Hohenheider gegen Raser: Nach der Wahl wollen Bürger Druck bei den Behörden machen

dzBürgerinitiative im Gespräch

Zu schnell, zu viel Lärm – Lebensqualität und Sicherheit sehen Bürgerinnen und Bürger auf der Hohenheide gefährdet. Sie wollen den Autoverkehr beruhigen – und haben das Gefühl, ignoriert zu werden.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 19.08.2020, 10:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf den Straßen „Querweg“ und „Auf dem Krittenschlag“ wird gerast – dies steht für die Anwohner fest. Sie fürchten um ihre Gesundheit und die der Kinder. Von den Behörden fühlen sie sich allein gelassen. Doch diesen Zustand nimmt eine Initiative um den Hohenheider Bernd Burchert nicht einfach so hin. „Mir ist nach meinem Umzug sofort aufgefallen, dass es hier mit dem Tempo nicht so genau genommen wird“, sagte der Bürger bei einem Treffen der Gruppe am Dienstag. Deshalb habe er die Stadtverwaltung angeschrieben. Auch die Behörden in Unna und die Kreispolizeibehörde bekamen Post.

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Ein mysteriöser TOP 13

Auf Nachfrage im Rathaus sei die Antwort gekommen, dass die Angelegenheit unter dem Tagesordnungspunkt 13 im Rat behandelt wurde. Doch unter diesem Punkt sei in der entsprechenden Sitzung das „Radfahrverbot im Himmelmannpark“ behandelt worden. Bei den Hohenheidern kommt das Gefühl auf, ignoriert zu werden.

Ähnlich sei die Frage nach Lärmschutz beantwortet worden: „Erst kam nichts, dann hieß es, man hat mitgeteilt, dass die Antwort kostenpflichtig ist. Ich bekam aber keine Benachrichtigung“, so Buchert.

Nur zwei statt drei Testmessungen

Auch die Messungs-Auswertung einer „Smileytafel“ sei heruntergespielt worden: „Nur 36 Fahrzeuge sind mit mehr als 100 km/h zu schnell gemessen worden, gerade mal 0,03 Prozent. Und da können sogar noch Einsatzfahrzeuge dazwischen gewesen sein.“ Immerhin wurden Testmessungen vereinbart. „Statt drei fanden allerdings nur zwei statt, immerhin“, schmunzelt der Hohenheider. „Festgestellt wurde, dass in einem der Mess-Zeiträume nur 10,97 Prozent der Fahrzeuge schneller als 58 km/h waren. Nur seltsam, dass eigentlich 55 km/h die Bezugsgröße sein sollte. Da wäre die Zahl dann weit über den erforderlichen 15 Prozent.“ Der Fachmann ist empört: „Offizielles Blitzen hätte rund 840 Bußgeldverfahren und 156 Fahrverbote ergeben.“

Aktionismus vor der Wahl bringt nichts

Auch die Lärmemission wollen die Hohenheider nicht aus den Augen verlieren: Mit offenem Fenster bei Sommerhitze schlafen, sei nicht möglich, wenn Lkw schon um 3 Uhr in der Nacht durch den Ort fahren. Zudem wurde bemängelt, dass nichts zur Schulwegsicherung unternommen werde.

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Kurz vor der Kommunalwahl werde Aktionismus nichts bringen, meinte Rüdiger Sparbrod: „Wir warten ab, wer neu an der Spitze steht, und gehen dann massiv an die Sache heran.“ Alle Anwesenden waren einverstanden. Zudem bot Christian Knospe, der in Frömern mit ähnlichen Problemen kämpft, eine enge Zusammenarbeit an.

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