Ihr Büro haben viele Arbeitnehmer inzwischen zuhause aufgebaut. So steigt auch der Stromverbrauch im Haushalt. © picture alliance/dpa
Stadtwerke Fröndenberg

Home-Office: So macht sich die Corona-Pandemie auf der Stromrechnung bemerkbar

Viele Arbeitnehmer haben ihr Büro inzwischen nach Hause verlegt. Fröndenbergs Stadtwerke-Geschäftsführer erklärt, was das für den Stromverbrauch bedeutet. Kunden sollten deutlich gestiegene Verbrauche hinterfragen.

Laptop an, Licht brennt, Pizza im Backofen: So verbrauchen viele Arbeitnehmer zu Hause tagtäglich mehr Strom als üblich, seit sie nicht mehr in ihren Büros sitzen. Ein Mitarbeiter dieser Zeitung staunte nicht schlecht, dass sein Verbrauch 2020 um stolze 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen war. Aber ist das die Regel? Wie sieht es in Fröndenbergs Haushalten aus?

Für Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Loipfinger ist es durchaus logisch, dass die Stromrechnungen seiner Kunden im vergangenen Jahr etwas höher waren, als üblich. Doch eine Steigerung um 65 Prozent sei die Ausnahme – und wahrscheinlich nicht nur auf das Home-Office zurückzuführen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Loipfinger scherzhaft über hohe Stromrechnungen in der Krise

„Wenn alle Kunden 65 Prozent mehr Strom verbrauchen, würde uns das selbstverständlich freuen“, scherzt Loipfinger. Doch die Realität sehe anders aus. Gewerbliche Verbräuche gingen im vergangenen Jahr naturgemäß zurück. Private stiegen leicht an. Doch von einem Trend möchte der neue Stadtwerke-Chef gar nicht sprechen. Dazu müssten sich die Zahlen deutlicher bemerkbar machen.

Das würde wahrscheinlich der Fall sein, wenn alle Bürger im Home-Office sind – und das über einen längeren Zeitraum. Während in der ersten Welle viele Arbeitnehmer zu Hause waren, hätten in der zweiten Welle wieder viele in ihren Büros gearbeitet. „Das kritisiert die Regierung ja gerade.“ Zudem gebe es Berufe, für die das Home-Office keine Option ist.

Der neue Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Loipfinger sitzt nicht im Home-Office. Viele seiner Mitarbeiter arbeiten inzwischen allerdings von zuhause aus.
Der neue Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Loipfinger sitzt nicht im Home-Office. Viele seiner Mitarbeiter arbeiten inzwischen allerdings von zuhause aus. © Udo Hennes © Udo Hennes

Alexander Loipfinger

„Das brennende Licht etwa, oder der laufende Laptop machen nur einen geringen Teil des Stromverbrauchs aus“, erklärt Loipfinger. Und wer jetzt mittags zu Hause kocht, hat zuvor vielleicht Abends zu Hause vorgekocht. All diese Faktoren führen dazu, dass sich das Home-Office auf den Strompreis nicht so deutlich niederschlage, wie man vermuten könnte.

Stromfresser seien große elektrische Geräte oder etwa die Warmwasseraufbereitung. Wer jetzt eine auffällig hohe Stromrechnung bekommt, sollte dieses nicht nur mit Lockdown und Home-Office für sich erklären – sondern kritisch hinterfragen und gegebenenfalls Kontakt mit seinem Anbieter aufnehmen.

Alexander Loipfinger möchte intern prüfen, ob die Stadtwerke Fröndenberg Wickede Testgeräte herausgeben können, mit denen Kunden die Möglichkeit hätten, bedeutende Stromfresser in ihrem Haushalt zu ermitteln.

Videokonferenzen schaden dem Klima

„Tatsächlich verbrauchen Videokonferenzen viel Energie“, erklärt Loipfinger. Auch das mache sich nicht unbedingt auf der eigenen Stromrechnung bemerkbar. Aber die energieintensiven Rechenzentren, die es braucht, damit Menschen täglich ihre Arbeitskollegen und ihre Oma online sehen und sprechen könnten, würden sogar ein Stück weit die positive Wirkung des ausgefallenen Flugzeugverkehrs fürs Klima zunichte machen. Zumindest gebe es dazu inzwischen erste Untersuchungen, so der neue Stadtwerke-Geschäftsführer.

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt