Prozess um Waffenhandel: In diesem Dorf soll der illegale Handel floriert haben

dzIllegaler Waffenhandel

Ein unscheinbarer Parkplatz am Rande eines ansonsten beschaulichen Dorfes steht im Mittelpunkt des Prozesses um illegalen Waffenhandel: Rund 70 Pistolen sollen hier den Besitzer gewechselt haben.

Unna, Fröndenberg

, 18.10.2019, 08:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Schotterplatz ist an sich völlig gewöhnlich. Normalerweise parken hier hungrige Gäste, die die internationale Küche des Hotel-Restaurants schätzen. Und doch ist es genau dieser unscheinbare Platz am Rande des knapp 1000-Seelen-Dorfes, der jetzt im Mittelpunkt des Prozesses um eine Waffenschieberbande steht.

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Eine getarnte Waffenwerkstatt in Unna betrieben

Im Mittelpunkt des Prozesses steht ein 47-jähriger Mann aus Arnsberg, Ex-Mitarbeiter des Sportwaffenherstellers Umarex. Er soll Einzelteile für etwa 70 Pistolen sowie einige Konstruktionszeichnungen gestohlen haben, die Teile Zuhause zusammengebaut und dann als vollwertige Schusswaffen weiterverkauft haben. Fünf weitere Männer sitzen auf der Anklagebank. Einer von ihnen ist ein 27-jähriger Mann aus Menden, der dem Arnsberger die Waffen abgekauft und schließlich weiterverkauft haben soll. Ein weiterer von ihnen, ein britischer Ex-Soldat, soll eine getarnte Waffenwerkstatt in Unna betrieben haben.

Auf dem Parkplatz am Schnittpunkt der Bundesstraßen 7 und 63 sollen zahlreiche Waffen den Besitzer gewechselt haben: Drei Jahre lang soll hier, in dem ansonsten beschaulichen Ortsteil Wimbern der Gemeinde Wickede (Ruhr), auf dem von hoch gewachsenen Bäumen umgebenen Parkplatz ein reger Waffenhandel vonstattengegangen sein. In Anbetracht der Wohnorte der beiden Handelspartner aus Arnsberg und Menden eine strategisch günstige Lage, liegt Wimbern doch so ziemlich in der Mitte der beiden Städte. In Menden sollen die Waffen mal an einer Spielhalle, mal nahe des Schnellrestaurants „Burger King“ weiterveräußert worden sein.

Prozess um Waffenhandel: In diesem Dorf soll der illegale Handel floriert haben

Dieser Schotterplatz vor einem Hotel-Restaurant in Wickede-Wimbern soll Handelsplatz für die Waffenschieber gewesen sein. © Andreas Hein

Aufgeflogen war die Bande, als der Hauptangeklagte im Frühjahr dabei erwischt worden ist, wie er einen Pistolenlauf durch die Sicherheitsschleuse des Arnsberger Sportwaffenherstellers bringen wollte. Bei den Vernehmungen durch die Polizei soll er vollumfänglich geständig gewesen sein, brachte die Ermittler so auf die Spur der Mittäter.

Prozess wird am Freitag fortgesetzt

Am Donnerstag war erster Prozesstag. Dabei wollten die Prozessbeteiligten unter anderem ausloten, ob man sich im Gegenzug für Geständnisse auf ein Strafmaß wird einigen können. Zu welchem Ergebnis das sogenannte Rechtsgespräch kam, blieb zunächst offen; einem der Mitangeklagten ging es nicht gut, die Verhandlung wurde deshalb vertagt. Die Fortsetzung ist für Freitag kommender Woche geplant.

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