Eine staatliche Glasfaser-Breitband-Maut? Nein, danke!

dzStandpunkt

Der Glasfaserausbau ist auch in der Redaktion regelmäßig Gegenstand der Diskussionen. Ein polarisierendes Thema, wie die Standpunkte von Alexander Heine und Marcus Land zeigen. Diskutieren Sie mit uns.

Fröndenberg

, 18.01.2020, 04:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Laptop liegt auf meinem Schoß, ich schaue bei Netflix „Peaky Blinders“ und will parallel noch Fotos über WeTransfer runterladen – erst geht es noch, dann heißt es: „Ihre Datenübertragung wurde abgebrochen“ – und dann geht‘s endlich gaaaanz langsam mit dem Download. Geht‘s noch?

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Es ist wirklich zum Haareraufen – wenn ich mal so richtig „Dringendes“ im Internet zu erledigen habe, reicht die Datengeschwindigkeit hinten und vorne nicht.

Wirklich zum Haareraufen?! Klar, ungefähr so schlimm wie lange Warteschlangen bei Fort Fun oder damals vor dem Gasometer in Oberhausen, als Christo seine Plakate signierte.

Zur Sache

Glasfaser in Fröndenberg

In Fröndenberg tut sich gerade einiges in Sachen Glasfaser. Die Deutsche Telekom hat in Mitte und Westick bereits aufgerüstet, investiert zudem in die Ortsteile Ardey, Bentrop, Langschede, Strickherdicke, Hohenheide und Neimen. Aus Richtung Osten rückt die Firma Muenet an: In Bausenhagen ist der erste Spatenstich bereits erfolgt, der Ausbau in Frömern ist gesichert, die Nachfragebündelungen Hohenheide und Ostbüren laufen.

Hat schon einmal jemand nach dem Staat gerufen, damit solche Misslichkeiten ein Ende haben? Staatliche Freizeitparks? Nö, danke. Der Staat hat weiß Gott wichtigere Aufgaben, als mir mein Freizeitvergnügen noch angenehmer zu gestalten. Autobahnen sanieren zum Beispiel oder für weniger Wartezeiten beim Arzt zu sorgen. Ach, das tut er schon? Er versucht’s.

Und jetzt kommt auch noch der Ruf nach dem Staat, wenn es um schnelles Internet geht? Ne, danke! Selbstverständlich brauchen Unternehmen, Krankenhäuser, Energieversorger, die gesamte Industrie schnelles Internet. Das hat die Privatwirtschaft zu regeln – der Staat schafft den gesetzlichen Rahmen. Das nennt man übrigens Marktwirtschaft. Klar, da könnte manches schneller gehen. Wie immer halt.

Aber der Staat als Datenautobahnenbauer? Das funktioniert nicht. Mal ganz ehrlich: Was soll der Staat besser machen als Fachunternehmen wie die Deutsche Telekom, Deutsche Glasfaser oder Muenet?

Gar nichts. Der Staat lässt sich am Ende alles doppelt bezahlen. Nach der nächsten Rezession ist kein Steuergeld mehr in der Staatskasse. Dann bleibt wieder alles liegen oder es kommt die Maut für kaputte Datenautobahnen. So eine wie für die Bundesautobahnen. Schon mal über die A40 nach Oberhausen geholpert?

Diskutieren Sie mit: Muss der Breitbandausbau Ihrer Ansicht nach Teil der staatlichen Daseinsvorsorge sein oder nicht? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an froendenberg@hellwegeranzeiger.de
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