Kritik an Sitzmöbel-Auswahl der Stadt: „Warum ausgerechnet Tropenholz?“

dzMarktplatz Fröndenberg

Der Ideenwettbewerb ist durch, der Marktplatzumbau beginnt in Kürze und dennoch gibt es weiter Kritik an den Plänen der Stadt. Der Fröndenberger Karl-Heinz-Claaßen etwa ist gar nicht zufrieden mit der Auswahl der Bänke.

Fröndenberg

, 28.02.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den neuen Marktplatz ist eine Sitzmöbelvariante aus Tropenholz vorgesehen. Weil das Holz widerstandsfähiger ist als etwa Holz der Douglasie oder einer anderen heimische Baumart. Fachbereichsleiter Martin Kramme, selbst zunächst ein Gegner von Tropenholz, ließ sich im vergangenen Jahr von der Variante überzeugen und verwies darauf, dass es sich um zertifiziertes Holz handle.

Das sei Augenwischerei ist der Fröndenberger Karl-Heinz Claaßen überzeugt. Er habe sich darüber informiert, dass bei solchen Zertifikaten nicht immer alles mit rechten Dingen vor sich gehe. Vor dem Hintergrund, dass die Jugend gerade für den Klimaschutz auf die Straße geht, ist es dem Bürger ein Dorn im Auge, „dass die Väter und Opas in der Politik solche Entscheidungen treffen“, sagt er.

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Erfolglos habe der Fröndenberger seine Kritik bei der Stadtverwaltung vorgebracht. „Die jetzigen Bänke sind bequem, man hat eine Lehne und bei Regen sind sie dank des Gitters schnell trocken“, sagt er. Ferner seien sie aus heimischem Material: das Eisen aus dem Siegerland, der Draht in Altena gezogen.

Kritik an unbequemen Sitzklötzen ohne Lehne

Dagegen seien die Sitzklötze, wie sie auf dem Marktplatz zum Teil installiert werden sollen, ohne Lehne und daher auf Dauer unbequem. Die Verwendung aus Tropenholz sei außerdem ein Naturfrevel, weil dieses zumeist illegal geschlagen werde, das Zertifikat Betrug sei. Wenn schon Sitzklötze aus Holz, dann böte sich aus Sicht des Bürgers vor allem das heimische Eichenholz an.

Eine Gitter-Bank wie hier am Löhnbach hat aus Sicht des Fröndenbergers Karl-Heinz Claaßen viele Vorteile. Doch Politik und Verwaltung haben sich im Zuge der Marktplatzumgestaltung für hübscher Bänke entschieden.

Eine Gitter-Bank wie hier am Löhnbach hat aus Sicht des Fröndenbergers Karl-Heinz Claaßen viele Vorteile. Doch Politik und Verwaltung haben sich im Zuge der Marktplatzumgestaltung für hübschere Bänke entschieden. © Freyth

Auf die Beschwerde von Karl-Heinz Claaßen hat die Stadt Fröndenberg mit einem Brief reagiert und darauf hingewiesen, dass sich an einem Stadtgespräch an der Gesamtschule rund 60 Bürger beteiligt hätten und zu diesem Zeitpunkt Vorschläge und Kritik zu den Plänen der Stadt einbringen konnten.

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Die Stadt bestätigt, dass insgesamt sieben Beton-Holz-Bankelemente für den Marktplatz geplant seien. Lediglich zwei davon seien als Hocker ohne Lehnen angelegt. Der konkrete Aufbau des Stadtmobiliars stünde allerdings noch gar nicht fest. Erst im Rahmen der Ausschreibung würden die Modelle und Muster vorliegen und anschließend werde das exakte Mobiliar ausgewählt, teilte die Stadtverwaltung Karl-Heinz Claaßen in dem Schreiben vom 7. Februar dieses Jahres mit.

Der Vorsitzendes des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, Kurt Potthoff, erklärte dem Fröndenberger in einem Gespräch am Donnerstag, dass die Planung allerdings schon so weit fortgeschritten sei, dass an der Auswahl des Baumaterials wohl nicht mehr zu rütteln sei.

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