Investitionen marsch: Stadt gibt 8,5 Millionen Euro für Neubauten aus

dzBauprojekte 2020

Die Investitionen fließen wieder: Allein 2020 wird die Stadt Fröndenberg fast 8,5 Millionen Euro für neue Gebäude und Plätze ausgeben. Geld, das in den Tiefbau gesteckt wird, kommt noch hinzu.

Fröndenberg

, 29.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fröndenberg hat den Turnaround geschafft, wie es im internationalen Business heißen würde: Der städtische Haushalt schreibt nicht nur wieder schwarze Zahlen, die Stadt kann auch wieder mächtig investieren. 2020 wird der Auftakt für eine Periode kräftiger Investitionen in Stadtbild und Bausubstanz sein.

»Zunächst blicken wir jedoch optimistisch nach vorne und ernten die Früchte unserer Arbeit.«
Heinz-Günter Freck, Beigeordneter und Kämmerer

Zwar hat das Rathaus auch im abgelaufenen Jahr bereits wieder viel Geld in die Hand genommen, doch im kommenden Jahr ist dank einer zum Teil unerwartet positiven Finanzentwicklung noch mehr möglich:

  • Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer steigen voraussichtlich um 500.000 Euro auf dann 6 Millionen Euro.
  • Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer steigt um fast 400.000 Euro auf dann 11,478 Millionen Euro. Das ist ein neuer Höchstwert für Fröndenberg.
  • Die Schlüsselzuweisungen nehmen um rund 290.000 Euro auf künftig 8,77 Millionen Euro zu. Eine Ausschüttung aus der Gemeindefinanzierung des Landes, die in Fröndenberg in dieser Höhe ebenfalls noch nie erreicht worden ist.

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Für einen dringend benötigten weiteren Klassenraum ist ein Erweiterungsbau an der Sonnenbergschule Richtung Schützenwiese vorgesehen. Die Entwürfe sind von den Architekten Quittmann in Unna. © privat

Investitionen marsch: Stadt gibt 8,5 Millionen Euro für Neubauten aus

In einem ersten Schritt zum Sportpark Ruhr soll ab Herbst 2020 das Stadion an der Graf-Adolf-Straße einen Kunstrasen und eine wettkampftaugliche 400-Meter-Bahn erhalten. © Roman Grzelak

Auch wenn gleichzeitig die Ausgaben der Stadt steigen, haben Verwaltung wie Politik finanziellen Spielraum gesehen und ein beachtliches Investitionsprogramm beschlossen. Das wird ebenso von der anhaltenden Niedrigzinsphase wie auch von staatlichen Zuschüssen aus diversen Förderprogrammen begünstigt:

Zur Sache

Kredite, Zuschüsse und Gemeindefinanzierung

  • Die Stadt muss für ihre Investitionen Kredite aufnehmen und erhält aus Förderprogrammen von Bund und Land Zuschüsse sowie aus der Gemeindefinanzierung pauschale Zuweisungen.
  • Die Zahlen für die größten Maßnahmen 2020 sind der mittelfristigen Finanz- und Liquiditätsplanung der Stadt bis zum Jahr 2029 entnommen.
  • Umgestaltung Marktplatz: Kreditaufnahme 262.500 Euro; Städtebauförderung des Landes: 612.500 Euro
  • Neubau Feuerwehrgerätehaus Stentrop: Kreditaufnahme: 3 Millionen Euro (2020) und 1,289 Millionen Euro (2021); Landespauschale: 492.300 Euro bzw. 300.000 Euro.
  • Erweiterungsbau der Sonnenbergschule: Kreditaufnahme: 1,07 Millionen Euro; 56.000 Euro Digitalpakt Schule und 99.000 Euro allgemeine Schulpauschale des Landes.
  • Modernisierung Gesamtschule: Kreditaufnahme 229.000 Euro; Zuschüsse aus Kommunalinvestitionsförderungsgesetz des Bundes 743.000 Euro, Digitalpakt „Gute Schule“ des Landes 612.000 Euro, allgemeine Schulpauschale von 139.000 Euro.
  • Umbau Stadion Graf-Adolf-Straße/Sportpark Ruhr: Kreditaufnahme 580.000 Euro; keine Förderung.

  • Für die neue Bibliothek, zu der der frühere Aldi am Marktplatz umgebaut wird, laufen bereits Ausschreibungen. Die Wiedereröffnung der Fröndenberger Stadtbücherei ist für Herbst 2020 geplant. Kosten: 125.000 Euro für bauliche Investitionen und 87.000 Euro für den laufenden Betrieb.
  • Der erste Spatenstich zum Umbau des Marktplatzes ist nach dem Frühlingsmarkt am 5. April vorgesehen. Ob die Bauarbeiten bis zum 4. Oktober, wenn Bauernmarkt und verkaufsoffener Sonntag anstehen, abgeschlossen sind, wird zumindest angestrebt. Die Neugestaltung mit einem Wasserspiel soll 875.000 Euro kosten.
  • Das Stadion an der Graf-Adolf-Straße wird in mehreren Etappen aus- und umgebaut. Allerdings frühestens ab Herbst 2020 soll der Sportplatz einen Kunstrasen erhalten und möglichst mit einer wettkampftauglichen 400-Meter-Bahn ausgestattet werden. Der Haushalt sieht hierfür Investitionen in Höhe von 1,4 Millionen Euro vor.
  • Ein großes Investitionsprojekt ist weiterhin die Gesamtschule. Vorgesehen ist 2020 der Bau des mittlerweile dritten Jahrgangsclusters, als eines Bereichs, der neben Klassenräumen Differenzierungsräume, Lernbereiche und Lehrerzimmer für einen Schuljahrgang vorsieht. Nochmals 1,72 Millionen Euro müssen für diese Modernisierung in die Hand genommen werden.
  • Aufgelöst werden soll auch der Investitionsstau an den Grundschulen. Den Anfang macht die Sonnenbergschule in Langschede, die einen dringend benötigten Erweiterungsbau erhält. Die Ausschreibungen laufen, die Kosten belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Euro. Für die Overbergschule sind bereits Planungskosten in den Haushalt 2020 eingestellt worden.
  • Nicht weniger notwendig ist die Umsetzung des Standortkonzeptes für die Feuerwehr, das der neue Brandschutzbedarfsplan aufgegeben hat. Ein neues Feuerwehrgerätehaus für das östliche Stadtgebiet soll 2020 auf einem Freigelände an der Oase Stentrop für 3 Millionen Euro gebaut werden.

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Im April 2020 soll der erste Spatenstich für den Umbau des Fröndenberger Marktplatzes erfolgen. Planerin Susanne Weihrauch vom Büro [f] landschaftsarchitektur in Solingen hatte mit ihrem Entwurf den freiraumplanerischen Wettbewerb gewonnen. © Büro [f] landschaftsarchitektur

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Der violett eingefärbte Ausschnitt zeigt das Gebiet, auf dem an der Oase Stentrop eine neue Wache der Feuerwehr entstehen soll. © Stadt Fröndenberg

Der Haushalt 2020 sieht insgesamt ein Investitionsvolumen von 12,4 Millionen Euro vor. Bis 2029 werden die Bauprojekte rund 55 Millionen Euro verschlingen. Beigeordneter und Kämmerer Heinz-Günter Freck rechnet mit einem Kapitalbedarf der Stadt von 33,9 Millionen Euro.

„Ich glaube, dass die Zeit, solche Projekte anzugehen, gekommen ist“, sagte Freck in seiner Haushaltsrede Anfang Dezember. Er sei davon überzeugt, dass die Stadt die entstehenden Folgekosten auch in den nächsten Jahren werde tragen können.

Es dürfe sich allerdings nichts an den Rahmenbedingungen für die städtische Haushaltswirtschaft ändern. Sollte dies doch der Fall sein, „so müssen wir prüfen, ob die ein oder andere Entscheidung noch einmal zu revidieren ist“, so Hans-Günter Freck.

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