Kontrollverlust löst Welle an Straftaten aus

dzAmtsgericht Menden

Das Treiben ihres Mannes wurde einer Frau zu bunt: Erst rief sie die Polizei, dann setzte sie ihn vor die Tür. So den Halt verloren, stürzte ein 43-Jähriger vollends ab. Seine Exzesse wurden nun vor dem Amtsgericht Menden verhandelt.

von Jana Peuckert

Menden

, 04.10.2018, 11:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Statt ihrem betrunkenen Mann die Autoschlüssel zu überlassen, beschloss eine Frau, den 43-Jährigen am frühen Abend des 1. Mai vergangenen Jahres nach Menden nach Hause zu fahren. Der Mann zeigte seine Verärgerung darüber sehr deutlich. Während der Fahrt schlug er seiner Frau plötzlich mit der Faust ins Gesicht und an den Hinterkopf.

Die 35-Jährige trug Nasenbluten und Prellungen davon. Sie reagierte prompt und rief die Polizei. Als die Beamten den Mendener festnehmen wollten, setzte der sich zur Wehr und brachte einen Polizisten zu Fall. Die Frau zog ihre Konsequenzen und warf den Ehemann aus der Wohnung.

Der trank daraufhin nach eigenen Angaben einige Tage durch. Am 12. Mai begab er sich betrunken zum Haus der Frau. Dort setzte er sich in den leicht zu öffnenden Wagen der Familie und fuhr auf dem Parkplatz umher. Erneut rückte die Polizei an und fand den Mann offenbar schlafend am Steuer. Eine Fahrerlaubnis hatte der 43-Jährige da schon nicht mehr und er hatte etwa vier Stunden später noch 1,93 Promille.

Weil seine Frau das Auto abgemeldet hatte und so kein Versicherungsschutz bestand, lautete der Vorwurf, dem sich der Mann im Amtsgericht Menden stellen musste, Fahren ohne Fahrerlaubnis, fahrlässige Trunkenheit im Straßenverkehr, Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und wegen der Vorfälle am 1. Mai noch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung.

Der Angeklagte erklärte, er habe die Kontrolle verloren. Es täte ihm sehr leid. Auch die zweite Tat gab er zu. Er habe den Wagen nur umgeparkt. Dass seine Frau das Fahrzeug abgemeldet hatte, habe er nicht gewusst. Der Richter glaubte dem 43-Jährigen und verurteilte ihn nicht wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz.

Für den Rest und unter Einbeziehung einer viermonatigen Haftstrafe aus 2017 gab es für den sechsfach vorbestraften Mann aber ein Jahr Haft auf Bewährung. Vier Jahre lang muss er nun mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten und eine stationäre Therapie zur Behandlung seines Alkoholproblems durchziehen.

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