Jetzt spricht Aldi: Was der Discounter in Fröndenberg will und was nicht

dzBruayplatz

Aldi soll auf einem neuen Markt Wohnungen bauen. Das wünscht sich die SPD Fröndenberg-Mitte. Ein Gutachter wird daher den Standort am Bruayplatz auf Lärm und Feinstaub überprüfen. Jetzt äußert sich Aldi.

Fröndenberg

, 01.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Vorhaben ist seit mehr als zwei Jahren bekannt: Aldi will die alte Filiale am Bruayplatz samt Wohnungen abreißen und dort einen neuen modernen Markt errichten. Der Discounter stellt sich einen Flachbau vor, die SPD Fröndenberg-Mitte wünscht sich Ersatzwohnungen – denn die derzeitigen Mieter hatten sich bereits besorgt geäußert. Aldi äußert sich jetzt zu den aktuellen Entwicklungen.

Die SPD hat ihr Begehren in einem Bürgerantrag formuliert: Man solle prüfen, ob Aldi zu Wohnungsbau verpflichtet werden kann. Die Verwaltung sieht grundsätzlich einen Hebel für dieses Verlangen: einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, in dem Wohnungsbau festgesetzt werden könnte.

»Genau so wollen wir es jetzt haben und darauf verlassen wir uns auch.«
Matthias Nysten, Aldi-Immobilienverwaltung

Kann man wegen des vermuteten Lärms und der Staubimmissionen nahe dem Überwurf aber überhaupt von Wohnqualität sprechen? Die Stadt möchte von einem Gutachter prüfen lassen, ob Wohnen – und übrigens auch Arbeiten – so nah an der Hauptverkehrsstraße überhaupt gesund und zulässig wäre.

Bei der Aldi-Immobilienverwaltung in Werl erfuhr man von dieser neuesten Entwicklung erst durch unsere Redaktion.

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Zur Sache

Neuer Bebauungsplan müsste Flachbau ermöglichen

  • Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Aldi-Neubau zu schaffen, muss ein Bebauungsplan neu aufgestellt werden, der sich auf das Gebiet zwischen Unionstraße im Norden, Bruayplatz im Osten, Mendener und Harthaer Straße im Süden sowie Von-Tirpitz-Straße im Westen bezieht.
  • Der Geltungsbereich des neuen Bebauungsplans „Am Bruayplatz“ soll den Geltungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplanes „Sanierungsgebiet Union“ im Bereich mehrerer Flurstücke überlagern.
  • Das ist notwendig, weil der von Aldi angepeilte leicht versetzte Flachbau anders nicht umgesetzt werden könnte. Für diesen Bereich ist aktuell eine vollgeschlossene oder geschlossene Bauweise mit Satteldach vorgesehen.
  • In einem weiteren Schritt müssen die Pläne mit Straßen.NRW und dem Regionalverband Ruhr abgestimmt werden. Noch nicht klar ist, ob auch der Flächennutzungsplan umgeschrieben werden muss.
  • Zudem ist Fröndenberg Mitgliedskommune des regionalen Einzelhandelskonzeptes für das östliche Ruhrgebiet. Die Verwaltung wird mit dem Arbeitskreis Kontakt aufnehmen, um zu prüfen, ob ein sogenanntes regionales Konsensverfahren erforderlich ist.
  • Von den Fraktionen explizit gewünscht waren im Juni 2017 „grüne Elemente“ wie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Gebäudes oder ein begrüntes Dach.

Es gebe eine „einstimmige Beschlusslage“ in Fröndenberg, sagte Matthias Nysten. Man habe Politik und Verwaltung im Juni 2017 die Pläne für einen Markt mit Flachdach vorgestellt und sei mit Blick auf die geplante Umgestaltung des Bruayplatzes auch auf Wünsche eingegangen.

„Genau so wollen wir es jetzt haben und darauf verlassen wir uns auch“, so der Leiter der Abteilung Immobilien und Expansion. Das heißt umgekehrt: „An dieser Stelle möchten wir keinen Wohnraum.“ Matthias Nysten konkretisiert: „In Fröndenberg ohnehin nicht unbedingt, aber schon gar nicht in dieser Mikrolage.“

Durch den Abriss des mehrgeschossigen Gebäudes, das Aldi mittlerweile erworben hat, gewinne der stark verschattete Bruayplatz erst an Qualität.

„Er wird von einem dunklen Hinterhof in einen durch Tageslicht durchfluteten Platz verwandelt“, sagt Nysten.

Im Altbau wird in Zukunft keine Aldi-Filiale weiterbetrieben

Das Unternehmen habe zudem eine klare Meinung zu der bestehenden Filiale: Der Erhalt des Bestandsgebäudes sei nicht möglich, weil es keine gute Bausubstanz habe. Aldi werde die alte Filiale daher keinesfalls weiterbetreiben.

Man verschließe sich nicht demokratischen Prozessen wie der aktuell veranlassten Lärm-Begutachtung, die man sogar befürworte. Für eine Beteiligung der Öffentlichkeit gebe es aber noch reichlich Gelegenheit: Demnächst wolle man mit der Fröndenberger Stadtverwaltung das Bebauungsplanverfahren angehen.

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