Dieser Fröndenberger sammelt Spenden, um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen

dzKuriose Crowdfunding-Aktionen

Crowdfunding ist die moderne und vor allem einfache Art, Spenden zu sammeln. Doch nicht alle Projekte sind – sagen wir mal – ernst zu nehmen. Hier laufen zwei besonders kuriose Aktionen.

Fröndenberg

, 20.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter privaten Crowdfunding-Aktionen stehen nicht selten ergreifende Geschichten. So wie die von Jennifer Reich aus Fröndenberg, die für ihre Tochter Alina sammelt. Die 18-Jährige ist infolge einer Frühgeburt schwerbehindert, unter anderem auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie liebt die Natur, Wald und Wiesen – schweres Gelände, für den sie einen speziellen Rollstuhl braucht.

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Für die Kosten kommt die Krankenkasse nicht auf, also hofft die Familie aus Fröndenberg auf Spenden von Unterstützern. Die gibt es reichlich, sogar dreistellige Einzelspenden sind schon über die Crowdfunding-Aktion für den Rehabilitationsjogger eingegangen; in Summe 2275 Euro und damit fast die Hälfte der erhofften 4.700 Euro. Das Schicksal der Jugendlichen aus Fröndenberg – es bewegt die Menschen online wie offline, die bereit sind, etwas von ihrem Geld abzugeben. Das gilt längst nicht für alle Crowdfunding-Aktionen aus Fröndenberg.

Zwei Karten für ein Cher-Konzert, das schon gelaufen ist

Eine davon läuft seit Dezember 2018 – mit gerade mal fünf Euro ist nur ein Bruchteil der Zielmarke 400 Euro zusammengekommen. Zwei traurig dreinschauende junge Frauen sind auf dem Foto zu sehen, mit dem die Fröndenbergerinnen Muriel L. und Laura F. für ihr Projekt werben: Zwei Konzertkarten für die Deutschland-Tour von US-Superstar Cher. „Sie stellt für uns eine Vorbildfunktion dar und inspiriert uns, zu starken Frauen heranzuwachsen“, heißt es in der Beschreibung. „Bedauerlicherweise sind die Tickets sehr kostspielig und für uns scheinbar unmöglich zu finanzieren.“ Deshalb hoffen die beiden Studentinnen auf Spenden. Jede werde „mit sehr viel Dankbarkeit angenommen und wertgeschätzt“. Das letzte Deutschland-Konzert lief vor einer Woche in Hamburg – das Crowdfunding läuft trotzdem noch.

Spenden, um dem Staat nicht auf der Tasche zu liegen

Auch nicht schlecht: Der 23-jährige Leonard J. aus Fröndenberg, der seit November 2018 auf finanzielle Unterstützung für Nachhilfe hofft. „Aufgrund von sehr wenigen Stunden in der Schule (Krankheitsfälle der Lehrer, Lehrermangel) benötige ich Nachhilfe, da ich nicht benachteiligt sein möchte, wenn ich mir später einen Job suche“, schreibt er. Zwar erhalte er für seine Fortbildung BAföG. „Allerdings möchte ich dem Staat nicht noch mehr auf der Tasche liegen und versuche es bisher, selbst zu bewerkstelligen.“ Überzeugt hat er damit bislang niemanden. Sein Spendenziel liegt bei 250 Euro.

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