Teures Jugendamt: Landkreistag guckt besorgt auf Kommunen wie Fröndenberg

dzJugendhilfe im Kreis Unna

Die Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe steigen nicht nur im Kreis Unna, sondern in ganz NRW. Eine hohe Belastung für kleine Kommunen - die in Fröndenberg besonders groß ist.

Fröndenberg

, 13.11.2020, 12:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Landkreistag NRW ist alarmiert angesichts der sich fortsetzenden überproportional hohen Steigerung der Kinder- und Jugendhilfeausgaben. Diese treffe die Kreise in besonderem Maße, teilt Landkreistags-Sprecherin Rosa Moya mit.

Der Landkreistag bezieht sich auf eine Meldung des Statistischen Landesamtes vom Donnerstag. Demnach seien im Jahr 2019 in Nordrhein-Westfalen 11,5 Milliarden Euro für die Leistungen und Aufgaben der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe ausgegeben worden. Das sind 6,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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In NRW sind die Kreise wesentliche Träger der Kinder- und Jugendhilfeleistungen, zu denen unter anderem die Kindertagesbetreuung, die Hilfen zur Erziehung, die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, die Hilfen für junge Volljährige und die Aufwendungen für vorläufige Schutzmaßnahmen zählen. Die Kreise als Jugendhilfeträger müssen diese Mittel über die Jugendamtsumlage mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden abrechnen.

Kostensteigerung in Fröndenberg noch weit über NRW-Schnitt

Diese Kostensteigerung macht sich in Fröndenberg enorm bemerkbar. Nachdem die Jugendamtsumlage in den vergangenen Jahren kontinuierlich leicht gestiegen war, musste Fröndenberg 2020 rund 7 Millionen Euro für das laufende Jahr und rund 555.000 Euro Nachzahlung leisten. Für das Jahr 2021 wird die Jugendamtsumlage auf 9,5 Millionen Euro steigen. Hinzu kommen ausstehende Nachzahlungen von weit mehr als einer Million Euro. Fröndenberg gibt 2021 unterm Strich also fast 10,6 Millionen Euro für die Jugendhilfe aus. Eine Kostensteigerung von fast 30 Prozent.

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Und in den kommenden Jahren wird es kaum günstiger. Zwar fallen die prognostizierten Nachzahlungen, die sich aus Defiziten nach Abschluss des Vorjahres ergeben, immer kleiner aus - die Umlage steigt aber kontinuierlich weiter. So liegen die geschätzten Kosten für das Kreisjugendamt im Jahr 2024 bereits ohne Nachzahlungen bei über 10 Millionen Euro, wie Fröndenbergs Kämmerer erklärt.

Folgen der Pandemie noch nicht absehbar

Der starke Anstieg der Kinder- und Jugendhilfeausgaben schon vor der Corona-Krise sei auch deshalb alarmierend, weil die zusätzlichen Belastungen durch die Sozialleistungen infolge der Pandemie noch nicht absehbar seien, so Hauptgeschäftsführer des Landkreistags, Dr. Martin Klein.

Die zuständigen Mitarbeiter im Fröndenberger Rathaus treibt nun vor allem die Frage um, wie die Stadt Kostensteigerungen für die Jugendhilfe in den kommenden Jahren kompensieren kann.

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