Kostenexplosion beim Jugendamt: Politik zieht Notbremse

dzUmlagebenehmen verweigert

Die Kostenexplosion im Jugendamt ist im Grunde eine Dauerzündung. Seit Jahren steigen die Abgaben – um fast eine halbe Million Euro im nächsten Jahr. Da macht Fröndenberg nicht mehr mit.

Fröndenberg

, 11.10.2018, 12:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eigentlich wäre es im Finanzausschuss eine reine Formsache gewesen, der sogenannten Benehmensherstellung ihren Segen zu geben und damit grünes Licht für die Beteiligung an den Jugendamtsausgaben 2019. Doch angesichts eines Anstiegs der Zahllast um 5,5 Millionen Euro seit 2014 für die drei Jugendamtskommunen Fröndenberg, Holzwickede und Bönen begehrte die Politik auf. Allein Fröndenberg soll im nächsten Jahr 6,93 Millionen Euro dafür berappen, dass der Kreis für die Stadt die Aufgaben des Jugendamtes wahrnimmt – 410.000 Euro mehr als noch für dieses Jahr im Etat stehen. Insgesamt verlangt der Kreis für die Jugendamtsaufgaben im nächsten Jahr 20,477 Millionen Euro.

Kita-Neubauten sind ein Kostentreiber

Eine Unsumme, die auch die Kämmerer aus den drei Kommunen im Vorfeld mit Sorge betrachteten. Sie hatten sich zusammengesetzt, um die Benehmensherstellung zu formulieren. Darin fordern sie bereits einen Vergleich mit den Jugendamtskosten in den anderen kreisangehörigen Städten. „Entweder das sind Kosten, die in anderen Jugendämtern ebenfalls zu verspüren sind oder bei uns läuft etwas falsch“, sagt Kämmerer Günter Freck, der die Kostensteigerung bei der sogenannten differenzierten Kreisumlage nicht nur der regen Kita-Bautätigkeit zuschreibt. Freck hatte mit den Kämmerern aus Bönen und Holzwickede auch vereinbart, in dem gemeinsamen Text ausdrücklich auf die Formulierung „wir stellen das Benehmen her“ zu verzichten.

Verschärftes Schreiben an den Kreis

Das aber ging der Fröndenberger Politik nicht weit genug. Dem vorformulierten Text gab der Finanzausschuss eine Abfuhr und forderte eine Verschärfung durch die Formulierung: „Wir verweigern das Benehmen“. Selbst mit dieser Verschärfung passierte der formulierte Text nur mehrheitlich die Reihen der Fröndenberger Finanzpolitik.

Grünes Licht aus der Fröndenberger Politik gibt es hingegen für die allgemeine Kreisumlage. Diese bewegt sich zwar seit Jahren auf einem hohen Niveau, bleibt aber zumindest relativ stabil. Fürs kommende Jahr muss Fröndenberg sogar etwas weniger zahlen (44.000 Euro) als noch in diesem. Trotzdem sind es noch 11,25 Millionen Euro, die im nächsten Jahr aus dem knapp 43 Millionen Euro schweren Fröndenberger Gesamtetat an den Kreis überwiesen werden müssen.
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