Knöllchen für Elterntaxis: Jetzt verschärft die Stadt Fröndenberg ihre Gangart

dzSchulwegsicherung

Im Namen der Schulwegsicherheit wartet die Stadt jetzt mit weiteren Maßnahmen auf. Mindestens einer von zwei neuen Elternparkplätzen dürfte auf Kritik stoßen – ebenso wie Knöllchen-Kontrollen.

16.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Fröndenberg hat 2018 auf eigene Initiative das Projekt Schulwegsicherheit begonnen. Erste Maßnahmen, zum Beispiel einen Schulwegplan, hat man bereits umgesetzt. Jetzt wird die Gangart verschärft: Wild parkende Elterntaxis will die Verwaltung künftig nicht mehr dulden.

»Wichtig war uns, die Situation an den Schulen zu entschärfen.«
Ordnungsamtsleiter Christoph Börger

Das Maßnahmenpaket ist umfangreich: Verkehrsschilder werden ausgetauscht, Ampeln sollen intelligenter geschaltet, vor allem der Elternverkehr vor den Grundschulen zu den Bring- und Abholzeiten entzerrt werden.

Im Vorfeld hat es Ortstermine mit Beteiligung von Straßenverkehrbehörde, Polizei, Vertretern von Lehrerkollegien und Eltern sowie der Stadtverwaltung gegeben. In den beschlossenen Maßnahmen dürften sich also vielfach Anregungen und Wünsche der Beteiligten wiederfinden. Doch es gibt auch Kritik.

Knöllchen für Elterntaxis: Jetzt verschärft die Stadt Fröndenberg ihre Gangart

Die Verkehrssituation vor Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg und Matthias-Claudius-Kindergarten soll mit Hilfe einer Einbahnstraßenregelung entschärft werden. © Marcus Land

Zur Sache

Mauritiusstraße: Stadt lehnt Parkplätze ab

  • Die SPD-Fraktion hatte im Januar beantragt, die Grünfläche in der Mauritiusstraße in Parkplätze umzuwandeln, um den Parkdruck vor der Gemeinschaftsgrundschule zu verringern.
  • Die Friedhofstraße ist mittlerweile ab der Kreuzung Engelbertstraße/ Mauritiusstraße in Fahrtrichtung Eulenstraße als Einbahnstraße ausgewiesen. Hierdurch entstehen in diesem Abschnitt auf der westlichen Seite zusätzliche Halte- und Parkmöglichkeiten.
  • Die Verwaltung geht davon aus, dass die Parksituation damit bereits verbessert wird.
  • Sie empfiehlt daher, die Grünfläche in der Mauritiusstraße nicht umzuwandeln, zumal gefährlicher Parkplatzsuchverkehr entstehen könne.

  • Einbahnstraßenregelung

Die Friedhofstraße ist vor wenigen Tagen zwischen Engelbertstraße und Einmündung Eulenstraße neuerdings als Einbahnstraße ausgewiesen worden. Damit wird Begegnungsverkehr vor Gemeinschaftsgrundschule und Matthias-Claudius-Kindergarten vermieden, der die Straße zu den Stoßzeiten gefährlich und unübersichtlich gemacht hat.

Anwohner, so ist es in den sozialen Netzwerken zu lesen, bemängeln aber, dass der Verkehr auf der Overbergstraße und auf Nebenstraßen auf dem Sümberg nun zwangsläufig zunehmen werde.

Ob sich die Regelung bewährt, soll nach einem halben Jahr überprüft werden.

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Empfohlen wird Eltern neuerdings auch eine Elternhaltestelle auf dem Karl-Wildschütz-Parkplatz. Von dort aus sollen Kinder zu Fuß über Sümberg- und Friedhofstraße zur Gemeinschaftsgrundschule gehen. © Marcus Land

  • Elternparkplätze

Neben den bereits eingerichteten Elternparkplätzen im Jägertal und am Löhnbad hat die Stadt zwei weitere Stellen ausgeschildert: in der Springstraße auf Höhe des alten jüdischen Friedhofs und am Karl-Wildschütz-Parkplatz.

Auf den Wildschütz-Parkplatz waren in der Vergangenheit bereits andere Autofahrer verwiesen worden: Besucher des Alten Friedhofs hatten ihn allerdings als nicht geeignete Alternative zu fehlenden Parkmöglichkeiten auf der Friedhofstraße kritisiert.

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Grund: der starke Anstieg auf Sümberg- und Friedhofstraße. Für Grundschulkinder gilt dasselbe Argument. „Wichtig war uns, die Situation an den Schulen zu entschärfen“, sagt dazu Ordnungsamtsleiter Christoph Börger.

Nicht wenige Fröndenberger, deren Schulzeit 40 oder 50 Jahre zurückliegt, haben für Gejammer heutiger Schüler und Eltern kein Verständnis: Man sei damals schließlich auch kilometerweit durch Wind und Wetter zu Fuß gelaufen.

  • Verkehrskontrollen

Zahlreiche Beschwerden von Anwohnern rund um die Sonnenbergschule veranlassen die Verwaltung nun auch, in Langschede die Elterntaxis zu kontrollieren. Der „ruhende Verkehr“ werde dort verstärkt kontrolliert, kündigt die Verwaltung an.

Durch Baustellen in Langschede sei die Situation in den vergangenen Monaten für die Eltern sicherlich nicht einfacher geworden, räumt Börger ein. „Wir werden aber jetzt unsere Präsenz erhöhen, wollen mehr Verständnis erzielen, auch durch gezielte Ansprache“, so der Ordnungsamtschef.

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Die neue Elternhaltestelle auf der Springstraße befindet sich in Höhe des alten jüdischen Friedhofs. © Marcus Land

  • Kiss-&-Go-Zone

Damit die Verkehrssituation vor der Grundschule in Langschede dauerhaft entschärft werden kann, ist eine sogenannte Kiss-&-Go-Zone vorgesehen. Hierfür seien in der Straße Zur Haar im Bereich des Spielplatzes noch Tiefbauarbeiten nötig. In den Haushalt 2020 sollen für diese baulichen Maßnahmen Mittel eingestellt werden. In der Zone sollen Eltern kurzzeitig anhalten dürfen, um ihre Kinder Richtung Sonnenbergschule zu verabschieden: Küsschen und Tschüsschen.

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