Eröffnung der Kettenschmiede: „Der erste Tag ist für uns Neuland und Testphase“

dzKettenschmiedemuseum

Auf den ersten Blick ist die Fröndenberger Kettenschmiede immer noch das gewohnte Industriedenkmal. Und doch hat sich einiges geändert: Gelbe Striche auf dem Boden machen einen Unterschied.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 01.06.2020, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona in allen Lebenslagen: Auch die Schraubertruppe der „Kette“ bekommt Auswirkungen zu spüren. Jochen Hänel, Vorsitzender vom Förderverein des Kulturzentrums, bläst am Pfingstsonntag erleichtert die Backen auf: „Nachdem die Behörden Lockerungen genehmigten, können auch wir wieder die Türen aufschließen.“

Es ist ein Versuch, betont er: „Wir wissen schließlich nicht, wie das Angebot angenommen wird.“

Statt Eingang: Ausgang

Dass sich einiges verändert hat, bemerkt der Besucher bereits vor der Tür. Am Eingang steht groß und breit: Ausgang. Denn rein geht es in das Museum nur durch die Kulturschmiede.

Auch hier: Markierungen auf dem Boden. Dazu Stehbiertische, weit auseinander aufgestellt. Und Stühle: der Wartebereich, eingeteilt in nummerierte Felder. Diese Zahl nimmt jeder Gast mit ins Gebäude. Denn ins Reich der Maschinen dürfen gleichzeitig immer nur maximal sechs Personen, natürlich nur mit Mund-Nasen-Schutz und nach der Desinfektion der Hände. Nachdem Namen und Adresse festgehalten wurden, alles im Rahmen des Datenschutzes, gibt es eine Einweisung, und schon geht es, mit Abstand, in den Ausstellungsraum.

Besucher aus Paderborn

Dort lässt Schmied Dagobert den Hammer auf das glühende Werkstück fallen. Kameras übertragen die Arbeitsabläufe auf Bildschirme. Zwei Vater-Sohn-Pärchen, aus Werl und Paderborn, bilden die ersten Gruppen. Trotz der Umstände sind alle begeistert: „War interessant.“

Jochen Hänel: „Alles Neuland, eine Testphase. Wir haben im Vorfeld ein Konzept aufgestellt, werden es jederzeit zügig den Erfordernissen anpassen.“

Trotz aller Umstände ist der Vorsitzende über die (verspätete) Eröffnung glücklich: „Wir hatten unsere letzten Einnahmen vor vier Monaten, eine Hochzeit. Trauungen, Tagungen, Führungen, Konzerte, alles abgesagt. Die laufenden Kosten bleiben.“ Strom, Gas, Wasser müssen bezahlt, Reinigungskräfte und Hausmeister sollen weiter beschäftigt werden. „Wir sind ein eingespieltes Team, wenn es irgendwann weiter geht, benötigen wir jede helfende Hand“, baut Hänel auf Konstanz.

Überlegungen zu neuen Geschäftsmodellen

Neue Geschäftsideen schweben den Verantwortlichen vor: „Trauungen, vielleicht als Public Viewing in die Kulturschmiede übertragen, Konzerte im Himmelmannpark durchführen.“ Der städtische Rettungsschirm bietet nun Sicherheit für die nächsten Wochen. Jochen Hänel zeigt sich optimistisch: „Wir kennen nicht die Entwicklung, aber ich bin mir sicher, dass wir es schaffen.“

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