Das JugendJazz Orchester stand am Samstagabend auf der Bühne in der Kulturschmiede und begeisterte sein Publikum. Es gab aber auch einen kleinen Kritikpunkt.

11.11.2018, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min


„Die Kulturschmiede ist eine Perle im Ruhrtal, wir freuen uns, hier auftreten zu dürfen“, zeigte sich Thomas Haberkamp begeistert vom Ambiente der Fröndenberger Kulturschmiede. Kennt er sich doch aus in der Stadt, schließlich lebt er in deren Mauern.

Frank Schröer vom Veranstalter „Kultur für uns“ wusste aber seinen Dank bei der Begrüßung an die richtige Adresse zu senden: „Wir sind uns bewusst, dass wir ohne diese Verbindung nicht die Möglichkeit hätten, das JugendJazzOrchester NRW bereits zum zwölften Mal in unserer Kommune ankündigen zu können.“

In den ersten Jahren, damals fanden die Konzerte in der Gesamtschul-Aula statt, wäre der Besuch schleppend in Gang gekommen. Mehr als 40 Leute seien nicht erschienen. „Nun schaue ich über die Stuhlreihen und sehe mehr als 140 Gäste“, strahlte Schröer. „Ich kann behaupten, Jazz ist in Fröndenberg angekommen.“ Es ist aber auch ein tolles Gefühl, wenn die jungen Leute hinter dem Vorhang hervor kommen und ihre Plätze einnehmen. Schließlich sind Perfektion und Können hinlänglich bekannt und der Pulsschlag der Besucher erhöhe sich in der Vorfreude auf die nächsten Minuten.

Thomas Haberkamp gab noch eine kurze Gebrauchsanweisung in den Musikstil: „Es ist nicht wichtig, Jazz zu verstehen, einfach nur auf sich wirken lassen, ist das Wesentliche.“ Auch in der eigenen Familie hätte nicht jeder mit seinem Wirken etwas anfangen können: „Meine Mutter hat mal zu mir gesagt, Junge, ich weiß nicht, was du machst, aber es hat mir gut gefallen.“

Jeder Ton wird gelebt

„Aber nun genießen Sie den Abend“, empfahl der Projektleiter dem Publikum.

Schon mit dem ersten Lied „Light up my Day“ standen nicht nur die Mitglieder des Orchesters im Fokus, auch Dirigent Gabriel Pérez lebte sichtbar jeden Ton mit. Er band sich quasi mit in die Melodie ein, federte leicht in den Knien, wiegte den Oberkörper, kurzum, er war voll in seinem Element.

Der Argentinier zeigte sein südamerikanisches Temperament bei der Moderation. Er erklärte nicht nur, er hatte das Talent, mit wenigen Worten seine Liebe zum Jazz zu vermitteln und gleichzeitig die Zuhörer neugierig auf das Kommende zu machen.

Das Publikum präsentierte sich absolut fachkundig, viele Gäste waren schon mehrfach bei den Konzerten. So wurde die spielerische Leichtigkeit, mit denen die jungen Musiker ihre Instrumente beherrschten, oft mit spontanem Beifall bedacht.

Jazz zum Zunge schnalzen: JugendJazzOrchester musiziert vor über 140 Fröndenbergern

Gitarrist Tom Boller und Sängerin Lena Senge begeisterten das Publikum in der Kulturschmiede. © Benedickt

Ein Kritikpunkt

Natürlich hatte es sich der Arrangeur des Abends, ebenfalls Gabriel Pérez, nicht nehmen lassen, eine Liedauswahl vorzustellen, die auf einer gerade produzierten CD verewigt wurde. Selbstverständlich waren südliche Klänge wie „Banda 8“, „La Muerte Del Angel“ oder „Cancion Para Sara“ zu hören. Doch auch Songs wie „I’m old Fashioned“ (hier stieg Sängerin Lena Senge mit ins Konzert ein) oder „So many Stars“ zeigte die (fast) unglaubliche Repertoire-Bandbreite der Formation. Nach der Pause bekamen die Solisten die Gelegenheiten ihr Können vorzuführen. Ob Saxofon, Posaune, Gitarre, Trompete, Flügelhorn, Klavier oder Orgel, jeder Protagonist bekam das Brot des Künstlers, den Applaus, reichlich von den Gästen.

Doch bei aller Begeisterung gab es einen Kritikpunkt, gleich mehrfach geäußert: „Schade, dass wir wieder zwei Jahre auf das nächste Konzert warten müssen.“

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