Kahlschlag auf dem Fröndenberger Bruayplatz fällt nach Einsprüchen sanfter aus

dzMehr Bäume bleiben

Einsprüche von Bürgern hatten abermals Erfolg: Auf dem Bruayplatz sollen nun doch weniger Bäume fallen als zunächst geplant. Nächster Diskussionspunkt: Welche Farbe soll die künftige Pflasterung bekommen?

Fröndenberg

, 14.06.2019, 14:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Stadtgespräch zur Umgestaltung des Bruayplatzes kam kürzlich Unmut auf: Bürger befürchteten einen Kahlschlag auf dem Bruayplatz und baten darum, mehr Bäume stehen zu lassen. Der Einspruch hatte nun Erfolg. Auch beim Marktplatz hatten Bürger erfolgreich interveniert.

Drei weitere Bäume bleiben nach Einsprüchen der Bürger stehen

Landschaftsarchitektin Susanne Weihrauch legte dem Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag einen überarbeiteten Entwurf vor: Drei weitere Bäume können jetzt auf dem Bruayplatz stehen bleiben. Ihr Konzept, den recht dunklen Platz künftig lichter wirken zu lassen, werde dadurch nicht wesentlich beeinträchtigt.

Kahlschlag auf dem Fröndenberger Bruayplatz fällt nach Einsprüchen sanfter aus

Nach Einsprüchen von Bürgern beim öffentlichen Stadtgespräch hat das Büro [f] Landschaftsarchitektur seinen Entwurf für die Umgestaltung des Bruayplatzes geändert. Es verbleiben drei Bäume mehr als zuvor geplant – zwei Bäume an der nördlichen Begrenzung zur Unionstraße und ein Baum an der Ecke Bruayplatz/Winschotener Straße in der Mitte des Platzes. © Stadt Fröndenberg/Büro [f]

Kahlschlag auf dem Fröndenberger Bruayplatz fällt nach Einsprüchen sanfter aus

Mit diesem Entwurf für den neugestalteten Bruayplatz setzte sich das Büro [f] Landschaftsarchitektur aus Solingen im freiraumplanerischen Wettbewerb durch. © Stadt Fröndenberg

Dennoch müssen Bäume fallen. Den 14 Bäumen, die erhalten bleiben, wird es wohl an den Unterwuchs gehen. Dieser ungepflegte Zustand störe das Gesamtbild auf dem Platz doch „massiv“, meinte Susanne Weihrauch. Im Ergebnis fand sich eine große Mehrheit für den „grünen Entwurf“, wie Olaf Lauschner (CDU) ihn nannte. Zumal vor allem auf seinen Einwurf hin auch ein weiterer Grünstreifen etwa in der Mitte des Platz eingezogen wird.

»Jeder Baum, der fällt, ist einer zuviel.«
Paul Schlücking, Sachkundiger Bürger für den Nabu

Vor dem Hintergund der aktuellen Klimaprobleme war die Fällung von Stadtbäumen dennoch umstritten. Paul Schlücking, Sachkundiger Bürger für den Nabu, konnte sich mit den Plänen nicht anfreunden: „Jeder Baum, der fällt, ist einer zuviel.“ Dieter von Riel übersprang seinen Schatten als Grüner und sah es anders: „Es ist keine Ökozelle, sondern ein innerstädtischer Platz.“ Bei der Stadtplanung müsse man auch solche Eingriffe ins Grün in Kauf auf nehmen.

»Es ist keine Ökozelle, sondern ein innerstädtischer Platz.«
Dieter von Riel, Sachkundiger Bürger für die Grünen

Ist die Grünfrage nunmehr geklärt, stellt sich als nächstes die Granitfrage: Die Farbe der Pflasterung ist im Detail noch nicht festgelegt. Im Ausschuss kam der Wunsch auf, aus alternativen Musterflächen den Farbton auswählen zu können. Fritz Ziegenbein (SPD) warnte allerdings davor, den Siegerentwurf in zu vielen Einzelheiten abzuändern, schließlich habe sich eine Jury bereits damit befasst.

Angst vor Vandalismus und Verfall wird ausgeräumt

Schließlich sorgte die Angst vor Vandalismus und Verfall noch für eine kurze Debatte – konnte aber ausgeräumt werden. Matthias Büscher (FWG) fragte nach einem Holz-Kunststoff-Material anstelle der geplanten Naturholz-Sitzflächen. Und Olaf Lauschner argwöhnte, ob „heller Beton nicht zum Beschmieren einlädt“. Susanne Weihrauch konterte mit ihrem Konzept: Der Bruayplatz soll künftig offener und durchlässiger sein. Das führe zu stärkerer sozialer Kontrolle und Prävention.

Vor Sommerpause

Rat soll bereits im Juli die Pläne beschließen

  • Der Stadtentwicklungsausschuss drückt aufs Tempo. Dem Rat empfiehlt er, bereits in seiner nächsten Sitzung am 10. Juli, also vor der Sommerpause, die Planungen für den Bruayplatz zu beschließen.
  • Bis Ende September muss dann der Förderantrag beim Land gestellt werden; der Baubeginn ist für 2021 vorgesehen.

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