Grün für Linksabbieger: Vorläufiges Ende der ewigen Debatte über eine sichere Wilhelmshöhe

dzNeue Grünphase

Auf der Kreuzung Wilhelmshöhe müssen Linksabbieger erstmals praktisch nicht mehr auf Gegenverkehr achten: Wer aus Unna kommend Richtung Bismarckturm einbiegt, hat nun endlich eine eigene Grünphase.

Fröndenberg

, 13.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine jahrelange Debatte könnte zu einem vorläufigen Abschluss kommen: Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hat die Ampelkreuzung auf der Wilhelmshöhe für Linksabbieger neu geschaltet – allerdings mit deutlicher Verspätung.

Mit einem ungewohnten Gefühl dürften viele Auto- und Motorradfahrer seit Kurzem in die Hubert-Biernat-Straße einbiegen: Kommen sie aus Richtung Unna, müssen sie keinen blinkenden Grünpfeil und praktisch auch keinen Gegenverkehr mehr abwarten.

„Geführter Linksabbieger“ verhilft über die Kreuzung

Neuerdings verhilft ein sogenannter „geführter Linksabbieger“ dem Verkehr Richtung Frömern und Fröndenberg über die viel befahrene Kreuzung. Gemeint ist nichts anderes als eine separate Abbiegespur mit eigener Grünphase.

Die Kreuzung Wilhelmshöhe im Jahr 2020: Nach einigen Monaten, in denen für die Linksabbieger aus Richtung Unna eine nachgeschaltete Grünphase eingerichtet worden war, gibt es seit August nun eine separate eigene Grünphase.

Die Kreuzung Wilhelmshöhe im Jahr 2020: Nach einigen Monaten, in denen für die Linksabbieger aus Richtung Unna eine nachgeschaltete Grünphase eingerichtet worden war, gibt es seit August nun eine separate eigene Grünphase. © Archiv/Udo Hennes

Der jetzigen Maßnahme ging eine jahrelang dauernde Debatte darüber voran, wie die unfallträchtige Querung der B 233 entschärft werden könnte. Bürgerinnen und Bürger, vor allem aus Strickherdicke und Langschede, hatten sich für einen Kreisverkehr am Bismarckturm stark gemacht.

Die Unfallkommission im Kreis Unna empfahl letztlich – nach einigen Monaten mit einer nachgeschalteten Grünphase – für Linksabbieger künftig ein separates Ampelsignal zu installieren.

Mitglieder des Bau- und Technikausschuss des Kreises Unna und Lokalpolitiker aus Fröndenberg sahen sich im Mai 2012 noch einmal die Situation auf der Wilhelmshöhe Fröndenberg an. Damals war eine Kreisverkehr-Lösung noch eine Option, die letztlich aber nicht stach.

Mitglieder des Bau- und Technikausschuss des Kreises Unna und Lokalpolitiker aus Fröndenberg sahen sich im Mai 2012 noch einmal die Situation auf der Wilhelmshöhe Fröndenberg an. Damals war eine Kreisverkehr-Lösung noch eine Option, die letztlich aber nicht stach. © Archiv/Roman Grzelak

Die Straßenverkehrsbehörde beim Kreis hatte das neue Grünlicht bereits im November 2019 angeordnet. Der auf der B 233 zuständige Straßenbaubetrieb des Landes stellte die Ampel aber erst zum 4. August um.

Was die Gründe für diese lange Verzögerung waren, kann der Kreis heute gar nicht mehr exakt benennen. Es überwiege die Freude darüber, „eine Kreuzung, die lange Unfallschwerpunkt war, deutlich sicherer zu machen“, wie es am Donnerstag auf Nachfrage aus dem Kreishaus hieß.

Wilhelmshöhe zuletzt kein Unfallschwerpunkt mehr

Die Kreuzung musste wegen zurückgehender Unfallzahlen zuletzt schon nicht mehr als so genannte Unfallhäufungsstelle ausgewiesen werden, was stets besondere Verkehrsmaßnahmen wie Kontrollen nach sich zieht.

Die Kreuzung im Jahr 2012 noch ohne Verkehrsampel: Auch ein separates Grünlicht für Rechtsabbieger aus Frömern und ein Bypass auf der Bundesstraße sollten später die Verkehrssicherheit erhöhen.

Die Kreuzung im Jahr 2012 noch ohne Verkehrsampel: Auch ein separates Grünlicht für Rechtsabbieger aus Frömern und ein Bypass auf der Bundesstraße sollten später die Verkehrssicherheit erhöhen. © Archiv/Roman Grzelak

„Aber das heißt ja nicht, dass auch künftig nichts mehr passieren wird“, so eine Sprecherin des Kreises. Das separate Links-Grünlicht erachte die Straßenverkehrsbehörde daher nach wie vor als sinnvolle Maßnahme.

In den kommenden Monaten wird das Verkehrsgeschehen auf der Wilhelmshöhe von den Behörden aufmerksam beobachtet. Verkehrsunfälle, besonders bei steigender Tendenz, gibt die Polizei an die Verkehrsbehörde routinemäßig weiter.

Sollten solche Meldungen künftig ausbleiben, dürfte das Kapitel „Sichere Kreuzung Wilhelmshöhe“ tatsächlich abgeschlossen sein.

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