Landgericht verurteilt Fröndenberger wegen Drogengeschäften zu neuneinhalb Jahren Haft

dzRevision angekündigt

Ein Mammutverfahren gegen einen Fröndenberger (48) wegen Drogendelikten und Verstößen gegen das Waffengesetz endete vor dem Landgericht Hagen mit einem Paukenschlag: neuneinhalb Jahre Haft.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 15.11.2018, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Jahre Verfahrensdauer, 87 Verhandlungstage und etliche Befangenheitsanträge der Verteidigung – dieser Prozess vor der Hagener Wirtschaftsstrafkammer gehörte sicherlich nicht zum juristischen Alltagsgeschäft. Hinzu kam, dass weder der angeklagte Fröndenberger noch der Mitangeklagte aus den Niederlanden in diesen zwei Jahren ihr Schweigen brachen. Ungewöhnlich auch, dass ein Teil der Verhandlung in den Räumen des Oberlandesgerichtes in Hamm stattfand. Dort wurde ein Zeuge, der sich im Ausland befand, per Video vernommen.

Observationen und Telefonüberwachungen überführten die Männer

Es waren Observationen, Telefonüberwachungen, Videoaufzeichnungen, Sachverständigengutachten und Zeugenaussagen, die die Kammer von der Schuld beider Angeklagter überzeugten. Demnach waren sie an dem Versuch beteiligt, 400 000 Ecstasy-Pillen und zehn Kilo Kokain von den Niederlanden über Deutschland in die Türkei zu schmuggeln. Wenig später ging es um den Transport von zwei Kilo Kokain, einer Waffe und Munition in die Türkei und schließlich um rund fünf Kilo Kokain. Zudem wurden bei dem Fröndenberger eine Cannabis-Plantage, Marihuana, weitere Waffen und Munition entdeckt.

Der Verteidiger des Fröndenbergers kündigt Revision gegen das Urteil an

Lange Monate in U-Haft wirkten sich letztlich für die Angeklagten aus. Ansonsten, so der Vorsitzende Richter Andreas Behrens, spreche leider nicht viel für sie. Indes strafschärfend fielen unter anderem die Anzahl der Taten und die großen Drogenmengen ins Gewicht. Neuneinhalb Jahre erhielt der Fröndenberger und der mitangeklagte Niederländer wurde zu acht Jahren Haft verurteilt. Seine Strafe dürfte rechtskräftig werden. Dem entgegen kündigte Dr. Frank Nobis, Rechtsanwalt des Fröndenbergers, auf Nachfrage unserer Zeitung Revision gegen das Urteil an.

Schmuggel von Heroin aus der Türkei kann nicht nachgewiesen werden

Ein weiterer Anklagepunkt, die mutmaßliche Beteiligung an dem Versuch, 177 Kilo Heroin aus der Türkei nach Deutschland zu schmuggeln, wurde abgetrennt und anschließend in einer gesonderten Verhandlung mit Blick auf das soeben verkündete Urteil vorläufig eingestellt. Hintergrund: In dem Fall war eine Aufklärung in absehbarer Zeit nicht möglich, da der Kammer Beweismittel aus der Türkei nicht zur Verfügung standen.

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