Kindergärten in Fröndenberg: „Es ist ein pädagogischer Drahtseilakt“

dzCorona-Krise

Am 1. August startet das neue Kitajahr, Mitte des Monats sollen die Einrichtungen in den Regelbetrieb zurückkehren. Auf die Fröndenberger Kindergärten kommen neue Herausforderungen zu.

Fröndenberg

, 31.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Frischer Wind in den Kitas und Kindergärten in Fröndenberg: Am 1. August startet das neue Kindergartenjahr, Kinder wechseln ihre Gruppen, neue kommen hinzu. Das bedeutet aber auch: Durch die Eingewöhnung kommen wieder Eltern in die Kindergärten.

In Fröndenberg bleibt man vorsichtig. „Wir werden unsere Hygienemaßnahmen beibehalten und gucken, was wir zusätzlich einführen müssen“, sagt Birgit Linnepe, Leiterin der Kita Oase. Wie andere Einrichtungen auch möchte sie darauf achten, dass in der Eingewöhnungszeit nicht zu viele Eltern gleichzeitig in den Gruppen sind. In der katholischen Kita Herz Jesu und den Awo Kindergärten verhält es sich ähnlich. „Die Eltern müssen mehr Zeit als sonst mitbringen. Wir schauen, dass sie sich nicht begegnen“, heißt es aus der Kita Herz Jesu.

Schwierig sei eher, dass man durch die räumliche Situation in den Kitas in seinen Möglichkeiten eingeschränkt sei, so Daniel Frieling, Abteilungsleiter Kindertagesbetreuung bei der Awo Ruhr-Lippe-Ems. „Die bisherigen Maßnahmen lassen sich nicht mehr so aufrechterhalten wie bisher.“ Man wolle die neue Situation bedächtig angehen, auf Abstand achten, aber dafür sorgen, dass die Kinder gut aufgenommen werden. „Es ist ein pädagogischer Drahtseilakt, der auf uns zukommt.“

Alltag langsam wiederherstellen

Mit größerer Spannung blicken die Kindergärten jedoch auf den 17. August. Dann werden die Corona-Maßnahmen gelockert, die Kindergärten sollen zu ihrem Regelbetrieb zurückkehren. Das bedeutet unter anderem, dass Gruppen wieder gemischt werden und Eltern wieder die volle Betreuungszeit in Anspruch nehmen dürfen.

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Die Kita Oase freut sich über die Änderung, nimmt die Lockerung jedoch nicht auf die leichte Schulter. „Wir freuen uns, dass man den Alltag langsam wiederherstellt, soweit es im Rahmen der Krise möglich ist.“ Ähnlich wie die Kita Herz Jesu wolle man dabei aber am gewohnten Hygienekonzept festhalten. „Wir würden die Kinder gerne weiter an der Tür in Empfang nehmen“, sagt Birgit Linnepe. Aber auch die Eltern sollen eine Stimme bekommen. „Wir werden auf sie zugehen und fragen, wie sie es möchten.“

Daniel Frieling von der Awo empfindet die Rückkehr in den Regelbetrieb als erforderlich. „Sowohl Familien, als auch Mitarbeiter waren in dieser besonderen Situation eingeschränkt. Eltern konnten die Angebote nicht voll nutzen, Erzieher ihre pädagogische Arbeit nur eingeschränkt ausführen.“

Lernen, den Alltag entsprechend zu gestalten

Trotzdem stellt die Lockerung einige Einrichtungen vor eine Herausforderung. „Wir sind froh, dass wir zum Regelbetrieb zurückkehren, aber wir müssen schauen, wie wir mit den Erziehern verfahren, die zu den Risikogruppen gehören“, so Frieling. Da sei man derzeit noch dabei, den richtigen Weg zu finden.

„Ich glaube, jeder ist beeindruckt von der Pandemie. Wir alle sind vorsichtig und haben Bedenken wegen einer zweiten Welle. Aber die Eltern lernen, ihren Alltag entsprechend zu gestalten“, so Linnepe von der Kita Oase. Die Eltern sind verständnisvoll. „Wir haben alle ein großes Interesse daran, dass die Kinder sicher und geschützt sind.“

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Dass die Lockerung kommt, stellt laut Frieling für Kinder, Eltern und Erzieher eine Erleichterung dar. „Es stellt ein wenig Normalität für alle wieder her. Uns ist klar, dass uns Corona noch eine Zeit begleiten wird. Wir müssen nun schauen, einen professionellen Umgang mit der Herausforderung zu schaffen.“

„Ob es zu früh ist, werden wir sehen“, ergänzt Linnepe von der Kita Oase. „Wir als Team freuen uns darauf, wieder so arbeiten zu können, wie wir es wollen. Für die Kinder war es eine Belastung, nur in einem Raum spielen zu können und Freunde nicht sehen zu dürfen.“ Sie ist froh, dass ihr Team dann wieder offener arbeiten kann. „Für die Kinder wird es eine große Erleichterung sein.“

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