Karl Becker gestorben: Langjähriger Ratsherr und waschechter Dellwiger

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Karl Becker gehörte zu den zupackenden Menschen, die in ihrer Heimat tief verwurzelt sind. Auch politisch wollte der Malermeister etwas bewirken. Nun ist der langjährige CDU-Ratsherr gestorben.

Dellwig, Fröndenberg

, 20.05.2020, 09:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verwurzelt war Karl Becker in seinem Dellwig. Für den Ortsteil, in dem er über Jahrzehnte gemeinsam mit seiner im vergangenen Jahr gestorbenen Frau Linde lebte, setzte er sich immer wieder mit Leidenschaft ein.

»Wenn meine Frau nicht immer mitgespielt hätte, hätte ich vieles nicht geschafft.«
Karl Becker senior

Karl Becker war waschechter Dellwiger, seine Frau stammte aus Fröndenberg. Im westlichen Stadtteil war der liebenswürdige Zeitgenosse überall aktiv, wo eine helfende Hand oder eine beratende Stimme benötigt wurde.

Seine Frau hatte er übrigens 1957 bei der Arbeit kennengelernt. Karl Becker war im dritten Lehrjahr als Azubi bei Malermeister Wilhelm Lueg tätig, als die ein Jahr ältere Linde als Handwerkskauffrau zum Betrieb stieß.

Schützenkaiser in Dellwig-Altendorf und 26 Jahre Ratsherr

Schon Mitte der 1950er Jahre begann Beckers ehrenamtliches Wirken in Dellwig. Bereits seit 1952 war der Vereinsmensch Mitglied im TuS Jahn, seit 1954 im Gesangverein „Germania“ und seit den 1960er-Jahren im Taubenzuchtverein „Heimkehr“.

Archivbild aus dem Jahr 2008: Karl Becker, der handwerklich geschickte Malermeister, fertigte eigens Schilder für den Ruhrtalradweg an.

Archivbild aus dem Jahr 2008: Karl Becker, der handwerklich geschickte Malermeister, fertigte eigens Schilder für den Ruhrtalradweg an. © Archiv/Udo Hennes

Ein Höhepunkt war für Karl Becker sicherlich das Jahr 1963, als er damals jüngster Schützenkönig der Schützenvereinigung Dellwig-Altendorf wurde. Nachdem er genau 40 Jahre später auch den Kaisertitel erwarb, machten ihn die Schützen prompt zu ihrem Ehrenmitglied.

Karl Becker lagen die Entwicklung in seinem Dorf und in der Stadt sehr am Herzen. So nahm es der handwerklich begabte Malermeister 2008 beispielsweise auch in die Hand, dekorative Holztafeln anzufertigen, die bis heute auf den Ruhrtalradweg hinweisen.

Bis ihn 1990 die Gesundheit zwang, kürzer zu treten, hatte Becker einen eigenen Malerbetrieb. Sohn Karl junior, der seine Eltern zu dreifachen Großeltern von Enkeltöchtern machte, übernahm das Geschäft.

Karl Becker, hier auf einem Foto anlässlich seines 70. Geburtstag am 16. März 2009, war in seinem Dorf Dellwig beliebt und setzte sich für viele Belange seiner Mitbürger ein.

Karl Becker, hier auf einem Foto anlässlich seines 70. Geburtstag am 16. März 2009, war in seinem Dorf Dellwig beliebt und setzte sich für viele Belange seiner Mitbürger ein. © Archiv/Roman Grzelak

Die Politik entdeckte der Dellwiger dagegen erst relativ spät für sich. Seit 1982, als er in die CDU eintrat, mischte er dann aber auch aktiv in der Lokalpolitik mit. 1994 zog Karl Becker erstmals als Vertreter für Dellwig in den Rat ein und blieb es bis zu seinem Tod.

CDU-Stadtverband vermeldet den Todestag 16. Mai

Zur Kommunalwahl am 13. September wäre Karl Becker nach 26 Jahren Mitgliedschaft im Rat der Stadt Fröndenberg nicht mehr angetreten.

Mit seiner Frau Linde war Karl Becker 60 Jahre verheiratet. Anlässlich seines 70. Geburtstags sagte er dieser Zeitung: „Wenn meine Frau nicht immer mitgespielt hätte, hätte ich vieles nicht geschafft.“

Karl Becker ist nach Informationen des CDU-Stadtverbandes am 16. Mai im Alter von 81 Jahren gestorben.

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