Jahrelanger Wunsch nach Raum für Wohnmobile soll erfüllt werden

dzNeue Stellplätze

Stellplätze für Wohnmobile: Jahrelang hat die Politik danach geradezu geschrien. Jetzt hat die Stadt endlich ein Konzept vorgelegt. Doch bei der Planung gab es eine Panne.

Fröndenberg

, 21.09.2018, 10:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Thema Wohnmobilstellplätze kam in den vergangenen Jahren wieder und wieder auf den Tisch. Doch in Zeiten der Haushaltssicherung wurde es ebenso oft wieder unter den Teppich gekehrt. Andere Projekte hatten Vorrang. Wie berichtet konnte die Stadt in diesem Jahr nun ein Konzept vorlegen, das auf einer rund 800 Quadratmeter großen Fläche fünf Stellplätze vorsieht.

16 mögliche Orte wurden unter die Lupe genommen. Die Wahl sollte auf einen Platz fallen, der zentrumsnah ist und Möglichkeiten der Nahversorgung sowie Naherholung bietet. Das Ergebnis: eine Freifläche zwischen dem Neuen Hotel am Park, der Tennisanlage sowie der Skateranlage im Himmelmannpark. Der stolze Preis: 180.000 Euro. Markus Törnig von der Stadtverwaltung hat die Kosten großzügig kalkuliert. Unter anderem, weil ausführende Baufirmen aktuell eine gute Auftragslage haben und entsprechend hohe Preise ansetzen. Außerdem beinhaltet sein Vorschlag eine kleine Grünfläche und Sitzgelegenheiten für die Wohnmobilisten.

Konzept für Wohnmobilstellplätze ist der Politik vorgestellt worden

In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing ist das Konzept nun der Politik vorgestellt worden, die nicht nur am Preis etwas auszusetzen hatte. Bettina Hartwig-Labs von der CDU etwa monierte, dass ihr Unterlagen einer anderen Stadt vorliegen, die für einen ähnlichen Preis wesentlich mehr Stellplätze realisieren konnte. Monika Kostorz von der SPD-Fraktion erinnerte an ältere Pläne, in denen eine wesentlich günstigere Variante vorgestellt wurde. Daneben kam vonseiten der CDU die Frage nach den Einnahmen auf. Selbst wenn für die Plätze Geld von den Campern genommen werde, zahle die Stadt wahrscheinlich drauf, erklärte Markus Törnig. Denn auch wenn der Platz einmal errichtet ist, fielen laufende Kosten an.

Hiergegen stünde selbstverständlich der Mehrwert für den der Rest der Stadt, durch Camping-Urlauber, die im Schnitt rund 50 Euro pro Tag vor Ort ausgeben, erinnerte die Ausschussvorsitzende Sabina Müller. Bei der Vorlage der Stadt handle es sich allerdings lediglich um eine erste Aufstellung der Baukosten.

Von mehreren Seiten kamen hierzu konkrete Sparvorschläge: Möbel etwa, brächten die Urlauber mit. Tische und Bänke müssten also nicht aufgestellt werden. Und auch zusätzliches Grün brauche es nicht, wenn doch der Park in unmittelbarer Nähe ist. Zudem sei der Platz für jedes einzelne Fahrzeug angesichts der heutigen Modelle recht knapp kalkuliert.

Neues Hotel am Park möchte anbauen

Als Politik und Verwaltung sich gerade darauf geeinigt hatten, die Pläne um die in der Diskussion zusammengetragenen Anregungen zu ergänzen, ergab sich noch ein weiteres Problem: Barbara Boeckler, die Besitzerin des Neuen Hotels am Park, meldete sich zu Wort. Der geplante Stellplatz kollidiere räumlich vielleicht mit den Ausbauplänen für ihr Hotel. Zwar gebe es hierzu noch keinen konkreten Bauantrag, aber es werden mehrere Varianten für eine Erweiterung durchdacht, bestätigte Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe. Offenbar hatte er es im Vorfeld Abstimmungsgespräche gegeben. Dass sich der neue Wohnmobilstellplatz möglicherweise aber unmittelbar vor den Fenstern des Anbaus befinden könnte, wurde erst in der Ausschusssitzung Thema. Alle Beteiligten müssten sich nun noch mal an einen Tisch setzen und das weitere Vorgehen beraten, beendete der Bürgermeister schließlich die Diskussion.

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