Kino wie zu Kaisers Zeiten Eine Laterna Magica kommt in Menden zum Einsatz

Redakteur
Eine Laterna Magica ist im Museum für Sepulkralkultur in Kassel mit einem Kriegsmotiv bestückt. Die uralte Technik kommt im Januar in Menden zum Einsatz.
Eine Laterna Magica ist im Museum für Sepulkralkultur in Kassel mit einem Kriegsmotiv bestückt. Die uralte Technik kommt im Januar in Menden zum Einsatz. © picture alliance / dpa
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Peter Riecke aus Neuenrade und sein Team pflegen die Tradition der Wanderschausteller und beschäftigen sich mit dem „Projektionsdinosaurier“ aus der Zeit des 19. Jahrhunderts: der Laterna Magica. Die Zauberlaterne wurde auch Schreckenslaterne genannt und der Name stammt aus Zeiten, in denen das einfache Volk keinerlei Schulbildung besaß und sich die physikalischen Zusammenhänge der Projektionskunst nicht erklären konnte.

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Eine kleine Zeittafel

1420: Erste Abbildung einer Projektionslaterne zur Projektion von Geisterbildern (evtl. auch zur psychologischen Kriegsführung gedacht) durch Giovanni da Fontana.

16./17. Jahrhundert: Mehrere Gelehrte beschreiben die Laterna Magica in wissenschaftlichen Abhandlungen.

ab 1750: Wanderschausteller ziehen mit Guckkästen und Laterna-Magica-Geräten durch Europa. Diese Jahrmarkt-Attraktion hat solange Bestand, bis ab 1889 (Weltausstellung in Paris) die aufkommende Kinematografie die Laterna Magica langsam verdrängt.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts: Die Laterna Magica wird durch die industrielle Massenfertigung gemeinsam mit der Modell-Dampfmaschine ein für nahezu jedermann erschwingliches, klassisches technisches Jungen-Spielzeug.

So waren es auch die Jesuiten, die mit der Laterna Magica und der Projektion von Szenen aus der Hölle sehr erfolgreiche Missionierungsarbeit leisteten. Der Adel besaß ebenfalls das nötige Kapital, sich diese teuren wissenschaftlichen Apparaturen für seine Raritätenkabinette bauen zu lassen. Hier wurden allerdings eher erotische Bilder für die sogenannten Schäferfeste verwendet – der Begriff Schäferstündchen stammt auch aus dieser Zeit.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde durch die industrielle Massenfertigung die Laterna Magica für jedermann erschwinglich und hielt Einzug an Schulen und Universitäten und eroberte die bürgerlichen Stuben.

Eintritt frei, aber Anmeldung erforderlich

Heute ist die Laterna Magica kaum noch im Einsatz. Deswegen ist es etwas Besonderes, dass Peter Riecke und die FW/UWG Menden jetzt zu einer Vorführung am Samstag, 21. Januar, um 15.30 Uhr in der Gaststätte Arminiaklause, Kalköfenstraße 20a in Oberrödinghausen einladen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist aber erforderlich und unter Tel. (02373) 9137006, Fax (02373) 9133157 oder per E-Mail an info@fw-uwg-menden.de möglich.

Geeignet ist das Programm mit den Themen „Humorvolle medizinische Fachkunde“, „Entwicklung der Luftfahrt/Zeppelin“, „Wahre und unwahre Geschichten über das Mittelalter“, „Winter und Weihnachten“, „Polarexpeditionen“ und „Feuerwehr“ für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren. Die gastronomische Betreuung liegt in den Händen von Gregor Rozon und seinem Team.