Jugendlicher verletzt Wirtin nach einem Streit mit seiner Freundin – und spielt das Opfer

dzHohe Geldstrafe

Ohne Erfolg versuchte der 25-Jährige, die Schuld von sich zu weisen. Er verletzte eine Wirtin nach einem Streit mit seiner Freundin schwer. Unter den Folgen des Steißbeinbruchs leidet sie noch immer.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 09.10.2018, 12:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei einem Disput mit einem ungebetenen Gast wurde eine Fröndenberger Wirtin massiv verletzt. Ihr Gegner musste sich nun vor dem Unnaer Amtsgericht verantworten. Der 25-Jährige präsentierte sich als Opfer. Ohne Erfolg.

Streit mit ihm trieb die damalige Freundin des jungen Fröndenbergers in den frühen Morgenstunden des 22. April an den Tresen der Gaststätte an der Graf-Adolf-Straße. Relativ schnell wurde sie, die ihren Frust offenbar mit Alkohol wegspülen wollte, gebeten, das Lokal zu verlassen. Sie ging nicht. Vielmehr tauchten nun auch immer wieder der spätere Angeklagte und seine Freunde auf. Irgendwann eskalierte die Situation und nachdem zunächst ein Stammgast auf dem Boden landete, traf es die Wirtin.

Sturz mit Folgen

Sie stieß der Fröndenberger so fest, dass sie zu Boden stürzte, sich das Steißbein brach und noch heute mit den Folgen kämpft. Nicht umsonst formulierte sie ihren Schmerzmittelbedarf jetzt vor Gericht mit einer Spur Zynismus: „Ich esse seitdem jeden Morgen und jeden Abend Ibuprofen.“ Und ihre Schwester, mit der sie die Traditionsgaststätte betreibt, zeigte sich ebenso schockiert von dem Vorfall: „Wir sind in der dritten Generation. Wir kennen das eigentlich nicht und wir möchten das auch nicht.“

Der Angeklagte schilderte das, was sich in dem Lokal ereignet haben sollte, indes gänzlich anders – als Mischung aus Nothilfe und Notwehr. Demnach sollte besagter Stammgast seine Ex-Freundin belästigt haben. Er sei ihr zur Hilfe geeilt, habe ihn weggeschubst. In dem Moment seien alle auf ihn zugestürzt, während er nur versucht habe, mit der jungen Frau heile aus der Gaststätte zu flüchten. In dem Zuge habe ihn die Wirtin angreifen wollen, sei „wie eine Furie“ auf ihn zugekommen. Er habe sie nur deshalb weggestoßen.

Hohe Geldstrafe

Diese Version widerlegten die Geschädigte und ihre Schwester im Zeugenstand jedoch zur Überzeugung des Gerichts. Und auch die Aussage der Ex-Freundin war nicht geeignet, ihn zu entlasten.

Den 25-Jährigen, der zwei Vorverurteilungen wegen Betrugs mitbrachte, kam das teuer zu stehen: 5400 Euro Geldstrafe.

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