Pünktlich für alle Weihnachtseinkäufe eröffnet Kaufnett eine neue Filiale in Fröndenberg

dzNeueröffnung in Fröndenberg

Ein Sozialkaufhaus, in dem Mitarbeiter zu fairen Konditionen beschäftigt werden, Kunden zu fairen Preisen einkaufen können, macht jetzt an der Allee-Straße im ehemaligen Rossmann auf.

Fröndenberg

, 02.12.2019, 15:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zwölf Mitarbeiter, die schon seit mehreren Jahren keinen Job mehr haben, wurden für die neue Kaufnett-Filiale der Diakonie Ruhr-Hellweg in Fröndenberg eingestellt. Einige von ihnen haben Erfahrungen im Einzelhandel – für andere ist es der Sprung ins kalte Wasser.

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Kaufnett ist ein Beschäftigungsprojekt. Das bedeutet, dass es den Laden vorrangig gibt, um Menschen in Arbeit zu bringen. Menschen wie Marion Kathstede, die früher Fleisch und Fisch verkauft hat, nach einer Verletzung an der Schulter und zwei Operationen nicht mehr an einer Fleischtheke stehen kann. Seit 2014 ist die Fröndenbergerin arbeitslos. Im Sozialkaufhaus hat sie einen neuen Job gefunden – und ein Team, in dem sie sich wohlfühlt.

Pünktlich für alle Weihnachtseinkäufe eröffnet Kaufnett eine neue Filiale in Fröndenberg

Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kaufnett-Filiale in Fröndenberg freuen sich schon sehr auf ihr neues Team. © Hornung

Zum ersten November hat Marion Kathstede ihre Arbeit aufgenommen, war so bei den Vorbereitungen mit dabei. Und kann nun nachts wieder viel besser schlafen, freut sie sich. Ein positiver Nebeneffekt der ganztägigen Arbeit, an die sie sich anfangs erst neu gewöhnen musste. Zwar wird sie sich mit der mehrfach operierten Schulter niemals wieder so bewegen wie früher. Bei Kaufnett würden aber alle Rücksicht nehmen: „Was ich nicht kann, erledigen die anderen“, sagt Kathstede. Jeder bringt sich mit dem ein, was er kann.

Neue Arbeit auch für alleinerziehende Mütter

Ilka Kusrov arbeitet seit 14 Jahren erstmals wieder. Die alleinerziehende Mutter hat Kinder im Alter von 16, 14 und 4, ist nun sechs Stunden täglich bei Kaufnett beschäftigt – im Team von Martina Vandenacker. Die Filialleiterin Vandenacker war früher Augenoptikerin, musste den Job aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Sie hat ihre Ausbildung in Fröndenberg gemacht. Und hofft nun, dass sie bis zum Ruhestand wieder in der Ruhrstadt arbeiten kann.

Jetzt freut sich das frisch zusammengewürfelte Team aus Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderung auf die Eröffnung am Mittwoch, 4. Dezember, ab 11 Uhr an der Alleestraße 2a. Zur Eröffnung wird es eine Andacht, Musik und Häppchen geben. Alle interessierten können das neue Geschäft an diesem Tag besichtigen und durch die Schnäppchen stöbern.

Pünktlich für alle Weihnachtseinkäufe eröffnet Kaufnett eine neue Filiale in Fröndenberg

Die Vorbereitungen für die Eröffnung der neuen Kaufnett-Filiale in Fröndenberg liegen in den letzten Zügen. © Hornung

Die Regale sind voll. Viele Fröndenberger haben in den vergangenen Wochen bereits Kleidung, Kindersachen, Spielzeug, Bücher und jede Menge Weihnachtsdekoration gespendet. Die Angebote richten sich nicht nur an Menschen, die wenig Geld haben. Sondern an jeden.

Die Möbel bei Kaufnett sind zum Teil neuwertig

Schon lange in Fröndenberg

  • Kaufnett wollte nach Fröndenberg zurück, weil es vor einiger Zeit schon eine Fröndenberger Filiale gegeben hat. Zunächst befand sie sich am Markt. Später zog Kaufnett in ein besser geeignetes Ladenlokal an der Karl-Wildschütz-Straße um, in dem sich zuvor eine Spielhalle befand.
  • Am 16. Dezember 2011 hatte das Sozialkaufhaus der Diakonie an der Karl-Wildschütz-Straße seine Pforten geschlossen, aus wirtschaftlichen Gründen, wie es damals hieß.

Immer häufiger kommen Menschen, denen es wichtig ist, nachhaltig zu konsumieren, sagt Christine Weyrowitz von der Diakonie. Ein Beispiel dafür sind die Möbel, die man bei Kaufnett erstehen kann. Die sind zum Teil Neuware, Retouren mit kleinsten Fehlern. „Wir sind sozusagen Möbelretter“, sagt Weyrowitz. Denn die schönen Stühle, Tische und Sofas wären in der Möbelpresse gelandet.

Die Diakonie hat eine Kooperation mit einem Möbelhaus, bei dem sie die Einzelstücke abholen kann. Ein Blick in die Fröndenberger Filiale zeigt, dass Kunden auf diesem Weg durchaus moderne Möbel so zu Schnäppchenpreisen bekommen können. Ähnlich zum Beispiel auch neuwertige Matratzen.

Das Sozialkaufhaus der Diakonie ist für weitere Spenden dankbar

Gebraucht gibt‘s bei Kaufnett aber auch das, woran sozial schwächer gestellte Familien am ehesten sparen, weil es ja nach außen hin keiner siehe: Handtücher und Bettwäscher. Für weitere Spenden ist Kaufnett in diesem Bereich besonders dankbar.

Auch Spielzeug nimmt das neue Fröndenberger Kaufhaus sehr gerne an. Vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit. Kuscheltiere, Kinderbücher, Gesellschaftsspiele und Puzzle stehen bereits in den Regalen. Alles ist funktionstüchtig. Bei Puzzeln etwa zählen die Mitarbeiter jedes Teil, bevor der Artikel im Verkauf landet.

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Gut erhaltene gebrauchte Taschen und Schuhe stehen bei Kaufnett in Fröndenberg im Regal. Bürgerinnen und Bürger der Stadt haben schon jede Menge gespendet. © Horrnung

Im nächsten Regal stehen schöne Porzellanservice, noch eines weiter Schuhe und Handtaschen. Jetzt zum Start seien selbstverständlich die besonders guten Stücke im Laden. Nachschub befindet sich schon im Lager.

An gebrauchter Kleidung nimmt Kaufnett erst einmal alles, was die Leute abgeben. Denn aus kaputter Kleidung entsteht bei der Diakonie in Kamen Neues – wie etwa hübscher Weihnachtsbaumschmuck aus altem Jeansstoff, mit dem Kaufnett in Fröndenberg jetzt weihnachtlich geschmückt ist.

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Dass es im Laden schön aussehe, ist ein weiter wichtiger Aspekt des Konzepts. Die Kunden sollen sich wohlfühlen, Kinder gar nicht merken, dass sie mit ihren Eltern ein Sozialkaufhaus besuchen. Dabei greift Kaufnett eine große Modekette unter die Arme, die alle fünf Jahr ihre Boutiquen renoviert, Regale, Kleiderständer und Umkleidekabinen abgibt.

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