Illegale Altöl-Entsorgung in Fröndenberg: Wasserwerke helfen nun bei der Tätersuche

dzTrinkwassergewinnung

Die illegale Entsorgung von fast 300 Litern Altöl im Fröndenberger Ostholzbachtal stellte ein großes Risiko für das Trinkwasser dar. Bei der Tätersuche gehen die Wasserwerke Westfalen einen ungewöhnlichen Schritt.

Fröndenberg

, 30.10.2019, 12:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die illegale Ablagerung von 53 Kanistern mit Altöl im Ostholzbachtal bei Ardey war von einem Spaziergänger frühzeitig gemeldet worden. Fröndenberger Ordnungsamt und Feuerwehr hatten daher offenbar schlimmere Folgen für die Umwelt verhindern können.

»Die Gefahr, die durch diese schädlichen Einflüsse für die Trinkwasser- gewinnung bestand, war immens.«
Bernd Heinz, Geschäftsführer der Wasserwerke Westfalen

Die Umweltstraftat, die vermutlich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 24./25. Oktober, von Unbekannten begangen wurde, lässt unterdessen die Wasserwerke Westfalen nicht ruhen.

Weil Altöl in größeren Mengen drohte, über den Ostholzbach in die Ruhr zu gelangen, wäre die Trinkwassergewinnung flussabwärts ab dem Wasserwerk Halingen betroffen gewesen.

„Die Gefahr, die durch diese schädlichen Einflüsse für die Trinkwassergewinnung bestand, war immens“, sagt Bernd Heinz, Geschäftsführer der Wasserwerke Westfalen in Schwerte-Geisecke, entrüstet über diese Umweltstraftat.

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Zur Sache

Sechs Wasserwerke entlang der Ruhr

  • Die Wasserwerke Westfalen (WWW) sind eine Tochtergesellschaft von DEW21 und Gelsenwasser und produzieren mit ihren rund 135 Mitarbeitern Trinkwasser für 1,5 Millionen Menschen.
  • Sechs Wasserwerke in Echthausen, Halingen, Hengsen, Villigst, Westhofen und Witten bereiten das Wasser der Ruhr zu Trinkwasser auf.
  • Das Versorgungsgebiet umfasst Teilbereiche des südlichen Münsterlandes, des mittleren und östlichen Ruhrgebietes sowie des nördlichen Sauerlandes. 2018 lag die Trinkwasserproduktion bei 105 Millionen Kubikmeter.
  • Zudem betreibt WWW fünf Laufwasserkraftwerke, die zuletzt über 20 Millionen kWh sauberen Strom produzierten und somit einen Betrag zur CO2-Minderung leisteten.
  • Weitere Informationen unter www.wasserwerke-westfalen.de

Da die Wasserwerke Westfalen besonders betroffen gewesen wären, wenn der Vorfall nicht so schnell entdeckt und gemeldet worden wäre und die Mitarbeiter der Umwelt- und Ordnungsbehörden dadurch nicht größeren Schaden hätten abwenden können, setzt das Unternehmen eine Belohnung von 500 Euro aus für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen.

Für die Wasserwerke Westfalen ist das ein ungewöhnlicher Schritt. Pressesprecherin Tanja Vock kann sich jedenfalls nicht erinnern, dass von den Wasserwerken jemals zuvor eine Belohnung für Hinweise auf Umweltstraftäter ausgesetzt worden ist.

Das Oberflächenwasser der Ruhr und auch ein Teil des Grundwassers sind die Ressource, um das Trinkwasser für die gesamte Region aufzubereiten. Trinkwasser, so Vock, sei zwar „das am besten kontrollierte Lebensmittel“.

Kleinere Ölmengen können Wasserwerke aus dem Rohwasser herausfiltern. Wäre Altöl aber in größeren Mengen in die Ruhr gelangt und flussabwärts geflossen, hätten die Wasserwerke Westfalen möglicherweise in Halingen, Hengsen und Villigst die Produktion stoppen müssen.

Illegale Altöl-Entsorgung in Fröndenberg: Wasserwerke helfen nun bei der Tätersuche

Das Naturschutzgebiet Ostholzbachtal liegt zu großen Teilen inmitten der Wasserschutzzone 1, aus der Trinkwasser gewonnen wird. © Roman Grzelak

Es gebe zwar in den Hochbehältern immer eine Trinkwasserreserve, „aber es gibt keine Alternative“. Ein längerer Ausfall der Trinkwasserproduktion kann sich also fatal auf alle Lebensbereiche auswirken.

Zum Schutz dieses wertvollen Guts seien daher bewusst Wasserschutzzonen um die Wasserwerke und die Wasserentnahmestellen der Ruhr herum errichtet worden. Die illegale Entsorgung von Altöl eben dort, ist für den Trinkwassergewinner ein Unding. Tanja Vock: „Das geht gar nicht!“

Hinweise zu der Tat werden erbeten an die Polizei in Unna unter Tel. (0 23 03) 921-0 oder (0 23 03) 921-31 20.
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