Kinderrechte auf Fröndenbergs Harthaer Platz – dazu zählen auch Faulheit und Langeweile

dzKita-Präsentationstag

Kinderrechte sind zentrales Thema des Präsentationstages Fröndenberger Kitas am 6. September. Besucher erfahren, welche Kinderrechte – neben Faulheit und Langeweile – die Vereinten Nationen verbürgen.

Fröndenberg

, 28.08.2019, 15:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kinderrechte verbürgen die Vereinten Nationen seit 30 Jahren. Beim Präsentationstag der Fröndenberger Kindertageseinrichtungen erfahren die Gäste, was Minderjährige von Staat, Gesellschaft und ihren Eltern einfordern können.

Den Tag der Kitas gibt es schon so lange in der Stadt, Ramona Jacobs-Reichert weiß schon gar nicht mehr, ob es 17 oder doch 19 Jahre sind.

Kinderrechte auf Fröndenbergs Harthaer Platz – dazu zählen auch Faulheit und Langeweile

Die elf Kindertageseinrichtungen aus Fröndenberg präsentieren sich am Freitag, 6. September, wieder auf dem Vorplatz der Feuerwehr am Harthaer Platz. Zentrales Thema sind diesmal die Kinderrechte, denn am 20. September vor 30 Jahren ist die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet worden. © Marcus Land

Früher präsentierten die Kindergärten sich und ihre Arbeit immer auf dem Marktplatz, seit einigen Jahren ist der Harthaer Platz vor der Feuerwehr Mitte festes Domizil geworden.

Eines hat sich allerdings nie geändert: Immer stehen die Kinder, ihre Bildung und Erziehung und diesmal eben auch ihre Rechte im Vordergrund. Denn das Jubiläum „30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention“ konnten die Organisatoren aus dem Kinder- und Jugendbüro für Fröndenberg natürlich nicht übergehen.

»Die Kinderrechte sind so empfindlich wie Seifenblasen.«
Gabi Preuss, Bündnis für Familie Fröndenberg

„Wir Kinder haben Rechte – hier und überall“ lautet daher das Motto des Präsentationstages – und den füllen die Kitas sowie das Hönne-Berufskolleg Menden mit einer prima Idee aus: Jede Bildungseinrichtung wird nämlich ein einzelnes Kinderrecht spielerisch näher bringen.

Kinderrecht auf gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung

Die Awo-Kitas vom Mühlenberg und vom Hirschberg werden dieses wichtige Recht mit Hilfe einer Ernährungspyramide und gesunden Snacks, Bewegungsspielen und Liedern aus aller Welt darstellen, kündigen Karla Scholz und Ellen Rodrega an.

Vielleicht nicht ganz so gesund, aber es gehört einfach dazu: Der Treffpunkt Windmühle wird an diesem Tag für Kaffee und Kuchen zuständig sein.

Kinderrechte auf Fröndenbergs Harthaer Platz – dazu zählen auch Faulheit und Langeweile

Empfindlich wie eine Seifenblase sind Kinderrechte – zumindest in ganz vielen Ländern der Erde und vielleicht ja auch manchmal im eigenen Land und in der eigenen Stadt. Darüber klären die Kitas aus Fröndenberg am 6. September auf. © picture alliance/dpa

Kinderrecht auf Bildung und Zugang zu sauberem Wasser

Die evangelischen Kitas „Zur Wasserburg“ in Ostbüren, die Oase aus der Schröerstraße und der Matthias-Claudius-Kindergarten aus der Friedhofstraße haben sich für dieses Kinderrecht spannende Experimente überlegt. „Es wird unter anderem um Magnetismus gehen“, verraten Stephanie Gerber, Birgit Linnepe und Dagmar Huth.

Auch die DRK-Kita Kunterbunt aus Ardey und die Ruhrpiraten aus Dellwig nehmen sich der Bildung an. Logisches Denken wird bei den Spielen gefragt sein, verrät Marlene Gottschalk.

termin

Kita-Präsentationstag „Kinder haben Rechte“

  • Der Präsentationstag der elf Fröndenberger Kindertageseinrichtungen findet am Freitag, 6. September, 15.30 bis 17.30 Uhr, auf dem Harthaer Platz 3 (Feuerwehr Mitte) statt.
  • Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe wird die Aktion des Kinder- und Jugendbüros für Fröndenberg eröffnen.
  • Erstmals nimmt die Unicef-Arbeitsgruppe Hagen teil und macht auf Kinderarbeit in aller Welt aufmerksam.
  • Neben Spiel- und Bastelaktionen rund um das Thema Kinderrechte wird es auch wieder die Brandschutzerziehung mit der Freiwilligen Feuerwehr geben.
  • Die Kitas stellen zudem ihre pädagogischen Konzepte vor, Mitarbeiter stehen für Gespräche zur Verfügung.

Kinderrecht auf Gleichberechtigung

Die Fachschule Sozialpädagogik des Hönne-Berufskollegs Menden, die erneut Gast des Präsentationstages ist, wird demonstrieren, dass die Gleichheit aller Kinder auf der Welt ein wichtiges Gebot ist.

Laura Westermann bringt Luftballons mit, die die Erdkugel symbolisieren, und lässt farbige Handabdrücke fertigen, mit denen die Gleichheit aller Kinder in allen Erdteilen veranschaulicht wird.

Kinderrecht auf Spielen und Freizeit

Ja, auch ein Recht auf Freizeit, darauf zu tun, was man möchte, gibt die UN-Konvention, der Deutschland 1992 beigetreten ist, den Kindern. Das Hönne-Berufskolleg übernimmt die Darstellung auch dieses verbrieften Anspruchs. Klar, dass da mit Eierlaufen, Sackhüpfen oder Malen die Leinen losgelassen werden können.

Kinderrecht auf Sprache und Kommunikation

Den berühmten Speaker‘s Corner, die Ecke der Redner, im Londoner Hyde Park nimmt sich ebenfalls die Fachschule Sozialpädagogik an. „Kinder sollen ihre Meinung äußern können – und Eltern sollen die auch hören“, findet Laura Westermann.

Zur Sache

UN-Kinderrechtskonvention

  • Die UN-Kinderrechtskonvention hat in Deutschland den Rang eines Bundesgesetzes.
  • Die Konvention hat vier Grundprinzipien: das Diskriminierungsverbot, das Recht auf Leben und persönliche Entwicklung, den Kindeswohlvorrang und Recht auf Beteiligung. Im Lichte dieser Prinzipien müssen alle Rechte ausgelegt werden.
  • Die Kinderrechte selbst lassen sich in drei Gruppen einteilen: Schutzrechte (z.B. Schutz vor sexueller Gewalt, vor wirtschaftlicher Ausbeutung), Förderungsrechte (z.B. Gesundheit, Ernährung. Bildung) und Beteiligungsrechte (z.B. Zugang zu kind- und jugendgerechten Medien und Informationen).

Kinderrecht auf Selbstbestimmung und auf Mitbestimmung

Hier wird anhand von Gesellschaftsspielen gezeigt, wie wichtig die Durchsetzung des eigenen Standpunktes schon für Kinder ist. Und auch beim Thema Mitbestimmung dürfen sich bereits Kinder einmischen. Die Kitas des Familienzentrum im Pastoralverbund werden die Kinder auffordern, aus Knetmasse ihre Wünsche zu formen. „Wie stellen sich die Kinder ihre Stadt vor?“, formuliert Barbara Menge die passende Frage.

Gabi Preuss wird mit dem Bündnis für Familie Fröndenberg kein einzelnes Kinderrecht präsentieren, sondern eine Gemeinsamkeit sehr nachdrücklich deutlich machen – mit Riesenseifenblasen. „Denn Kinderrechte sind so empfindlich wie Seifenblasen“, weiß Gabi Preuss.

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