Home Schooling: 260 Schüler in Fröndenberg können sich kein Laptop leisten

dzDigitaler Unterricht

Da Digitalisierung im Unterricht und Home Schooling immer wichtiger werden, müssen Schüler auch gleiche Chancen haben, mit Tablet oder Laptop zu arbeiten. In Fröndenberg haben 260 Kinder Bedarf angemeldet.

Fröndenberg

, 19.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hausaufgaben auf dem Handy zu machen, ist keine gute Lösung. Der Lockdown der Schulen in der Frühphase der Corona-Pandemie hat aber gezeigt, dass viele Schüler im Home Schooling improvisieren mussten. Jetzt soll alles besser werden.

Die Schulleiter an den Fröndenberger Schulen haben kürzlich den Bedarf in der Schülerschaft ermittelt: In welchem Haushalt können Kinder nicht auf ein eigenes digitales Endgerät oder eines der Eltern oder Geschwister zurückgreifen?

Fröndenberg erhält 113.000 Euro aus der Staatskasse

Die Abfrage hat eine ziemlich hohe Zahl zu Tage gefördert: An den drei Grundschulen müssen insgesamt 60 Schülerinnen und Schüler zuhause ohne ein Tablet, Laptop oder Notebook auskommen; an der Gesamtschule Fröndenberg sind es rund 200 Fünftklässler bis Oberstufenschüler, die über keinen eigenen Mobilrechner verfügen. Es fehlen also 260 Geräte über sämtliche Schuljahrgänge.

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Die Bedarfsermittlung hat einen konkreten Auslöser: Der Bund sowie das Land NRW haben ein gemeinsames Programm auf den Weg gebracht und stellen den Kommunen, wie auch bereits für die Lehrerschaft, Geld zum Kauf von mobilen Endgeräten für die Schülerschaft zur Verfügung.

Fröndenberg erhält genau 113.000 Euro für die Anschaffung der Geräte aus dem Förderprogramm, wie Fachbereichsleiter Ole Strathoff auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte. Der Betrag ist nach Schülerzahl in der Stadt sowie nach den örtlichen sozialen Faktoren errechnet worden.

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Bund und Land übernehmen damit 90 Prozent der Ausgaben, die Stadt muss einen Eigenanteil von zehn Prozent tragen; dafür bleiben die angeschafften Geräte aber auch im Eigentum der Schulen und können an nachrückende Schüler weitergegeben werden.

Preis der Geräte wird nun ermittelt

Der Staat bezuschusst nur Geräte, die höchstens 500 Euro kosten. Das NRW-Schulministerium weist ausdrücklich darauf hin, dass das Förderprogramm Schüler unterstützen soll, die „aufgrund der finanziellen Verhältnisse des Elternhauses“ bislang nicht auf ein digitales Endgerät zurückgreifen konnten.

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Der Preis der Laptops und Tablets wird sich nun bei der anstehenden Angebotsabfrage durch die Stadtverwaltung zeigen. „Dann kennen wir die Marktpreislage“, so Ole Strathoff. Denkbar ist bei einer Massenbestellung sicherlich auch ein Mengenrabatt.

Gesamtschulleiter Klaus de Vries hatte bereits im März auf das Problem hingewiesen: Das Bildungs- und Teilhabepaket für sozial Schwächere sieht eine digitale Ausstattung von Schülern gar nicht vor. Das Sonderprogramm könnte nun Abhilfe für die 260 bisher zumindest digital abgenabelten Schüler schaffen.

Zur Sache


IPad-Klassen an der Gesamtschule

  • Die Digitalisierung an der GSF schreitet auch unabhängig von staatlichen Zuschussprogrammen voran – soweit Eltern die Finanzierung übernehmen wollen und können.
  • So waren von den 160 Fünftklässlern im neuen Schuljahr 2020/21 mehr als 100 Schülerinnen und Schüler für eine IPad-Klasse angemeldet worden. In diesen Klassen wird im Unterricht bereits ein digitales Gerät eingesetzt.
  • In drei von fünf Eingangsklassen können also bereits moderne Lerninstrumente eingesetzt werden; wann die Ausschreibung der jetzt staatlich bezuschussten Geräte abgeschlossen ist, kann die Stadtverwaltung noch nicht absehen.

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