Kirche muss Gläubige zur Not abweisen: Nur 48 Menschen in der Messe von St. Marien erlaubt

dzKatholische Kirchengemeinde Fröndenberg

Gottesdienste mögen in der Vergangenheit immer weniger Besucher angelockt haben. In den Zeiten des Coronavirus muss die Kirche ihren Gläubigen nun selbst einen Riegel vorschieben - und Menschen auch abweisen müssen.

Fröndenberg

, 14.05.2020, 13:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch den Corona bedingten Ausfall von Geistlichen im Pastoralen Raum sind derzeit nur drei Heilige Messen am Wochenende in Fröndenberg möglich. Die Kirchen dürfen derweil nur einen Bruchteil der Sitzplätze belegen.

Heiner Redeker

Heiner Redeker © Archiv/Pieper

»Zugleich wird aber auch gebeten, auf die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen zu achten und sensibel zu handeln.«
Heiner Redecker, Gemeindereferent

Gemeindereferent Heiner Redeker betont, dass die Katholische Kirchengemeinde Abstands- und Hygienevorschriften gerade auch im Sinne der älteren Gottesdienstbesucher sehr akkurat handhaben wird - und bedauert zugleich, dass aus diesem Grund erheblich weniger Plätze besetzt werden dürfen.

„Wir nehmen die Regeln sehr ernst“, so Redeker im Gespräch mit dieser Redaktion. Viel Neues und Ungewohntes müsse in diesen Zeiten von allen gelernt werden.

Die Kirchengemeinde hat Höchstgrenzen an Besuchern für ihre einzelnen Gottesdienste festgelegt:

  • St. Marien: 48 Personen
  • St. Josef: 46 Personen
  • St. Konrad: 40 Personen
  • St. Agnes: 24 Personen
  • Herz Jesu: 18 Personen

Heiner Redeker ist bewusst, dass Gläubige notfalls an der Kirchentür abgewiesen werden müssen. Ein Willkommensdienst am Eingang registriert die Höchstzahl an Besuchern. So lange St. Marien keine vorherige Anmeldung verlangt, könnte es also zu dieser Situation kommen, räumt Redeker ein.

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Weitere Helfer, die die Besucherlisten führen und auf die freien Plätze in der Kirchenbank hinweisen, werden im Übrigen besonders für St. Konrad und St. Josef noch gesucht. Melden kann man sich im Pfarrbüro St. Marien unter Tel. (02373) 72183 oder per E-Mail an info@st-marien-gemeinde.de.

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Zu den Gottesdiensten darf die Josefkirche wegen der Corona-Pandemie derzeit höchstens 46 Besucher aufnehmen.

Zu den Gottesdiensten darf die Josefkirche wegen der Corona-Pandemie derzeit höchstens 46 Besucher aufnehmen. © Archiv/Udo Hennes

Info

Zeiten der katholischen Gottesdienste

  • Regelmäßig werden Heilige Messen an Werktagen wieder seit dem 12. Mai in den Kirchen gefeiert. In den einzelnen Kirchen wie folgt: dienstags 18.30 Uhr St. Josef; mittwochs 18.30 Uhr St. Marien; donnerstags 18 Uhr St. Agnes; freitags 18.30 Uhr Herz-Jesu.
  • Für die kommenden Wochenenden sind folgende Gottesdienste geplant: samstags 17 Uhr St. Marien – Vorabendmesse; sonntags 10 Uhr St. Marien – Heilige Messe, 11 Uhr St. Josef – Wortgottesfeier mit Kommunionspendung, 11.30 Uhr St. Konrad – Heilige Messe.

Man könne aber noch gar nicht abschätzen, wie das Angebot der Messen und Gottesdienste überhaupt angenommen werde. Ein Wortgottesdienst am vergangenen Wochenende sei eher schwach besucht gewesen, dagegen war eine Werktagsmesse in St. Josef in Westick mit 24 Gläubigen ungewöhnlich stark besucht.

Sollte man an diesem Wochenende die Erfahrung machen, dass mehr Besucher kommen als erlaubte Plätze zur Verfügung stehen, werde man über eine Voranmeldung für den Kirchenbesuch nachdenken. Schließlich dürfte eine Zurückweisung an der Kirchentür für niemanden der Beteiligten angenehm sein.

Heiner Redeker verweist aus diesem Grund auch nochmals auf die TV-Gottesdienste, die vielleicht gerade für Ältere ein Ersatz sein könnten. Ein Risiko sollte niemand eingehen. Redeker: „Wer sich nicht sicher fühlt, soll bitte zuhause bleiben.“

Die gebotene Würde eines Gottesdienstes will die Kirchengemeinde auf jeden Fall weitestgehend wahren, auch wenn selbst auf gemeinschaftlichen Gesang verzichtet werden muss.

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