IGA-Wasserspaß versus Ökologie

dzUnsere Gärten

Die IGA 2027 nutzen, um im Himmelmannpark einen Zugang zum Wasser der Ruhr zu schaffen, ist die Idee der Verwaltung. Doch die Politik ist skeptisch. Die Grünen stellen Ökologie vor Wasserspaß.

Fröndenberg

, 11.10.2018, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Internationale Gartenausstellung soll sich die Metropole Ruhr bis 2027 zum großen Erlebnisgarten mausern. Weder sind alle Projekte festgezurrt, noch ist die Finanzierung im Detail geklärt. Doch Fröndenberg will dabei sein. Mit dem Himmelmannpark. Als Erweiterung zum Integrierten Handlungskonzept soll der Park zum Erlebnisraum am Wasser aufgemotzt werden. Hauptpunkte der Verwaltungsidee sind dabei: Die Errichtung eines Wassersteges an der Flutmulde, eine Liegewiese und die Herstellung eines begehbaren Wasserabschnittes. Allein diese Maßnahmen, um die Ruhr näher an die Menschen zu holen, machen 1,2 Millionen des insgesamt 1,538 Millionen Euro schweren Ideenpaketes für den Fröndenberger IGA-Gartenstandort aus. Sprich: Ohne diese Maßnahmen ist die Idee sinnlos.

Flutmulde aus Naturschutzgründen angelegt

Nachdem bereits die CDU Zweifel an der Durchführbarkeit äußerte, hagelt es auch Kritik von den Grünen: „Ich kann mich erinnern, die Flutmulde haben wir einst aus Naturschutzgründen angelegt. Und daraus soll jetzt eine Art Wasserpark gemacht werden?“, hakte Grünen-Fraktionschef Martin Schoppmann verwundert nach. Er meinte, sich zudem an Fördermittel zu erinnern, die in diesen ökologisch wertvollen Bereich geflossen seien. „Wie Ökologie und Wasserspaß übereinander gebracht werden können, müssen Detailplanungen ergeben“, räumte Fachbereichsleiter Martin Kramme ein. Er gab auch zu, dass bei einer Ablehnung durch die übergeordneten Naturschutz-Behörden das ganze Fröndenberger IGA-Projekt wenig Sinn ergebe. Allerdings habe man auch in Sachen Ruhrbalkon und den jetzt gerade geplanten Weg entlang der Ruhr Einvernehmen mit dem Wasserschutz erzielen können.

Empfehlung bei zwei Gegenstimmen der Grünen

Obwohl es auch zur Finanzierung wie berichtet noch viele offene Fragen gibt, empfahl der Finanzausschuss bei zwei Gegenstimmen der Grünen, eine Absichtserklärung abzugeben, dass sich Fröndenberg mit einem Projekt für „Unsere Gärten“ an der IGA 2027 beteiligen und dafür auch einen Eigenanteil sowie Folgekosten stemmen will. Denn: „Ohne Ratsbeschluss, der diese Absicht bekundet, wird unser Projekt von RVR und Ministerium nicht ernst genommen“, betonte Rebbe, dass dies bereits bei einem Vorgespräch deutlich geworden sei. Und an Projektideen mangelt es in der Metropole Ruhr keineswegs: Kramme sprach davon, dass der RVR seine angekündigten 85 Millionen Euro verdoppeln müsste, wolle man alle realisieren. Zwar wird es noch eine Reduzierung geben, weil einige Kommunen gleich mehrere Ideen eingereicht haben. Trotzdem wird es wohl schwierig, einen IGA-Stempel für das Fröndenberger Projekt zu bekommen.

Neues Heimatministerium, aber keine Investition in die Heimat

Dass sich das Land die IGA 2027 über die herkömmliche Städtebauförderung hinaus nichts kosten lassen will, kritisierte unterdessen Monika Kostorz (SPD). „Da muss ich doch einmal politisch werden: Das Land richtet Heimatministerien ein. Doch wenn es um Investitionen in die Heimat geht, zieht es sich raus?“

Nun ist der Rat am Zuge. Der muss am 7. November die Absichtserklärung für die IGA 2027 beschließen – andernfalls ist das Projekt vom Tisch.

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