Wer sein Kind früh in die Kita schicken möchte, sollte sich möglichst früh darum kümmern. Dennoch ist die Suche nach einem passenden Betreuungsplatz in Fröndenberg eher von Erfolg gekrönt als andernorts.

Fröndenberg

, 27.06.2019, 15:39 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Pusteblumen“ heißt die neue Gruppe für die bis Dreijährigen in der DRK-Kita Villa Kunterbunt im Fröndenberger Stadtteil Ardey. Kinder, Eltern und das Erzieher-Team um Leiterin Marlene Gottschalk haben den Bereich nun feierlich mit einem kleinen Fest eingeweiht. Damit ist die Kindertageseinrichtung auf sechs Gruppen angewachsen. Nachdem seit April 2018 eine Übergangslösung für die Kita St. Marien im Bonhoefferhaus existiert, werden auf dem Hirschberg in diesen Tagen die ersten Bodenarbeiten für den Ersatzbau des Kindergartens St. Marien vorangetrieben.

Kitabedarfsplanung im Kreis: Der Ausbau ist noch nicht am Ende

Landrat Michael Makiolla und Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe kamen, um die neue Gruppe für Kinder unter drei Jahren mit Marlene Gottschalk, der Leiterin der Kindertageseinrichtung Villa Kunterbunt, einzuweihen. © Privat

Diese Maßnahmen passen bestens in den nach einem Einbruch 2016 im darauf folgenden Jahr wieder stark gestiegenen Bedarf an Plätzen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. 150 Kinder wurden in Fröndenberg 2018 in U-3-Gruppen betreut. 2017 war es ein Kind weniger. 2016 waren es 121 Kinder. Und die Bedarfe werden voraussichtlich noch steigen, sagt Katja Schuon, Leiterin des Fachbereichs Familie und Jugend. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung für die nächsten Jahre sei noch nicht am Ende.

Kreis und Träger stimmen sich ab, um auf Bedarfe zu reagieren

Dass sich die Entwicklung der Kita-Landschaft am Bedarf orientiert, ist Ergebnis enger Absprachen von Kreis und Trägern, die darauf abzielen, im Rahmen der sogenannten Kindergartenbedarfsplanung Bauvorhaben und Gruppenerweiterungen optimal abzustimmen. Zwar sei der Blick auf zukünftige Entwicklung immer nur eine Prognose – anhand von Faktoren wie etwa Neubaugebieten, in die junge Familien gerne ziehen, seien aber relativ genau Voraussagen zu treffen, erklärt Katja Schuon vom Kreisjugendamt.

Auch für das laufende Jahr sind in Fröndenbergs Kindertageseinrichtungen Maßnahmen geplant, mit denen auf Bedarfe reagiert werden soll. Die Kindertageseinrichtung der Arbeiterwohlfahrt auf dem Mühlenberg wird um eine neue vierte Gruppe erweitert. Voraussichtlich startet diese im August 2019. Und der Ersatzbau der katholischen Kindertageseinrichtung St. Marien wird weiter vorangetrieben. Auf dem Hirschberg soll wie berichtet ein Kindergarten in unmittelbare Nähe zur Senioreneinrichtung Schmallenbach-Haus gebaut werden. Das Konzept sieht vor, dass alle Beteiligten vor Ort von der Durchmischung der Generationen auf dem Hirschberg profitieren. Voraussichtlich ist der neue Kindergarten St. Marien Anfang 2020 fertig.

Kitabedarfsplanung im Kreis: Der Ausbau ist noch nicht am Ende

Mitten auf dem Gelände des Schmallenbach-Hauses wird in diesem Jahr der Ersatzbau für den Kindergarten St. Marien gebaut. © Schmallenbach-Haus

Auswahlverfahren für das neue Kindergartenjahr fand im Winter statt

Von November bis Dezember 2018 hat das Auswahlverfahren der neuen Kinder in Absprache mit den Leitungen der Kitas und mit Hilfe des kreiseigenen Anmeldeverfahrens für das Kindergartenjahr 2019/2020 stattgefunden. Noch konnten nicht alle Kinder im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamts in ihren Wunscheinrichtungen untergebracht werden. Bis zum Start des neuen Kindergartenjahres werde man in Fröndenberg aber dem Rechtsanspruch aller Eltern nachkommen, so Schuon. Der gelte inzwischen auch für die U-3-Betreuung – und zwar für die Unterbringung aller Kinder ab dem 1. Lebensjahr.

Wer für seinen Nachwuchs früh einen Kindergartenplatz sucht, sollte sich im Idealfall früh darum bemühen, sagt Katja Schuon. Es gebe Städte und Gemeinden, in denen Eltern das schon vor der Geburt ihrer Kinder tun. Manchmal erhält die Jugendamtsleiterin Anrufe von Familien, die in den Kreis Unna ziehen möchten. Die Eltern fragen dann, ob ihr Kind am neuen Wohnort auch einen Kitaplatz bekommen würde. Ganz so eng sieht es mit Kindergartenplätzen in Fröndenberg allerdings noch nicht aus. Eltern, die spontan einen Platz benötigen, werden in der Regel nicht gänzlich abgewiesen, könnten sich den Kindergarten womöglich aber nicht aussuchen, erklärt die Jugendamtsleiterin.

Kitabedarfsplanung im Kreis: Der Ausbau ist noch nicht am Ende

Kinder, die nicht direkt einen Kindergartenplatz finden, werden in der Kindertagespflege untergebracht. © Stefan Milk

Kinder, die nicht untergebracht werden können, werden an Tageseltern vermittelt

In Fällen, in denen dringend U-3-Betreuung gesucht wird, versucht das Kreisjugendamt, als Übergangslösung an Tageseltern zu vermitteln. Für die Betreuung der Kinder in den drei Kommunen Holwickede, Fröndenberg und Bönen, für die der Fachbereich Familie und Jugend zuständig ist, standen im vergangenen Jahr 81 Tagesmütter zur Verfügung. 38 davon kommen nicht aus dem Zuständigkeitsbereich des Fachbereichs. Acht hatten im vergangenen Jahr erst mit der Tagespflege begonnen. Insgesamt wurden von den Tageseltern 270 Kinder betreuet. Einige dieser Kinder konnten zum späteren Zeitpunkt in eine Kindertageseinrichtung wechseln. In einigen wenigen Fällen konnte der Fachbereich Familie und Jugend kein passendes Betreuungsangebot machen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Abwassersatzung

Wieder Ärger über Abwassergebühr: „Nachmieter zahlen Rechnung von Dauerduschern“

Hellweger Anzeiger Gottesdienstordnung

Katholiken sollen vier Messen feiern können – doch eine Kirche bleibt kalt

Hellweger Anzeiger Verdeckte Stolpersteine

Demnig: Hakenkreuze und Farbe auf Stolpersteinen – aber keine beschädigten Häuser

Meistgelesen