JVK in Fröndenberg ist mit TBC-Station auf Corona-Patienten vorbereitet

dzCoronavirus im Justizvollzug

Wer in einem Gefängnis in NRW am Coronavirus erkrankt, wird ins Fröndenberger Justizvollzugskrankenhaus gebracht. Dort wurde eine Station, auf der normalerweise Tuberkulose behandelt wird, für Notfälle freigezogen.

Fröndenberg

, 05.03.2020, 12:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Unna bleibt es bei einem bestätigten Cornona-Fall. Doch die Infektionszahlen in Nordrhein-Westfalen steigen. Auch im Justizvollzug ist das Virus Thema. Die Justizvollzugsanstalten nehmen den Erreger ernst, entwickeln für jede Einrichtung ein Sicherheitskonzept.

Das Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg folgt inzwischen auch den Empfehlungen des Gesundheitsamtes und schränkt den Besuchsverkehr stark ein. Ein Regelbesuch der inhaftierten Patienten ist derzeit nicht möglich.

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Zum Schutz der Patienten im JVK sei diese Maßnahme nötig, wie Sprecher Markus Artmann erklärt. Denn die Inhaftierten sind zum Teil schwer erkrankt, haben etwa Krebs und zählen damit eigentlich nicht nur bei einer Infektion mit Coronaviren als Risikogruppe.

Tuberkulose ähnelt dem Coronavirus

Zudem sei das Fröndenberger Justizvollzugskrankenhaus darauf vorbereitet, Corona-infizierte Straftäter aus den NRW-Gefängnissen aufzunehmen. In Fröndenberg befindet sich nämlich eine Station, die 3C, auf der normalerweise Tuberkulosepatienten behandelt werden, die es im JVK regelmäßig gebe. Diese Station wurde nun für Corona-Patienten freigezogen.

Tuberkulose (TBC) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meistens die Lunge befällt und laut Markus Artmann mit dem Coronavirus vergleichbar ist. Deswegen waren auch keine großen Vorbereitungen nötig. Die Infrastruktur ist in Fröndenberg vorhanden. Zwei Hafträume sind so eingerichtet, dass Patienten dort isoliert werden können.

Inhaftierte können auch in Gefängnissen behandelt werden

Die Station sei aber lediglich für Patienten im Strafvollzug vorgesehen, die tatsächlich einen Krankenhausaufenthalt benötigen. Wenn ein Inhaftierter positiv getestet wird, aber keine starken Symptome zeige, gebe es auch in den Justizvollzugsanstalten vor Ort die Möglichkeit, Personen in Quarantäne zu nehmen und zu behandeln, so Dr. Marcus Strunk, Pressesprecher der Landesjustizvollzugsdirektion.

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Laut Auskunft der Landesjustizvollzugsdirektion wurde bislang kein Inhaftierter positiv getestet. Wenn solche Patienten tatsächlich nach Fröndenberg kämen, werde wie bei TBC-Patienten das Personal verstärkt, erklärt Markus Artmann. Durch ausgebildete Bedienstete, die dann ausschließlich für den oder die Patienten auf der Station 3C zuständig sind.

Unterm Strich nehme man den Coronavirus auch im Strafvollzug sehr ernst, sagt Dr. Marcus Strunk. Denn Justizvollzugsanstalten seien eben nicht hermetisch abgeriegelt. „Auf zwei Gefangene kommt ein Bediensteter“, so Strunk. Daneben gibt es Besuch und Freigang. Unterm Strich also genug Möglichkeiten, sich anzustecken.

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