Kamerafahrt im Untergrund: Stadt Fröndenberg kontrolliert 164 Kilometer Kanalnetz

dzVorgabe der Bezirksregierung

Ein strenges Auge wirft die Bezirksregierung auf die Dichtheit der Abwasserkanäle: Fröndenberg muss daher eine Million Euro in sein Netz investieren – das wirkt sich auf die Gebühren aus.

Fröndenberg

, 14.11.2018, 11:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein bisschen so wie beim Anstreichen der Golden-Gate-Bridge: Sind die Maler nach Jahren am Ende angelangt, können sie im Grunde gleich vorn wieder anfangen. So ist es auch bei Abwasserrohren: Nach der Kanalsanierung ist vor der Kanalsanierung. Zwischen 1996 und 2006 hatte die Stadt erstmals systematisch das öffentliche Kanalnetz mit TV-Kameras befahren lassen, um Schäden an den mitunter jahrzehntealten Rohren zu erkennen, zu erfassen und schließlich zu reparieren.

Schadenskataster, Instandsetzung, Kontrolle – alles wiederholt sich

Dieselbe Aufgabe hat die Stadt ab dem kommenden Jahr nun wieder vor der Brust. „Wir haben damals ein Schadenskataster erstellt und danach sukzessive die notwendigen Instandsetzungen vorgenommen“, erinnert Markus Törnig, Teamleiter im Tiefbauamt, an das aufwendige Projekt. Im Anschluss an die Reparaturen mussten die Ergebnisse kontrolliert und daher die Kanäle erneut mit Kameras befahren werden. „Eine Art Abnahme“, so Törnig. Diese Nachkontrollen, die teils Jahre nach den ersten Kamerafahrten stattfanden, hätten zwar auch neue Schadensaufnahmen ermöglicht. Diese Folgeuntersuchung sei jedoch auf Dauer nicht geeignet, neu entstandene oder bislang noch nicht erkannte Schäden zu erfassen und entsprechend zu sanieren.

Bezirksregierung drängt auf neue generalstabsmäßige TV-Befahrung

Bislang habe die Obere Wasserbehörde bei der Bezirksregierung dieses Vorgehen vieler Städte und Gemeinden geduldet. In Arnsberg dränge man jetzt aber darauf, das städtische Kanalnetz gesetzeskonform von Grund auf neu zu untersuchen: Die Selbstüberwachungsverordnung Abwasser (SüwVO Abw) will es so.

Abwassergebühren

Gebührenhaushalt

wird belastet

Die Kosten der Kanaluntersuchung müssen als Aufwand verbucht werden und wirken sich daher auf den Gebührenhaushalt des Abwasserbetriebs aus. 2019 sollen fünf Prozent des Kanalnetzes, 2020 und 2021 jeweils 7,5 Prozent und bis 2029 jährlich jeweils zehn Prozent untersucht werden. Die für 2019 angesetzten Kosten von 50.000 Euro beeinflussen die Schmutzwassergebühr mit circa 3 Cent und mit circa 2 Cent beim Niederschlagswasser. Die ab 2020 und ab 2022 vorgesehen Ausweitung der Kanaluntersuchung schlägt mit jeweils einem Cent pro Verrechnungseinheit zu Buche.

„Es ist eine nie endende Aufgabe“, sagt Markus Törnig. „Ab dem kommenden Jahr beginnen wir daher wieder mit einer generalstabsmäßigen Befahrung des Kanalnetzes mit Kameras.“ Wieder wird ein Schadenskataster erstellt und nach und nach abgearbeitet. Beteiligt sind daran externe Kanalsanierungsberater. Kontrolliert werden müssen Kanäle mit einer Gesamtlänge von rund 165 Kilometern sowie circa 4500 Schachtbauwerke.

Bis 2029 muss die Stadt eine Million Euro in die Kanalkontrolle stecken

Die Verwaltung hat Gesamtkosten von einer Million Euro allein für Reinigung, Befahrung, Schadensbewertung und Dokumentation kalkuliert. Notwendige Kosten der Sanierung sind darin noch nicht enthalten. Die Mammutaufgabe soll bis 2029 abgeschlossen sein. Ob Gebühren angehoben oder durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden können, „sodass es nicht zu einer Gebührenexplosion kommt“, so Bauamtsleiter Martin Kramme im Bauausschuss, stehe noch nicht fest.

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