Warum Klimahelfer in Fröndenberg auf eine Energieagentur hoffen dürfen

dzBeratungsangebot

Mit der öffentlichen Debatte um den Klimawandel in Fröndenberg dreht sich auch der Wind zugunsten von Beratungsangeboten für die Bürger. Denn wer heute etwas fürs Klima tun will, weiß oft gar nicht wie.

Fröndenberg

, 26.10.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch weltweite Debatten ist innerhalb eines Jahres das Bewusstsein für den Klimaschutz noch einmal geschärft worden. Der Bürgerenergieverein Renergie Ruhr-Hellweg in Fröndenberg hofft nun, dass Bürgern künftig vor Ort Hilfestellung bei klimaschützenden Maßnahmen erhalten können.

„Das Projekt liegt noch auf Eis“, sagt Bernd Molitor, 1. Vorsitzender von Renergie. Gemeint ist eine Bürger-Energieagentur, für die man gern Zuschüsse aus dem Leader-Programm für die Region „Börde trifft Ruhr“ mit ihren fünf Mitgliedskommunen Fröndenberg, Wickede, Werl, Ense und Welver bewilligt bekäme.

»Ich bin fest davon überzeugt, dass man die Bürger mitnehmen muss.«
Bernd Molitor, 1. Vorsitzender Bürgerenergieverein Renergie

Den Förderantrag hat Renergie bereits im Dezember 2014 gestellt. Die Bürger-Energieagentur sei sogar eines der Modellprojekte gewesen, mit denen der Fördertopf der EU in die Region geholt worden sei.

Die Energieagentur soll, mit mindestens einem hauptamtlichen Experten ausgestattet, Bürger, aber auch Stadtwerke und Kommunen, bei der Gründung von Betreibermodellen von regenerativen Energien beraten.

In den Leader-Gremien kam diese Idee aber bisher nicht an, ein Förderantrag bei der Bezirksregierung konnte daher noch nicht gestellt werden.

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Zwei Jahre nach der letzten Vorstellung in der Lokalen Aktionsgruppe von Leader wittert Bernd Molitor nun Morgenluft. „Wir warten auf den richtigen Zeitpunkt, um daran zu erinnern“, sagt der Fröndenberger. Und dieser Moment scheint nun gekommen.

Klimanotstand – Klimamanager – Klimaschutzwald

Der Fröndenberger Stadtrat habe den Klimanotstand ausgerufen, man will einen Klimaschutzmanager im Rathaus einstellen, es gibt Anträge, einen Klimaschutzwald aufzuforsten.

„Es ist mittlerweile deutlich geworden, dass mehr für den Klimaschutz getan werden muss“, findet Bernd Molitor. Viele Bürgerinnen und Bürger wollten längst ebenfalls aktiv werden. „Sie sind aber oft hilflos“, beobachtet Bernd Molitor.

Die Menschen wüssten nicht, was sie konkret am besten für den Klimaschutz tun könnten. Gerade hierbei könne eben eine Energieagentur helfen.

Skepsis wegen Windrädern und Photovoltaik-Anlagen

Es gebe aber auch immer noch viel Skepsis, man fürchte vielerorts Schlagschatten durch Windräder, Reflexionen durch Photovoltaik-Anlagen. Molitor: „Daher bin ich fest davon überzeugt, dass man die Bürger mitnehmen muss.“

Von Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik habe er die Zusage erhalten: Tragen drei von fünf Bürgermeistern eine Bürger-Energieagentur mit, dann kommt sie. Bislang haben sich keine drei Verwaltungschefs gefunden.

Das könnte sich nun ändern – der Wind hat sich gedreht.

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