Körperverletzung nach Zivilcourage

dzAmtsgericht Menden

Ein 52-jähriger Mann aus Menden verprügelte erst seine Partnerin, dann biss er einen der Männer, die der Frau zur Hilfe eilten. Sein Ausraster endete nun vor dem Amtsgericht Menden, das ihn zu einer Geldstrafe verurteilte.

von Jana Peuckert

Menden

, 04.10.2018, 11:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach einer Feier in den 1. Mai des vergangenen Jahres begab sich ein Paar in der Innenstand von Menden auf den Heimweg. Jetzt wurde der 52-jährige Mann im Amtsgericht Menden zu 2625 Euro Geldstrafe verurteilt.

Was war passiert? Der Angeklagte geriet am Tattag mit seiner Freundin auf offener Straße in einen Streit. Das bekamen zwei Männer mit, die der Frau helfen wollten. Es kam zu einer Auseinandersetzung. Bezüglich deren Ablauf gingen die Aussagen der Beteiligten während des Verfahrens auseinander.

Der Angeklagte gab an, einer der beiden hätte ihm zwei Zähne ausgeschlagen und sei dann in einem Taxi geflohen. Um das Fahrzeug aufzuhalten, habe er auf die Frontscheibe geschlagen, was zu einem langen Riss im Glas führte. Ein anderer Passant hätte ihn dann vom Auto weggerissen. Diesen habe der Angeklagte dann in den Oberschenkel gebissen.

Für den Richter war das unglaubwürdig, denn: Der erste Eingreifende hatte eine durch Attest und Fotos belegte Bisswunde. Er berichtete im Zeugenstand, der Angeklagte habe auf die Frau, die am Boden gehockt habe, eingeschlagen. Er sei dann hin, habe den Angeklagten an der Schulter gepackt und weggezogen. Daraufhin sei der Mann auf ihn los und habe ihn in den Unterarm gebissen. „Er wollte mir dann an den Hals gehen, da habe ich ihm eine gegeben. Ich musste mich ja irgendwie wehren“, erklärte der 64-Jährige. Bei dem Schlag seien die Zähne geflogen, gab ein Augenzeuge an.

Am Ende glaubte der Richter den beiden Zeugen und verurteilte den 52-Jährigen wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Für den Angeklagten nicht die erste Entscheidung eines Richters gegen ihn. Er war in der Vergangenheit bereits einmal wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Körperverletzung und in einem zweiten Verfahren wegen Nötigung auffällig geworden.

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