Ein Bild von einem Pressetermin zur Europawahl 2019: Die Grüne Monika Schröer (l.) hat Kurt Potthoff (2.v.r.) inzwischen bei der Wahl der Vize-Bürgermeister überflügelt. Potthoff ist einen Tag später als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Fröndenberg-Mitte zurückgetreten. © Archiv/Martin Krehl

Kurt Potthoff tritt als Vorsitzender der SPD Fröndenberg-Mitte zurück

Das Verhältnis zwischen Kurt Potthoff und den Fröndenberger Sozialdemokraten ist zerrüttet: Der 62-Jährige hat als Vorsitzender des größten SPD-Ortsvereins seinen Hut genommen.

„Nicht wortlos“ wollte Kurt Potthoff sein Scheitern bei der Wahl der Fröndenberger Vize-Bürgermeister hinnehmen. Jetzt hat der Genosse Worten auch Taten folgen lassen: nicht nur mit seinem Rücktritt als SPD-Ortschef.

»Eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit ist mir nicht mehr möglich.«

Kurt Potthoff

Bereits einen Tag nach der konstituierenden Ratssitzung, als Potthoff bei der Wahl durchfiel, weil ihm Stimmen aus den eigenen Reihen fehlten, schickte der 62-Jährige seine Rücktrittserklärung an Stadtverbandschef Torben Böcker.

„Mich zwingt das Abstimmungsergebnis der gestrigen Bürgermeisterwahl zu folgendem Schritt“, zitierte Potthoff am Montag im Gespräch mit dieser Redaktion seine eigenen Worte aus dem Schreiben.

Abweichler nach interner Probeabstimmung

„Eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit ist mir nicht mehr möglich“, heißt es am Ende der Erklärung. Potthoff reagierte damit auf einen Umstand, den kürzlich SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Böning bestätigte.

In einer Probeabstimmung in der SPD-Fraktion habe man Potthoff einmütig die Unterstützung seiner Kandidatur zu einem der beiden Vize-Bürgermeister signalisiert. Bei der geheimen Wahl im Rat am 4. November fehlten dem sozialdemokratischen Urgestein dann mindestens zwei Stimmen aus seinem Lager, Bürgermeisterin Sabina Müller (SPD) eingerechnet.

Vize-Bürgermeisteramt von Fraktion angetragen

Warum er auf seinem privaten Facebook-Account einen Bericht über das Zustandekommen seiner gescheiterten Wahl mit „Verkauf von Geist und Seele!“ kommentierte, mochte Potthoff nicht weiter ausführen.

„Ich habe mich nicht um das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters beworben“, stellte Potthoff am Montag klar. Das Amt sei ihm aus der Fraktion heraus vielmehr angetragen worden.

»Du bist der Einzige, der das machen kann, auch vom Zeitfaktor her.«

Zitat aus der SPD-Fraktion laut Potthoff

„Du bist der Einzige, der das machen kann, auch vom Zeitfaktor her“, gibt Potthoff die innerfraktionelle Argumentation wieder. Er selbst habe seinen Arbeitsschwerpunkt wie in den vergangenen Jahren eigentlich weiter bei seinem Leib-und-Magen-Thema, der Stadtentwicklung, setzen wollen.

Potthoff, der bei der Kommunalwahl am 13. September ein Direktmandat im Wahlbezirk 10 Fröndenberg-Mitte geholt hatte, war in der abgelaufenen Ratsperiode Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt.

Svenja Müller führt SPD-Ortsverein kommissarisch

Nach interfraktionellen Gesprächen bekleidet künftig Oliver Funke (CDU) diese Position, dessen Stellvertreter ist künftig Ingo Ziegenbein, der neu für die SPD in den Rat eingezogen ist.

„Jetzt steh‘ ich im Hemd da“, sagt dazu Kurt Potthoff. Nur ein Hemd trägt dagegen ganz sicher nicht seine Stellvertreterin in der Partei, die nun vorübergehend den SPD-Ortsverein Mitte wird führen müssen: Es ist die 20-jährige Svenja Müller, Tochter von Bürgermeisterin Sabina Müller.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land