Seit dem 11. Oktober sind die Corona-Schnelltests in Deutschland kostenpflichtig. © picture alliance/dpa/AAP
Coronavirus in Fröndenberg

Kostenpflichtige Corona-Tests? „Dann lass ich mich doch lieber impfen“

Seit zwei Wochen sind die Corona-Schnelltests kostenpflichtig. Wir haben uns bei den Fröndenberger Testzentren umgehört, wie ihre erste Bilanz ausfällt.

An eine Situation erinnert sich Anke Lochmann noch genau. „Ein Kind wollte sich zusammen mit seinem Elternteil testen lassen. Doch als ich dann kommunizierte, dass die Schnelltests nicht mehr kostenlos seien, kam als Antwort: ‚Für einen Test zahle ich nicht. Dann lass ich mich doch lieber impfen.‘“

Info

  • Personen unter 18 Jahren, Schwangere und Stillende, aber auch Personen, die sich nicht impfen lassen können, dürfen sich weiterhin kostenlos testen lassen.
  • Eine komplette Übersicht dazu findet man auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Lochmann ist Inhaberin der Markt-Apotheke in Fröndenberg und gehört zu den drei Testzentren in der Ruhrstadt. Seit dem 11. Oktober sind dort die Schnelltests nicht mehr kostenlos – zwölf Euro werden fällig, wenn man nicht zur Gruppe derer Personen gehört, die sich weiterhin kostenlos testen lassen dürfen.

„Die Anzahl der Selbstzahler war übersichtlich“

„In den Ferien hatten wir besonders viele Schüler, die sich testen lassen haben. Zusammen mit den Selbstzahlern waren es dadurch etwa genauso viele Abstriche am Tag wie in der Zeit davor, als es noch die kostenlose Möglichkeit gab“, erzählt Lochmann.

So ähnlich läuft es auch in der Hubertus-Apotheke in Langschede. „Viele Kinder kamen vorbei, um sich für Ausflüge in den Zoo oder für andere Ferienangebote testen zu lassen. Die Anzahl der Selbstzahler war dagegen übersichtlich“, sagt Geschäftsführerin Anne-Katrin Burmester.

Die Mitarbeiterinnen hätten in den vergangenen Tagen gut zu tun gehabt, auch weil die Teststelle im Medizinischen Zentrum Level Up seit kurzem keine Teststelle mehr sei, fügt sie an.

„Viele sind dankbar, dass sie sich bei uns testen lassen können“

Neben den beiden Apotheken bietet auch die Arztpraxis von Dr. Frank Breitenbach die Möglichkeit eines Abstrichs an. Alle drei Testzentren hatten einen einheitlichen Preis von zwölf Euro festgelegt. „Es gibt manche, die sauer sind, dass sie nun für die Tests zahlen müssen. Aber das sind wenige. Viele sind dankbar, dass sie sich bei uns testen lassen können“, beschreibt Burmester.

Beide Inhaberinnen sagen, dass rund um die Formalitäten wie Abrechnung oder Nachweise für das kostenlose Testen keine Probleme herrschten. Einzig beim Kassiervorgang ergebe sich im Vergleich zu davor ein Mehraufwand, sagt Lochmann.

Die Chefin der Markt-Apotheke rechnet zudem damit, dass im November die Nachfrage zurückgehen wird – gerade weil die Schüler dann wieder in der Schule getestet werden. Daher denkt sie über eine Reduzierung der Testzeiten nach.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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