Die Internationale Gartenausstellung 2027 will Fröndenberg für sich fruchtbar machen. Dass ein großer Wurf für die Stadt gelingen kann, hängt entscheidend von der Beteiligung der Parkbesucher ab.

Fröndenberg

, 19.07.2019, 17:31 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Internationale Gartenausstellung 2027 wird im Ruhrgebiet stattfinden. Sämtliche Kommunen im Regionalverband Ruhrgebiet haben die Chance, Teil des Programms zu werden. Fröndenberg will am Ende mit dabei sein.

Die Stadt will sich einen Vorsprung vor den Mitbewerbern erarbeiten und bindet ab der kommenden Woche Parkbesucher aktiv in den Bewerbungsprozess ein.

? Was ist bei der IGA 2027 zu erwarten?

Die Gartenausstellung erstreckt sich über das gesamte Ruhrgebiet und sieht drei Ebenen vor: Sechs „Zukunftsgärten“ auf der ersten Ebene, unter anderem „Emscher Nordwärts“ in Dortmund, verbinden die Themen Garten, Umwelt, Klima und Energie. Der Eintritt ist teilweise kostenpflichtig.
Auf der zweiten Ebene, auf der Fröndenberg mitspielen will, werden die schönsten Parks und Gärten der Region präsentiert. Außerdem können nachbarschaftliche Initiativen wie „Urban Gardening“ auf der dritten Ebene, „Unsere Gärten“, mitmachen.

Internationale Gartenausstellung 2027: Fröndenberg lädt in Zukunftswerkstatt Himmelmannpark

Ruhrkunst und Ruhrkultur sind zwei Themen bei der Internationalen Gartenausstellung 2027. Wie sich das Westfälische Kettenschmiedemuseum und die Kulturschmiede in das Konzept erfolgversprechende einbringen lassen, soll unter anderem in Workshops mit Bürgern erarbeitet werden. © Marcus Land

? Welches Projekt will Fröndenberg bei der IGA 2027 realisieren?

Die Stadt bewirbt sich mit der „Zukunftswerkstatt Himmelmannpark – Wir leben RuhrKultur, RuhrKunst, RuhrNatur und FreizeitPur“. Der Projekttitel ist angelehnt an das Leitmotiv „Wie wollen wir morgen leben?“
Die ehemalige Industriebrache und der heutige Landschaftspark soll hierzu weiterentwickelt werden. Ziel des Fröndenberger Projektes ist es vor allem, die Ruhr für die Menschen erlebbarer zu gestalten und dafür den Himmelmannpark und den Fluss enger zu verknüpfen.

? Was verspricht sich die Stadt von einer Teilnahme an der IGA 2027?

Neben einem attraktiveren Parkgelände und der besseren Erlebbarkeit des Flusses sollen auch das Kettenschmiedemuseum und eine angedachte Gastronomie profitieren. Und, ganz generell: Mit der gleichzeitigen Umgestaltung des Marktplatzes werde die Stadt ein frisches, modernes Gesicht erhalten. Bauamtsleiter Martin Kramme: „Das kann eine richtige Aufwertung für Fröndenberg bedeuten.“

Internationale Gartenausstellung 2027: Fröndenberg lädt in Zukunftswerkstatt Himmelmannpark

Der Fröndenberger Trichter oder Himmelmann-Trichter steht an einem der Eingangstore in den Park. 1996 ist er zum Baudenkmal erklärt worden und wurde unter anderem von dem international bekannten Maler und Bildhauer Professor Markus Lüpertz saniert. Auch der Name des renommierten Künstlers ließe sich im Rahmen der IGA 2027 über die Grenzen Fröndenbergs hinaus besser vermarkten. © Marcus Land

? Wie schafft es Fröndenberg, sich unter 52 Kommunen durchzusetzen?

Der Regionalverband Ruhr, der Trägerin der IGA 2027 ist, lässt die Städte einen Qualifikationsprozess durchlaufen. Am Ende müssen drei Sterne für einen Zuschlag erreicht werden. Weil Fröndenberg Eintrittskommune am östlichen Rand des Ruhrgebiets ist und die Gärten möglichst quer über die Region verteilt sein sollen, sieht man im Rathaus durchaus gute Chancen.

? Wie können sich nun die Parkbesucher in ein Konzept einbringen?

Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist mittlerweile zwingende Voraussetzung, um Fördermittel zu erhalten. Daher bereitet die Stadt frühzeitig einen späteren Workshop mit Bürgern vor.
Gesammelt werden Ideen und Wünsche: Ab Mitte kommender Woche wird im Himmelmannpark ein Briefkasten aufgestellt, daneben ein Kasten mit Flyern, die das Projekt erklären und auf die Anregungen eingetragen werden können.

Internationale Gartenausstellung 2027: Fröndenberg lädt in Zukunftswerkstatt Himmelmannpark

Entspannen im Himmelmannpark: Rosita Lemke beobachtet von den ergonomischen Liegen aus gern das Treiben in dem Landschaftspark. Besonders für Jugendliche wünscht sie sich mehr Angebote. © Marcus Land

? Sind die Bürger frei in ihren Wünschen für den Himmelmannpark?

Die Ideen sollen sich um die großen Komplexe Kunst, Kultur, Freizeit und Natur drehen. „Wie versteht der Bürger diese Schwerpunkte?“, so Martin Kramme, wolle die Stadtverwaltung abfragen. Auch wenn Innovatives schwieriger zu formulieren sei – es gehe bei dem Projekt nicht um Dinge wie neue Mülleimer. Der Flyer gliedert die Themen zusätzlich auf etwa in Naherholung, Radfahren, Sport oder Wassererlebnis. Auch ein Feld für sonstige Anregungen ist vorgesehen.

Internationale Gartenausstellung 2027: Fröndenberg lädt in Zukunftswerkstatt Himmelmannpark

Besonders Orte am Rande des Himmelmannparkes machen nicht immer einen sehr gepflegten Eindruck, was allerdings auch an den Parkbesuchern selbst liegt. © Marcus Land

? Hat die Stadt eigene Ideen, wie der Park attraktiver werden kann?

Die Verwaltung hat der Politik bereits Entwicklungspotenziale aufgezeigt. Genannt wurden ein Baumlehrpfad mit Gewächsen, die sich einem wandelnden Klima anpassen können; Blühstreifen für Insekten; ein zusätzlicher Weg zwischen Ruhr und Flutmulde; ein Kunstpfad mit dem Schwerpunkt „Kunst an der Kette“; ein Wegweiser „Ketten aus Fröndenberg/Ruhr, der Kosmopolit“; eine Fotowand, die die frühere industrielle Nutzung des Geländes sichtbar macht; ein transparenter Stahlgiebel, der die frühere Papierfabrik andeutet; eine Liegewiese sowie eine Wassersteg und ein begehbarer Abschnitt in der Flutmulde. Aber: „Nichts ist in Stein gemeißelt“, sagt Martin Kramme.

? Wie könnte die Umgestaltung des Himmelmannparks finanziert werden?

Die Teilnahme als IGA-2027-Standort ließe sich mit Fördermitten aus dem Landesprogramm „Grüne Infrastruktur“ auch finanziell realisieren. Die Verwaltung hat für ihre eigenen Ideen bereits Investitionskosten von rund 1,5 Millionen Euro geschätzt. Die Frage, ob die Stadt sich – mit Förderung – einen Eigenanteil leisten kann, soll am Ende des Prozesses gestellt werden. „Ansonsten würden wir nicht einen einzigen Schritt nach vorn gehen“, sagt Beigeordneter Heinz-Günter Freck.

Zur Sache

Baustart im Himmelmannpark könnte 2025 sein

  • Bis zum 30. September fährt die Stadt die Öffentlichkeitskampagne im Himmelmannpark, solange können die Flyer mit Anregungen in den Briefkasten eingeworfen werden.
  • Nach einer Auswertung der Rückmeldungen wird spätestens im ersten Quartal 2020 zu einem Workshop mit Bürgern eingeladen.
  • Dessen Ergebnisse können Grundlage für einen Wettbewerb von Landschaftsplanern werden.
  • Qualifiziert sich Fröndenberg für die IGA 2027 und fließen Fördermittel, könnte ab 2025 im Himmelmannpark gebaut werden.

Anregungen für die IGA 2027 können auch per E-Mail an himmelmannpark@froendenberg.de gesendet werden. Informationen im Rathaus erteilen Martina Garder-Manz unter Tel. (0 23 73) 976-327 oder Madita Busch unter (0 23 73) 976-282. Es kann ein QR-Code auf dem Flyer gescannt und ein PDF ausgefüllt werden; auch auf der Homepage der Stadt gibt es ein Formular.
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