Hunderte Helfer auf der Suche nach Lia – für die Polizei ist das Fluch und Segen

dzVermisstes Mädchen

Nicht nur die Feuerwehr, sondern auch viele Bürger aus Fröndenberg haben sich an der Suche nach der vermissten Zehnjährigen aus Menden beteiligt. Die Polizei kritisiert, dass auch Kinder mit auf die Suche gingen.

Fröndenberg

, 03.02.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zum Montagabend fehlte jede Spur von der zehnjährigen Lia, dem Mädchen aus Menden, das am Samstagnachmittag verschwand, vermutlich im Schlafanzug und ohne Schuhe. Am Samstag war auch die Freiwillige Feuerwehr Fröndenberg an der Suche beteiligt. Gemeinsam mit der Feuerwehr Menden suchten die Einsatzkräfte den unteren Bereich der Hönne ab, untersuchten außerdem mit einem Boot den Bereich der Ruhr zwischen Fröndenberg und Langschede.

Hunderte Helfer auf der Suche nach Lia – für die Polizei ist das Fluch und Segen

Schon früh am Sonntag machten sich Helfer auf den Weg. Sie wurden von der Polizei in Kleingruppen aufgeteilt und koordiniert. © Polizei MK

Neben den Profis halfen überwältigend viele Bürgerinnen und Bürger, die sich zum Teil auch im Internet organisierten, bei der Suche. Am Sonntag versammelten sich nach Schätzungen der Polizei Märkischer Kreis mehrere Hundert, im Verlauf des Tages an die Tausend Helfer sowie „Helfershelfer“, die etwa für Verpflegung sorgten, im Bereich Battenfelds Wiese. Auch aus Fröndenberg, Frömern und Unna, so Polizeisprecher Dietmar Boronowski. Die Freiwilligen wurden von der Polizei in Kleingruppen aufgeteilt und in verschiedene Bereiche geschickt.

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Dieses bürgerschaftliche Engagement sei auf der einen Seite großartig gewesen. Die Polizei bedanke sich sehr dafür. Auf der anderen Seite stelle es die Einsatzkräfte aber auch vor besondere zusätzliche Herausforderungen. Und irgendwann sei dann ein Punkt erreicht, ab dem die Koordination der Helfer organisatorisch nicht mehr zu händeln ist. Etwa wenn Bürger da suchen, wo sie es für richtig halten – und nicht in den Bereichen, die die Polizei ihnen zuteilt.

Fröndenberger berichten von ihren Erlebnissen im Netz

„Wer hilft in Menden bei der Suche?“, fragen die Fröndenberger ihre Freunde und Nachbarn bei Facebook. Schnell melden sich einige, die vor Ort sind oder waren. Man berichtet sich gegenseitig von seinen Erlebnissen auf der anderen Seite der Ruhr, der unfassbaren Menge der Freiwilligen – und versucht, sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen.

Hunderte Helfer auf der Suche nach Lia – für die Polizei ist das Fluch und Segen

Strömungsretter suchten in der Hönne nach dem vermissten Mädchen. © dpa

Doch einige Menschen aus dieser „unfassbaren Menge“ hätten eben auch gestört. Unter anderem am Samstagabend, als Bürger die Suche mit einer Wärmebildkamera entlang des Hönneufers erschwerten. Die Kamera filmte sehr viele helle Punkte. Nicht Lia, sondern Menschen, die sich im Uferbereich aufhielten.

Wenn der schlimmste Fall eintritt, sollten keine Kinder anwesend sein

Am Sonntag hätten sich wieder einige zu nahe ans Ufer des Hochwasser führenden Flusses begeben, obwohl Polizei und Feuerwehr das ausdrücklich untersagt hatten. Es sollte keiner „den Helden spielen“, so Boronowski. Denn wer sich ernsthaft in Gefahr bringt, behindere damit solche Einsätze.

Hunderte Helfer auf der Suche nach Lia – für die Polizei ist das Fluch und Segen

Die Suche nach der vermissten Zehnjährigen aus Menden im Sauerland ist am Montag fortgesetzt worden. © dpa

Der Erste Polizeihauptkommissar hat sich auch darüber geärgert, dass viele Familien mit Kindern unterwegs waren. Auch wenn das grausam klinge: Im schlimmsten Fall werde in den nächsten Stunden oder Tagen ein totes Mädchen gefunden. Keine Situation, in der Kinder anwesend sein sollten.

Was die Einsatzkräfte ebenso behindert, seien Falschmeldungen in den Sozialen Medien. Daher die Warnung der Polizei: „Verbreiten Sie keine ungeprüften Informationen.“

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