Laiendarsteller wie Ulla Lang geben alles, um Johannes Marks Oper in Szene zu setzen

Kirchentag

Wenn Ulla Lang zwischen einstürzenden Tempeln den Besen schwingt, dann ist Kirchentag. Die Fröndenbergerin ist Laiendarstellerin bei einer Oper von Johannes Marks, die am Samstag beim Kirchentag aufgeführt wird.

Fröndenberg

, 20.06.2019, 15:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Laiendarsteller wie Ulla Lang geben alles, um Johannes Marks Oper in Szene zu setzen

Ulla Lang ist die einzige Laiendarstellerin aus Fröndenberg, die am Samstag bei der Oper von Johannes Marks das Kirchentags-Publikum unterhält. Dafür schwingt sie auch bei der Hauptprobe am Donnerstag eifrig den Besen. © Marcel Drawe

Als eine von insgesamt zehn Laien hat sich Ulla Lang aus Fröndenberg gemeldet, als Johannes Marks für seine Oper „Hiskia“ Laiendarsteller suchte. Die 79-Jährige ist die einzige Fröndenbergerin, die mitmacht, auch wenn der Komponist Marks, vielen als künstlerischer Leiter der Stiftskonzerte bekannt, selbst aus Fröndenberg kommt. Für den Kirchentag hat Marks eigens das Stück komponiert, das gut zum Kirchentagsthema „Was für ein Vertrauen“ passt. Denn es geht um König Hiskia und sein Gottvertrauen, das selbst seine geliebte Frau Hefzibah nicht erschüttern kann. Und schließlich wird am Ende das Vertrauen des Königs belohnt, als 185.000 Assyrer vor den Mauern stehen, aber ohne Blutvergießen wieder abrücken.

Als Putzfrau lassen Ulla Lang selbst einstürzende Tempelmauern kalt

„Als ich davon gelesen habe, dachte ich, das ist eine gute Aufmunterung“, sagt Ulla Lang. Sie hat erst kürzlich einen Schicksalsschlag hinnehmen müssen und hat schon oft in Chören gesungen. Warum also nicht einmal eine Oper ausprobieren? Gesagt, getan. Als Putzfrau und in diversen Männerrollen wird sie beim Kirchentag gemeinsam mit neun anderen Laien und den zehn Profi-Musikern rund um Johannes Marks in der Pauluskirche ihren großen Auftritt haben. Lampenfieber? „Ja. Das gehört dazu“, sagt sie, während Tanja Brakensiek ihr noch das Kostüm richtet. Ganz in Grau wird Ulla Lang zwischen den einstürzenden Mauern den Hof fegen. „Und dann muss ich mich schnell umziehen - für die Männerrolle“, sagt die Fröndenbergerin.

Dickes Lob für die Laiendarsteller für ihr Textsicherheit

Singen wird sie allerdings nur gemeinsam mit den anderen im Chor. „Aber ich habe ein paar Textstellen“, sagt sie. Und bekommt gleich Lob von Tanja Brakensiek, die die Betreuung der Laien übernommen hat. „Unsere Laien sind wirklich sehr textsicher. Während die Profis nach Noten spielen, haben die Laien kein Textbuch, die lernen schnell“, sagt die Fröndenbergerin. Zehn Tage lang haben Profis und Laien die Oper einstudiert. Die meisten Laien konnten nach den Proben jeweils nach Hause fahren, weil sie aus Menden, Dortmund oder Herne kommen, nicht aber Stefan Loth. Er kam eigens aus Dorum von der Nordsee angereist, um mitzumachen. „Er war einer der Ersten, die sich auf unseren Aufruf hin gemeldet haben“, berichtet Tanja Brakensiek, die das Nordlicht teils in Ferienwohnungen, teils in Hotels untergebracht hat.

Laiendarsteller wie Ulla Lang geben alles, um Johannes Marks Oper in Szene zu setzen

Weitgereist ist Stefan Loth. Er kam eigens von der Nordsee nach Fröndenberg, um bei der Opernaufführung mitzuwirken. © Marcel Drawe

Kirchentag

Aufführung der Oper Hiskia

  • Die von Johannes Marks komponierte Oper Hiskia wird am Samstag, 22. Juni, um 11 und um 14 Uhr aufgeführt.
  • Aufführungsort ist die Pauluskirche Dortmund, Schützenstraße 35.

Kostüme und Requisiten teils aus dem privaten Fundus

Bei der Hauptprobe am Donnerstag liegen die Nerven schon ein wenig blank. Kostüme und Requisiten sind mittlerweile zusammengesucht. „Jeder hat noch irgendwas von zu Hause mitgebracht. Ein Teil der Kostüme kommt aus dem Verleih“, berichtet Brakensiek. Sie und die Musiker waren auch froh, dass sie für die Proben nicht nur den Ratssaal im Stiftsgebäude nutzen konnten, wenn dort gerade keine Sitzungen anstanden, sondern auch den Steinway-Flügel zur Verfügung gestellt bekommen haben. Doch auch wenn alles bereitsteht, der Text sitzt - das Lampenfieber ist groß. Sei es bei der Seniorin aus Fröndenberg, bei der Psychologin aus Menden oder dem noch ganz jungen Mann aus Hemer. Und auch die Profis wollen an diesem Tag auf keinen Fall mehr gestört werden. Und so schließen wir die Tür zum Proberaum und spucken in alter Theatermanier dreimal über die Schulter. Wer sehen will, ob die Premiere der Oper klappt, sollte sich am Samstag auf den Weg nach Dortmund zum Kirchentag machen.

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