Jüdische Gemeinde erinnert an Fröndenberger Opfer der Pogromnacht

dzJüdischer Friedhof

Bereits zum 15. Mal erläuterte Stadtarchivar Jochen von Nathusius die Geschichte des jüdischen Friedhofs an der Springstraße. Auch die jüdische Gemeinde Unna war diesmal vor Ort.

von Lena Zschirpe

Fröndenberg

, 10.11.2019, 16:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zum Gedenken der Pogromnacht wurde in diesem Jahr bereits zum 15. Mal auf dem jüdischen Friedhof an der Springstraße an die Bürger Fröndenbergs erinnert, deren Lebensgrundlage am 10. November 1983 zerstört wurde.

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Stadtarchivar Jochen von Nathusius erläuterte hierzu in Anwesenheit der jüdischen Gemeinde Unna die Geschichte des Friedhofs. Einen Grabstein hob er dabei besonderes hervor. „Der recht neue Grabstein stammt von Herrn Silberberg, seine Familie ist in die USA abgewandert. Aber in seinem Testament legte er fest, dass er in Fröndenberg bestattet werden möchte“, erläuterte Nathusius.

Die Grabsteine selbst seien eher christlich inspiriert. „Das hatte schon damals etwas mit der Assimilation zu tun. Die hebräischen Namen stehen nur auf den Rückseiten der Steine.“

Keine Probleme mit Vandalismus

Der Friedhof habe keine Probleme mit Vandalismus. „Das mag aber auch daran liegen, dass der Friedhof sehr unbekannt ist und im Verborgenen liegt. Viele haben mich angesprochen, wo der Platz sich überhaupt befindet“, so Nathusius.

Rund um die Uhr Polizeischutz für Synagoge

Die jüdische Gemeinde in Unna und die moderne Synagoge hingegen benötigen Polizeischutz. „Die Zeiten haben sich wieder geändert“, erläutert Alexandra Khariakova, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Unna und des Landesverbands NRW der liberalen, jüdischen Gemeinde. „Die jüdische Gemeinde in Unna hat fast 24 Stunden am Tag Polizeischutz. Das ist beschämend, aber ich hoffe auf eine bessere Zeit“, sagte sie.

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