Kronkorken ist bares Geld wert – pfiffige Fröndenbergerinnen sammeln schon

dzAltmetall

Kronkorken werfen die meisten Menschen achtlos in die Mülltonne. Drei Frauen aus Fröndenberg wissen, welcher Wert in dem kleinen Stück Metall steckt und sammeln die Flaschenverschlüsse fleißig.

Fröndenberg

, 27.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kronkorken landen in aller Regel im Restmüll – richtigerweise natürlich im gelben Sack. Ganz gleich, in welches Abfallgefäß man sie wirft – damit sind sie eigentlich verschenktes Geld. Denn das kleine Stück Metall hat einen echten Wert.

Gabriele Spiekermann, Erika George und Susanne Melchert aus Fröndenberg sammeln die Flaschenverschlüsse daher auch schon seit Monaten. Sie holen die Kronkorken sogar in Massen bei Gastronomiebetrieben ab – und diesen ganzen Aufwand betreiben sie nicht für sich selbst, sondern für einen guten Zweck.

»Das ist eine Win-Win-Geschichte.«
Erika George

Die Frauen aus Fröndenberg unterstützen mit der Sammelaktion die Initiative von Ina Wunder aus Kamen, die für das Altmetall seit sechs Jahren einen satten Scheck von Schrotthändlern zugunsten des Kinder- und Jugendhospizdienstes im Kreis Unna erhält.

Kronkorken ist bares Geld wert – pfiffige Fröndenbergerinnen sammeln schon

Sammeln Kronkorken zugunsten des Kinder- und Jugendhospizes in Unna (v.l.): Susanne Melchert aus Frohnhausen, Initiatorin Ina Wunder aus Kamen, Gabriele Spiekermann und Erika George aus Fröndenberg. © Marcus Land

Wobei Ina Wunder Wert darauf legt, dass die Altmetallhändler das Geld direkt an den Hospizdienst überweisen; somit kommt die willkommene Finanzspritze ohne Umwege an die caritative Einrichtung, die sich nahezu ausschließlich über Spenden finanziert.

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„Alle zwei, drei Monate mache ich meine Runde“, erzählt Gabriele Spiekermann lachend. Die Fröndenbergerin hat sich ihre Sammelstellen praktisch selbst durch freundliches Anfragen selbst erschlossen. Abgelehnt habe eigentlich noch nie eine Gaststätte die Bitte, die anfallenden Metalldeckel von Bier- oder Limonadeflaschen im Mayonnaise- oder Senfeimer zu sammeln, anstatt sie wegzuwerfen.

„Das ist doch auch Recycling pur“, findet Spiekermann. Und Erika George, die an der Ausschanktheke in der Kulturschmiede ebenfalls sammeln lässt, bringt es auf den Punkt: „Das ist eine Win-Win-Geschichte.“

Zur Sache

Kronkorken sammeln für das Kinder- und Jugendhospiz Unna

  • Die Gruppe von freiwilligen Kronkorkenspendensammlern findet sich auf Facebook unter „Kronkorken – wir reden nicht nur, wir tun was“.
  • Kontakt auch über Initiatorin Ina Wunder aus Kamen unter Tel. (0 23 07) 1 54 43.
  • Wer in Fröndenberg privat Kronkorken sammeln und selbst zugunsten des Hospizes einlösen will, hat als nächste Sammelstelle den Metall- und Schrottgroßhandel Döring in Unna, Hubert-Biernat-Straße 12.

Klar, mit dem einzelnen Kronkorken lässt sich kaum etwas verdienen. Die Masse macht es. Im vergangenen Jahr sind über sämtliche Sammelstellen – auch in Koblenz und am Bodensee wird für Ina Wunders Aktion gesammelt – nicht weniger als 31,7 Tonnen an Kronkorkenmetall zusammengekommen.

Massen von Kronkorken werden zwischengelagert

Das bedeutete einen Reinerlös für das Kinder- und Jugendhospiz Unna von 5000 Euro. Geld, das die Einrichtung dringend benötigt.

Susanne Melchert hat es übernommen, die Massen an Kronkorken zunächst daheim zwischenzulagern. Über viele Kontakte hat sie zum Beispiel die Bürgerschützen, die Adlerschützen, den SV Langschede und auch den Kyffhäuserbund schon zum Mitmachen animiert.

Ina Wunder gibt den Sammlern beim Auftun von Kronkorken-Quellen bloß einen Tipp: „Man sollte nur so viel machen, wie man schlören kann.“

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