Fröndenbergs Schulwege sollen sicherer werden. Spätestens zum kommenden Schuljahr. Bereits in diesen Tagen werden erste Maßnahmen umgesetzt, weitere folgen. Lehrer sind aus einem Grund dennoch unzufrieden.

Fröndenberg

, 06.05.2019, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Projekt „Sichere Schulwege“ tritt in die nächste Phase: Die Stadtverwaltung setzt bereits mehrere Wünsche, die Lehrer, Eltern und Schüler im Rahmen einer Fragebogenaktion geäußert haben, in die Tat um.

Küsschen und Tschüsschen: Schulwege sollen dank Kiss-and-Go-Parkplätzen sicherer werden

In den Hauptbring- und Abholzeiten kann es auf der Friedhofstraße vor der Gemeinschaftsgrundschule schon einmal sehr unübersichtlich und damit gefährlich für die Schulkinder werden. © Marcel Drawe

Fehlende Fußgängerüberwege, schlechte Sicht und Parkplatzgerangel

Fehlende Fußgängerüberwege, schlechte Sicht auf die Straße oder Parkplatzgerangel vor den Grundschulen – diesen und weiteren Hinweisen ging man bei Ortsterminen mit allen Beteiligten in den vergangenen Wochen auf die Spur. Die Aktivitäten münden nun in konkrete Maßnahmen, die sich in die großen Blöcke Versetzen oder Aufstellen von Verkehrszeichen, Temporeduzierungen, neue Parkplatzlösungen und Ausstattung der Schulkinder unterteilen lassen.

Küsschen und Tschüsschen: Schulwege sollen dank Kiss-and-Go-Parkplätzen sicherer werden

Die Zahl der Elterntaxis, die direkt vor den Grundschulen anhalten, soll auch in Fröndenberg reduziert werden. In anderen Orten hat man die Problematik mit diesem ironischen Schild symbolisiert. © dpa

? Welche Lösungen gibt es für das Problem mit den Eltern-Taxis?

Sonnenbergschule: Ein Bereich an der Straße Zur Haar soll als sogenannte Kiss-and-Go-Zone ausgewiesen werden. Das Modell ist schon erprobt. Es bedeutet übersetzt: Eltern lassen ihre Kinder nicht direkt vor dem Schulgebäude, wo ein hoher Parkdruck herrscht, aussteigen, sondern wenige hundert Meter vorher. „Küsschen und Tschüsschen“ soll es dann heißen. Eltern und Kinder müssten sich aber zügig voneinander verabschieden, um die Zone für das nächste Eltern-Taxi freizumachen, heißt es bei der Verwaltung. „Das ist sehr in unserem Interesse“, lobt Schulleiterin Christiane Danz mit Blick auf das häufige Bring- und Abholchaos in Langschede.
Gemeinschaftsgrundschule: Im Bereich Jägertal und Löhnbad sollen Hol- und Bringzonen eingerichtet werden. Man spreche die Maßnahme mit den Stadtwerken ab, in der Zeit von 7 bis 8 Uhr sei am Löhnbad kein hohes Aufkommen von Schwimmern, die parken wollen, zu erwarten. Grundschulleiterin Silke Lakrabi freut sich über das konstruktive Ergebnis, meldet aber auch Bedenken an: Für jüngere Schüler könne der Anstieg zur Schule zu Fuß sehr beschwerlich sein.

Küsschen und Tschüsschen: Schulwege sollen dank Kiss-and-Go-Parkplätzen sicherer werden

Rückwärtsfahren aus der Zufahrt zum Schulhof der Gemeinschaftsgrundschule wird von vielen Eltern als Gefahrenquelle gesehen. © Marcel Drawe

? Wie werden die Kinder selbst in die Sicherheitsmaßnahmen eingebunden?

Warnwesten: Die Stadt schafft rund 500 Warnwesten an und wird sie noch zum neuen Schuljahr 2019/2020 an sämtliche Grundschüler austeilen. Die Sichtbarkeit der Kinder in den dunklen Jahreszeiten soll so erhöht werden. Die Warnweste soll möglichst attraktiv gestaltet sein, damit sie gern getragen wird, hieß es im Rathaus.
Belohnungsprogramme: Zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme will die Verwaltung noch Kontakt mit den Schulleitungen aufnehmen. Mit einem Punktesystem könnte man für Kinder den Anreiz schaffen, zum Beispiel die Warnweste anzuziehen oder möglichst viele Meter zu Fuß zur Schule zurückzulegen. Am Ende lockt zum Beispiel ein Eisdielenbesuch für die Klasse mit den meisten gesammelten Punkten. Dies sei gerade für Schulkinder besonders attraktiv, weil es eine Art Wettbwerb ist. Auch die Elterntaxi-Fahrten könnten damit reduziert werden. „Wir erwarten, dass die Kinder ihre Eltern erziehen“, lässt sich ein Mitarbeiter im Rathaus zitieren.

Küsschen und Tschüsschen: Schulwege sollen dank Kiss-and-Go-Parkplätzen sicherer werden

Die Verkehrswacht hat auf der Ardeyer Straße Banner zur Schulwegsicherheit angebracht. © Land

? Welche Ideen gibt es zu Belohnungsprogrammen in den Grundschulen?

Christiane Danz hat sich mit dem Programm bereits auseinandergesetzt. So gibt es zum Beispiel auch das Modell „Walking-Bus“. Eltern lassen das eigene Auto stehen und begleiten stattdessen ihre Kinder auf dem Fußweg zur Bushaltestelle. Grundschulen in Hemer bewerten den zu Fuß zurückgelegten Schulweg als Bewegungszeit für die Kinder. Auch hiermit kann man Punkte sammeln und am Ende des Schuljahres eine Belohnung ausloben.

? Gibt es auch Kritik aus den Grundschulen?

Silke Lakrabi betont, dass mangelnde Parkplätze für sämtliche Beschäftigte an Gemeinschaftsgrundschule und Matthias-Claudius-Kindergarten weiter ein „Riesenthema“ seien. Schule habe sich verändert: Für die Schulbegleiter der Inklusionsschüler, das Personal an der Offenen Ganztagsgrundschule oder auch Hospitanten gebe es nicht entsprechend viele Parkplätze, sodass in der Wohnsiedlung danach gesucht werden muss. Der Parkplatzsuchverkehr gehört allerdings gerade zu Risikoquellen auf einem Schulweg.

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