangenen Tagen habe er das nächtliche Treiben immer zwischen 2 und 4 Uhr beobachtet und belauscht, sei selbst am Bahnhof vor Ort gewesen. „Da läuft keiner rum, da putzt keiner“, lediglich die Bahnen seien in Betrieb. Laut Aussage des Anwohners bestehe das Problem „schon ewig“.

„Laufenlassen“ und Hupen in der Nacht

Zuletzt wurde er in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch durch die Geräusche vom Bahnhof geweckt: „3.40 Uhr, die Nacht ist um, weil zum Laufenlassen das Hupen kam“, ärgert sich der Anwohner.

Und seine Verärgerung ist berechtigt, wie Dirk Pohlmann, Sprecher der Deutschen Bahn erklärt: „Eigentlich sollten die abgestellten Triebwagen in der Nacht nicht laufen.“ Eine Ausnahme seien besonders niedrige Temperaturen. Während des strengen Frostes, der zuletzt herrschte, blieben die Fahrzeuge über Nacht an, um nicht einzufrieden. Dass die Wagen immer noch nachts laufen, kann der Bahnsprecher nicht nachvollziehen. Auch auf Nachfrage an entsprechender Stelle, konnte Dirk Pohlmann bisher keine Erklärung erhalten.

Kurz vor Betrieb müssen die Bahnen warm werden

Normal sei allerdings, dass Bahnen, kurz bevor der Betrieb wieder startet, warm laufen müssen. Nachts hupen würden Züge eigentlich nur, wenn es es einen Alarm, oder eben Fehlalarm gibt.

Die Triebwagenführer seien jetzt angesprochen und für das Thema sensibilisiert worden. Nachts auf diese Art und Weise Anwohnern den Schlaf zu rauben, sei nicht in Ordnung. „Wir gehen dem nach.“

Und um dem Problem weiter auf den Grund zu gehen, ruft der Bahnsprecher Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich durchaus in den kommenden Tagen zu melden – falls weiterhin nachts Geräusche hören. Dann am besten mit konkreten Angaben zu Datum und Uhrzeit.

Der Kundenservice der Bahn ist unter Tel. 0180 6 996633 erreichbar. An diese Nummer können auch Beschwerden gerichtet werden.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung
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