Judenverfolgung und Holocaust dank QR-Codes schneller verstehen

dzGesamtschule Fröndenberg

Der Holocaust war am 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wieder für kurze Zeit präsent. Die Gesamtschule Fröndenberg hat einen bleibenden Beitrag des Gedenkens geleistet.

Fröndenberg

, 30.01.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dem Holocaust kommen Schülerinnen und Schüler der GSF seit einiger Zeit besonders nah: Bereits im dritten Jahr nacheinander besichtigte eine Gruppe das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz.

»Wir sehen, was in der Gesellschaft los ist.«
Nancy Meyer, Lehrerin an der GSF

Den Flug nach Polen haben die Schüler des neunten bis zwölften Jahrgangs in einem multimedialen Projekt zuvor intensiv vorbereitet. Entstanden sind Arbeiten, die einen bleibenden Wert für sämtliche Schüler, aber auch alle anderen Interessierten haben.

So haben Schüler in der Projektarbeit „Der Leidensweg der Juden – warum?“ neben einer Chronologie von Entrechtung bis Vernichtung zwischen 1933 und 1945 auch Audio-Dateien erstellt.

Anhand des Schicksals einer fiktiven Familie lässt sich über diese kurzen Hörbeiträge das damalige Geschehen in Deutschland sehr eindrücklich nachempfinden.

Judenverfolgung und Holocaust dank QR-Codes schneller verstehen

Geschichte multimedial erfahren: Hinter QR-Codes lassen sich zum Beispiel die Lebensgeschichte und das Schicksal der jüdischen Mitbürger aus Fröndenberg abrufen; eine weitere Idee der Projektschüler der Gesamtschule Fröndenberg. © Marcus Land

Das Besondere an dem Projekt ist, dass viele Rechercheergebnisse über QR-Codes abrufbar sind, sich also aufs eigene Smartphone herunterladen lassen. Besonders der Schnitt der Audio-Dateien sei technisch ein sehr großer Aufwand gewesen, den die Schüler aber nicht gescheut hätten, berichtet Lehrerin Nancy Meyer, die das Projekt betreut.

Schüler widmen sich auch Fröndenberg in der Nazizeit

Auch den Ereignissen in Fröndenberg in der Nazizeit widmeten sich die Schüler und erstellten Dossiers über die jüdische Familie Eichengrün oder den geschändeten jüdischen Friedhof, die man ebenfalls über QR-Codes erreicht.

In der Unterrichtszeit allein sei für eine derart tiefgründige Beschäftigung mit einem zumal ungeheuer wichtigen Thema oft gar keine Zeit. Daher freue sie sich umso mehr, dass das Interesse an der Auschwitz-Fahrt und dem begleitenden Projekt mittlerweile sehr groß sei.

Judenverfolgung und Holocaust dank QR-Codes schneller verstehen

Viele Collagen, die zurzeit im Foyer der Gesamtschule Fröndenberg ausgestellt sind, führen die schrittweise vorgenommene Entrechtung der jüdischen Mitbürger vor Augen. © Marcus Land

„Wir sehen, was in der Gesellschaft los ist“, so Nancy Meyer. Die Schule sei daher der richtige Ort, eine Antwort auf eine sich verbreitende Radikalisierung zu geben. Offene Anfeindungen und Gewalt beschränken sich nicht mehr nur auf Fremde und Flüchtlinge, sondern erleben eben auch Minderheiten, die man wie zum Beispiel die jüdischen Gemeinden als längst wieder voll integriert glaubte.

Auschwitz-Fahrt kann nur für 23 Schüler angeboten werden

Die fünftägige Fahrt nach Auschwitz und Krakau, die die GSF diesmal vom 20. bis 24. Januar unternahm, kann nur für 23 Schüler angeboten werden. Mit den Gedenkstätten Steinwache Dortmund, Villa ten Hompel in Münster, einer Kinder- und Jugendausstellung in Düsseldorf oder auch dem NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus in Köln gebe es aber zahlreiche lehrreiche Erinnerungsorte in näherer Umgebung, die man ebenfalls besuchen könne.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Straßenbeleuchtung
Laternen an Überwegen zu dunkel: Ist die klimaschonende LED-Technik schuld?
Hellweger Anzeiger Innenstadt
„Moden Meier“ wird Mitglied im Werbering: Großer Schritt für Inhaberin Claudia Meier
Hellweger Anzeiger Pressefreiheit
Warum Wolfgang Voesch eine Petition zur Befreiung von Julian Assange unterstützt
Hellweger Anzeiger Medikamente
Rezept vom Arzt: Statt auf Papier bald aufs Handy oder gleich online an die Apotheke
Meistgelesen