Nach einer Beerdigung auf dem Alten Friedhof empfanden Friedhelm Fälker und andere Trauergäste Knöllchen an ihren Autos als Tiefschlag. Die Parkplatznot sei unnötig, sagt der Fröndenberger.

Fröndenberg

, 14.12.2018, 17:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

So schnell regt Friedhelm Fälker nichts auf. Aber was er kürzlich nach einer Trauerfeier in den Straßen auf dem Sümberg erlebte, erbost den Fröndenberger „Poahlbürger“, wie er sich selbst bezeichnet. In der fast voll besetzten Josefskirche in Westick wohnten die Gäste vormittags zunächst einem Trauergottesdienst bei. Die große Trauergemeinde machte sich nach der Heiligen Messe mit ihren Autos – viele Familienmitglieder waren von auswärts angereist – auf den Weg zum Alten Friedhof. „Alle haben dort einen Parkplatz gesucht“, erzählt Friedhelm Fälker, „der aber am Alten Friedhof fast nicht vorhanden ist, vor allem bei größeren Beerdigungen reicht es nicht.“ Man musste also in den Seitenstraßen nach Parkmöglichkeiten Ausschau halten.

Rechtzeitig am Grab stehen – da parkten viele im Parkverbot

Dass an der Friedhofstraße oder auch in der Engelbert- und Mauritiusstraße nicht auf dem Gehweg geparkt werden darf, weiß Friedhelm Fälker. Neben dem Bürgersteig ist es aber auch nicht erlaubt. „Die Straßen sind angeblich zu schmal“, argwöhnt Fälker. Weil man rechtzeitig zur Beisetzung am Grab stehen wollte, parkte Friedhelm Fälker schließlich in der Mauritiusstraße, „ohne dass ein Rad auf dem Bürgersteig stand“. Seine erkrankte Frau blieb im Wagen sitzen. Ein Verbotsschild ist in der Mauritiusstraße nicht aufgestellt. „Es war genügend Platz, sodass der Autoverkehr nicht behindert wurde“, findet Friedhelm Fälker. Dennoch erhielt er eine Woche später Post von der Stadt: „Wir bekamen ein dickes Strafmandat von 25 Euro zugeschickt.“ Die Begründung lautete, dass Feuerwehr-, Sanitäts- oder Müllfahrzeuge die Straßen nicht mehr passieren können, wenn auf der Straße Pkw parken. Das Peinliche für Friedhelm Fälker: Verwandtschaft aus Ennepetal, die ortsunkundig ist, hatte er ebenfalls zum Parken in die Seitenstraßen am Friedhof gelotst. Auch sie erhielten Post von der Stadt Fröndenberg/Ruhr.

Das Strafmandat wird zähneknirschend beglichen – die Situation sei aber unhaltbar

Das Verwarnungsgeld wird Friedhelm Fälker zähneknirschend begleichen. Die Situation am Alten Friedhof ist für ihn aber völlig unverständlich. „Wenn man mit einem Pkw dort nicht parken kann, muss man den Friedhof schließen“, erbost sich Fälker, der selbst auf dem Mühlenberg wohnt. So weit möchte er es aber eigentlich nicht kommen lassen. Daher hat sogar dem Bürgermeister schon einen Vorschlag gemacht, wie der Parkdruck am Sümberg etwas gelindert werden könnte. An der rechten Seite der breiten Toreinfahrt liegt ein rund 110 Meter langer Streifen. „Das ist freies Gelände, nur mit Gras bewachsen, das könnte man doch in Parkplätze umwandeln.“ Das koste zwar etwas Geld, weiß Friedhelm Fälker, mit einem Schlag hätten aber wohl 25 Fahrzeuge einen Parkplatz. „Man könnte das Tor ja auch nur zu Beerdigungen öffnen“, schlägt er vor.

Fahrende Autos auf dem Friedhof kämen ganz nah ans Grab heran

Ordnungsamt und Bauamt der Stadt sehen dagegen keine Möglichkeit, aus dem Grasland Parkplätze zu machen. Noch am Montag dieser Woche habe seine Abteilung beim Bauamt prüfen lassen, was sich mit der freien Fläche am Alten Friedhof machen lasse, bestätigte Matthias Weischer. Ergebnis: nicht viel. „Eine geordnete An- und Abfahrt wäre nicht möglich und für Besucher an den Gräbern genau gegenüber fehlt die Sicherheit“, sagte der stellvertretende Ordnungsamtsleiter auf Anfrage. Setzten Fahrzeuge beim Ausparken zurück, stünden sie direkt vor den Gräber auf der anderen Seite. „Das möchten Sie sicherlich selbst auch nicht, wenn Sie dann gerade mit Grabpflege beschäftigt sind“, so Weischer. Die Stadt sei sich der Parkplatznot am Friedhof bewusst. Es gebe aber Alternativen, zum Beispiel auf dem Karl-Wildschütz-Parkplatz. Strafzettel müsse man schreiben. Über das Parken auf Gehwegen beschwerten sich -– zu Recht – regelmäßig Rollstuhlfahrern, „und stellen Sie sich einmal vor, ein Rettungswagen kommt auf der Straße nicht durch.“ Die passierbaren Breiten für Straßen und Gehwege seien in der Straßenverkehrsordnung klar geregelt.

Friedhelm Fälker findet die Antwort unbefriedigend. Er bleibt dabei: Dann müsse der Friedhof eben geschlossen werden. „Nur mit Strafanzeigen wird die Situation auch nicht behoben – nur die Stadt Fröndenberg profitiert davon.“

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