Gina, Hugo und Heidi (v.l.) – auch ihre Besitzerinnen müssen im Normalfall Hundesteuer an die Kommune bezahlen. © Marcus Land
Steuern und Abgaben

Hundesteuer kratzt im Kreis Unna an Zwei-Millionen-Grenze

Wo die Gewerbesteuer noch schwächelt, ist die Hundesteuer zu einer sicheren Bank für die Stadtsäckel im Kreis Unna geworden: Alle Kommunen verzeichnen ein Plus – mit verblüffenden Unterschieden.

Aktuell gibt es unterschiedlichste Regelungen, was die Abgaben für Vierbeiner betrifft: Einnahmen und Steuersätze klaffen enorm auseinander, wie ein Abgleich der aktuellen Statistiken und Satzungen der Städte und Gemeinden zeigt: Manche Städte kommen nur auf ein Drittel der Einkünfte gleich großer Kommunen.

Im ersten Halbjahr 2021 nahmen die zehn Kommunen im Kreis Unna bei der Hundesteuer insgesamt rund 1,797 Millionen Euro und damit 80.000 Euro mehr als im ersten Halbjahr 2020 ein.

Die Spannbreite ist groß: Lünen als größte Kommune kommt auf rund 347.000 Euro, Holzwickede (17.000 Einwohner) auf gerade einmal knapp 21.000 Euro. An den Einwohnerzahlen gemessen nimmt die Stadt an der Lippe (86.000 Einwohner) damit proportional mehr Geld durch die Hundesteuer ein.

Erlass der Steuer für Tierheim-Hunde

Das hängt natürlich auch mit der Zahl der angemeldeten und versteuerten Hunde zusammen. Die Stadt Bergkamen hat zum Beispiel im Januar 2021 rund 3700 Hundesteuerbescheide verschickt, nahm im ersten Halbjahr des Jahres knapp 95.000 Euro ein.

In der Nachbarstadt Kamen waren es Anfang des Jahres dagegen nur circa 3100 Bescheide, die Sesekestadt nahm aber mit fast 276.000 Euro fast die dreifache Summe ein. Im Durchschnitt haben Hundebesitzer in Kamen damit rund 89 Euro Hundesteuer bezahlt, in Bergkamen sind es dagegen nur 25,65 Euro.

Allerdings beeinflussen weitere Faktoren die Höhe der Einnahmen. So gewährt Bergkamen für Hunde, die direkt aus dem Tierheim des Kreises Unna aufgenommen werden, eine Steuerbefreiung für zwölf Monate. In Kamen werden solche Hunde immerhin sechs Monate von der Steuer befreit.

Solche Steuernachlässe gibt es nicht in allen Kommunen. In Fröndenberg, das nach einer Steuererhöhung bereits 2020 einen besonders großen Sprung bei den Einnahmen gemacht hat, ist von der FWG-Fraktion ein solcher Antrag auf Steuerbefreiung im Rat gestellt worden.

Fast überall höhere Steuer für gefährliche Hunde

Steuerbefreiungen gewähren sämtliche Kommunen für Hunde, die ausschließlich dem Schutz und der Hilfe Blinder, Tauber oder sonst hilfloser Personen dienen. Mehreinnahmen bei der Hundesteuer in den vergangenen zwölf Monaten hatte die Stadt Fröndenberg übrigens auch darauf zurückgeführt, dass mehr Hunde angemeldet worden sind.

Womöglich sei dies auch eine Folge von Isolation durch die Pandemie. Zumindest war zuletzt auch bundesweit ein Trend zum Hund festzustellen.

Eine weitere Größe, die sich auf die Einnahmen aus der Hundesteuer auswirkt: Für gefährliche Hunde laut Landeshundegesetz erheben bis auf Unna, Schwerte und Werne alle Kommunen einen mitunter deutlich höheren Steuersatz.

Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
Zur Autorenseite
Marcus Land

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.