Julian Koch (SPD) ist kein Bürgermeister geworden – aber um Erfahrung reicher

dzKandidatur in Schlangen

Die Fröndenberger SPD hatte nicht nur eine Bürgermeisterkandidatin. Aus dem Ortsverein Mitte war noch ein weiterer Bürgermeisterkandidat hervorgegangen. Der 31-jährige Julian Koch.

Fröndenberg

, 20.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war sein 31. Geburtstag, als der Fröndenberger Julian Koch im Oktober 2019 als Bürgermeisterkandidat der SPD vorgestellt wurde. Allerdings nicht etwa in seiner Heimatstadt Fröndenberg. Sondern in der 9000-Seelen-Gemeinde Schlangen im Kreis Lippe bei Paderborn.

Der dortige SPD-Bürgermeister trat nicht mehr zu Wahl an, der Schlänger Ortsverein suchte bundesweit einen Nachfolger. Und Julian Koch, der immerhin die Gegend von der Familie seiner Freundin kannte, bewarb sich kurzerhand.

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Das Ergebnis der Wahl muss für den SPD-Ortsverein ernüchternd gewesen sein. Lediglich rund 24,2 Prozent erreichte Koch. Seine Kontrahenten, ein CDU-Politiker und ein parteiloser Einzelbewerber, zogen mit 41,5 und 34,4 Prozent in die Stichwahl ein.

Nicht das Ergebnis, das er sich gewünscht hat

Es sei nicht das, was er sich gewünscht habe, sagt Julian Koch rückblickend. Dennoch habe er eine Menge Erfahrungen gesammelt und nehme viel Positives aus der Kandidatur als junger Bürgermeister mit.

„Corona hat mir aber auch drei Monate vom Wahlkampf genommen.“
Julian Koch (SPD)

Die größte Herausforderung sei es selbstverständlich gewesen, von außen zu kommen. Wobei das in anderen Bundesländern, etwa in Süddeutschland, gar nicht so ungewöhnlich sei, sagt Koch. „Corona hat mir aber auch drei Monate vom Wahlkampf genommen.“ Virusbedingt wenig Kontakt mit den Menschen vor Ort: Für einen Kandidaten, den zu Beginn des Wahlkampfs noch keiner kannte, muss das besonders schwierig gewesen sein.

In die Gemeinde, dessen Rathaus er vielleicht geführt hätte, musste sich Julian Koch vollständig frisch einarbeiten. Erst das nackte Zahlenmaterial studieren, in einem zweiten Schritt über Gespräche die Menschen und deren Wünsche kennenlernen.

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Das hätte zu Teilen durchaus funktioniert, berichtet Koch von positiven Resonanzen der Bürger vor Ort. Nicht zuletzt sei aber auch das Klima im Schlänger Ortsverein eine Hürde für ihn gewesen.

Phänomen könnte Kommunen zukünftig begleiten

„Bürgermeister werden per Stellenanzeige“ sei ein Phänomen, das viele Kommunen zukünftig begleiten könnte, vermutet Koch. Immer weniger Menschen hätten Interesse, ein solches Amt zu übernehmen oder etwa auch für einen Stadtrat zu kandidieren. Denn was die Menschen für ihr Engagement zurück bekämen, seien in vielen Fällen eher Kritik und Häme als Lob und Anerkennung.

Nachdem er in den vergangenen Monaten mit dem Kopf in Schlangen war, muss Julian Koch nun erst einmal wieder im Kreis Unna ankommen. Der Kontakt zur hiesigen Politik, etwa den Unnaer Jusos, die ihn auch in Schlangen unterstützten, sei nie abgebrochen. Und der wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kriminologie in Bochum verspricht: „Ich bleibe ein politischer Mensch.“

„Ich bleibe ein politischer Mensch.“
Julian Koch (SPD)
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